„Die Ehe ist ein äußerliches, weltlich Ding…“

Der Deutsche Bundestag stimmt über die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ab. Bis auf die Adoption hat der Gesetzgeber in allen anderen Bereichen unseres Rechts die Unterschiede zwischen heterosexuellen und gleichgeschlechtlichen Paaren beseitigt. Darüber hinaus ist die Ehe – in unserem Kulturkreis stark mit dem christlichen Glauben verknüpft – eine wichtige Grundlage für das Zusammenleben in Familien mit Kindern und eine Verantwortungsgemeinschaft zwischen Erwachsenen. Nun entscheiden die Abgeordneten des Deutschen Bundestages ihrem Gewissen folgend über diese wichtige gesellschaftspolitische Frage.

Ich werde für die Öffnung der Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare stimmen und möchte diesen Schritt gerne begründen. Wer meine politische Arbeit verfolgt, den wird dies nicht wundern, denn ich habe immer wieder deutlich gemacht, dass ich in dieser Frage eine andere Haltung vertrete als es der Beschlusslage meiner Partei entspricht. Ich habe aber auch erlebt, dass viele unserer Mitglieder und Wähler mit dieser offiziellen Haltung der Partei nicht glücklich waren oder sind.

Mir ist vorab wichtig: Ich habe Respekt vor anderen Meinungen. Darum finde ich es teilweise unerträglich, mit welchen Vorwürfen und Attacken diejenigen bedacht werden, die sich gegen eine Öffnung von Ehe für gleichgeschlechtliche Paare stellen. Auch sie haben Argumente, die man nicht teilen muss, aber die Gehör verdienen. Dies gilt ganz besonders für Menschen katholischen Glaubens, für die die Ehe zwischen Mann und Frau ein heiliges Sakrament ist, aber allgemein für jeden, der eine Öffnung der Zivilehe mit seinem christlichen Eheverständnis nicht überein bringen kann. Denn am Ende ist eine Gewissensentscheidung immer mit den Werte- und Moralvorstellungen eines jeden Einzelnen verbunden. Ich bin stolz darauf, dass es in der Volkspartei CDU möglich ist, sich in dieser grundsätzlichen Frage trotz unterschiedlicher Meinung mit Respekt zu begegnen. Diesen Respekt würde ich mir in sozialen Netzwerken, von den politischen Mitbewerbern und an anderer Stelle in der aktuellen Diskussion ebenfalls wünschen.

Warum stimme ich als Abgeordneter für die Öffnung der Ehe? Die obligatorische staatliche Zivilehe – und um die geht es – gibt es seit dem Jahr 1874. Eingeführt wurde sie im Rahmen des Kulturkampfes unter Otto von Bismarck. Sie ist die Grundlage und der Rechtsrahmen für das verbindliche Zusammenleben von Mann und Frau aus Sicht des Staates. Und es ist gut, dass der Staat hier einen verbindlichen Rechtsrahmen definiert. Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der nicht jeder sofort nach dem Staat ruft, sondern in der Menschen füreinander Verantwortung übernehmen – bei Krankheit, Arbeitslosigkeit und bei anderen Problemen.

Wenn künftig auch gleichgeschlechtliche Paare das im Rahmen der Ehe tun, dann befürworte ich das. Der Artikel 1 unseres Grundgesetzes stellt die Würde des Menschen an die erste Stelle. Wir wollen zudem in einer Gesellschaft leben, in der niemand aufgrund seiner Herkunft, seiner Meinung, seines Glaubens oder seiner sexuellen Orientierung diskriminiert wird. Wahr ist: Gerade Homosexuelle haben trotz dieses Gebots immer wieder gesellschaftliche Diskriminierung und auch eine Diskriminierung durch die Politik erleiden müssen. Es ist wichtig, dass die Politik durch diese Entscheidung das Signal aussendet, dass wir Diskriminierung und Homophobie, die in unserer Gesellschaft existiert, nicht hinnehmen.

