Facebook in Gelnhausen

Das soziale Netzwerk Facebook sorgt immer wieder für Diskussion. Das liegt auch daran, dass inzwischen mehr als 25 Millionen Deutsche dort ein Profil haben. In Gelnhausen sind knapp 6.000 und im Umkreis von 16 Kilometern über 30.000 Bürgerinnen und Bürger Teil dieses sozialen Netzwerkes.

Meist wird beim Thema Facebook über die sich ändernden Allgemeinen Geschäftsbedingungen geklagt. Viele schimpfen über die Datensammelwut des Unternehmens. Angesichts der Tatsache, dass allen Nutzern das Netzwerk kostenlos zur Verfügung steht sind die Daten der Nutzer die Währung. Das muss einem nicht gefallen, ist im Internet aber ein gängiges Prinzip – gerade dann, wenn Dienste kostenlos sind. Die Wahrheit ist aber auch, dass der Missbrauch von Daten und Internetkriminalität an anderer Stelle eine deutlich größere Gefahr darstellen als auf Facebook.

Richtig ist der immer wieder zu hörende Hinweis, dass man sich mit den diversen Funktionen und Möglichkeiten beschäftigen sollte, bevor man sein ganzes Leben online preisgibt. Medienkompetenz ist das Stichwort. Auch hier erlebe ich, dass die meisten Nutzer sehr sorgfältig abwägen und auch junge Leute sehr viel vernünftiger agieren, als man gemeinhin annimmt. Dass der eine oder andere „dummes Zeug“ schreibt oder sich im Ton vergreift findet man hingegen leider nicht nur in sozialen Netzwerken. Das Internet hält uns hier wohl eher einen Spiegel unserer Gesellschaft vor.

Inzwischen arbeitet auch die Polizei mit dem sozialen Netzwerk und nutzt es sogar zur Verbrechensbekämpfung. Die Polizei in Hannover hat für Furore gesorgt, indem sie ähnlich wie bei der altbekannten Fernsehserie „Aktenzeichen XY ungelöst“ auf Facebook die Nutzer um Hinweise und Mithilfe bei der Aufklärung von Verbrechen bittet. Die Erfolge sind so groß, dass man trotz der immer wieder vorgetragenen Kritik von Datenschützern nun überlegt, wie man soziale Netzwerke noch nutzen kann. Auch die hessische Polizei denkt darüber nach, wie sie Facebook nutzen kann – nicht nur, um dort verdeckt zu ermitteln.

Es gibt noch weitere positive Beispiele für die Nutzung des Netzwerkes. Mir ist noch der Fall des Schülers Martin Stolle vor Augen. Er war an Leukämie erkrankt und im Altkreis Gelnhausen – teilweise sogar darüber hinaus – gab es eine Welle der Solidarität. Die vielen Leute, die sich aufgrund des Aufrufs auf Facebook typisieren ließen, um zu prüfen, ob sie als Knochenmarkspender infrage kommen, übertrafen alle Erwartungen. Doch damit nicht genug. Der junge Mann mit einer wirklich beeindruckenden Haltung gründete eine Facebookgruppe mit dem Namen „Martin Stolle gegen Leukämie“, in der er andere an seinen Erfahrungen teilhaben ließ und damit auch anderen an Krebs erkrankten Mut machen will.

Für mich und meine politische Arbeit ist das soziale Netzwerke neben den örtlichen Tageszeitungen die zweite wichtige Säule, um Menschen im Altkreis Gelnhausen (und darüber hinaus) über meine Arbeit zu informieren. Der große Vorteil ist darüber hinaus, dass ich eine unmittelbare Reaktion bekomme. So merke ich, welche Themen den Bürgerinnen und Bürgern wichtig sind und welche nicht. Immer mehr nutzen diese Möglichkeit, meine politische Arbeit zu verfolgen. Ich möchte daher derzeit Facebook nicht missen. Ob es in den nächsten Jahren ein neues soziales Netzwerk geben wird, dass Facebook ablöst, werden wir erleben. Die Chancen, die diese Art von Kommunikation bietet, sollten wir nutzen.

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2 Kommentare.

  1. Zustimmung. HundertPro!
    Es hat jeder selbst in der Hand wie er postet und was er postet!

  2. Ich stimme weitesgehend auch zu, doch ist die Tonalität in diesem Artikel doch recht einseitig. Ich bin auch ein begeisterter Nutzer von Social Media und es ist täglicher Begleiter privat wie beruflich. Jedoch kann nicht jeder sein handeln reflektieren, insbesondere wenn man sich die Nutzerstrukturen anschaut. Ein 14jähriger Schule ist nicht in der Lage sein handeln in sozialen Netzwerken zu reflektieren, ebenso wenig wie jemand mit einen geringen Bildungstand.

    Die Aufklärung ist bisher immer noch sehr einseitig entweder „Facebook“ (exemplarisch) wird als Datenkrake hingestellt oder es folgt eine Darstellung die der Ihren nahe kommt. Die jeweils einseitige Betrachtung erschwert mMn die Legitimierung des Web 2.0, in der öffentlichen, politischen und wirtschaflichen Wahrnehmung.

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