Warum stimme ich als Christdemokrat für die Öffnung der Ehe? Ich erinnere mich noch gut daran, dass gerade linke Parteien von der SPD über die Grünen bis hin zur Linkspartei in meiner Jugend immer wieder gegen die Ehe zu Felde zugezogen sind. „Altmodisch“ und „überholt“ sei die Ehe. Ein „Unterdrückungsinstrument“ gegenüber der Frau und eine staatliche Bevormundung, weil sie durch die Privilegierung, die sie dank des Grundgesetzes genießt, Menschen zur Heirat zwinge. Schon damals hat die politische Linke die Tatsache ignoriert, dass sich die meisten jungen Menschen eine auf Dauer angelegte Partnerschaft in Form der Ehe als ideale Beziehungsform wünschen. Dass Krisen und Brüche im Leben oft dazu führen, dass Ehen scheitern, hat nichts damit zu tun, dass dieser Wunsch und diese Sehnsucht nach einer solchen dauerhaften Beziehung eher noch zugenommen haben. Heute ist es sogar so, dass gleichgeschlechtliche Paare auch deshalb nicht alleine nach der rechtlichen Gleichstellung mit der Ehe streben, sondern ihre verbindliche Partnerschaft als Ehe bezeichnen wollen. Das spricht dafür, dass die politische Linke diesen Kulturkampf verloren hat.

Warum stimme ich als evangelischer Christ für die Öffnung der Ehe? Schon Luther hat gesagt, die Ehe sei „ein äußerliches, weltlich Ding“. Im Gegensatz zur katholischen Kirche ist für uns evangelische Christen die Ehe kein heiliges Sakrament. Um nicht falsch verstanden zu werden: Evangelische Christen streben in gleicher Weise danach, vor Gott den Bund fürs Leben zu schließen. Ohne ein sakramentales Eheverständnis mag es für einen evangelischen Christen leichter sein, mit dem Scheitern einer bis zum Lebensende angelegten Beziehung umzugehen und eine neue Bindung einzugehen. Nun hat Luther nichts zur Trauung bzw. Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren gesagt. Woran soll man sich also in dieser Frage, wenn man sich ihr aus christlicher Sicht nähern will, orientieren? Ganz lutherisch kann man sich dann nur direkt an die Heilige Schrift selbst wenden. Mir sind die Bibelstellen bekannt, auf die gerne verwiesen wird, um zu begründen, warum die Ehe allein Mann und Frau vorbehalten ist. Ich will ganz ehrlich sagen, dass mich das nicht überzeugt. Jesus Christus, der Sohn Gottes, Maßstab für unser Handeln, hat im Neuen Testament an keiner Stelle etwas zur gleichgeschlechtlichen Liebe gesagt. Deswegen liegt es nah, dass es keine Bekenntnisfrage ist, wie man sich zur Öffnung der Ehe stellt. Im Sinne Jesu könnte man auch argumentieren, dass für ihn immer der Mensch im Mittelpunkt steht und Gottes Liebe allumfassend ist.

Abschließend möchte ich neben allem Trennenden zwischen der evangelischen und katholischen Kirche in dieser Frage eines betonen: Beide Kirchen schätzen von allen unterschiedlichen Lebensformen Ehe und Familie besonders hoch, denn gerade in diesen Bindungen lernt ein Mensch Elementares für das gesellschaftliche Miteinander: Verantwortung für Andere zu übernehmen und sich selbst dabei hintenanzustellen. Eine Familie ist nach diesem Verständnis als Schule für das Leben, aber auch als Ort der Lebens- und Glaubensweitergabe zu verstehen und zu schützen. Als Christ muss ich aber zur Kenntnis nehmen, dass viele Menschen nicht mehr in klassischen Familienmodellen aufwachsen, dass aus vielerlei Gründen das klassische Familienmodell nicht mehr als Lebensform ausgewählt wird, nicht ausgewählt werden kann oder dass Menschen in ihrer Ehe und Familie scheitern. Gerade dann ist es auch Aufgabe und Herausforderungen für die Kirchen, in ihrer seelsorgerischen Arbeit vor Ort für diese Menschen Antworten und Halt zu geben. Und dann darf ich ebenso voller Respekt und Stolz feststellen, dass für die Seelsorge irrelevant ist, welches Ehe- oder Familienverständnis beim Gegenüber vorherrscht. Denn dies macht unser christliches Menschenbild und Werteverständnis ebenso aus. Das sollten die, die die Kirchen immer leichtfertig kritisieren, bedenken.

Ich hätte mir gewünscht, dass wir diese Debatte mit mehr Zeit und mehr Austausch geführt hätten. Aber Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit. Und das führt mich am Ende zu einem „Ja“ in der Abstimmung.

14 Kommentare zu “„Die Ehe ist ein äußerliches, weltlich Ding…“Einen Kommentar schreiben →

  1. Herzlichen Dank für Ihr offenes, evangelisch-christliches Statement!!
    Als Pfarrerin/ Seelsorgerin ist diese Entscheidung nicht nur im Interesse der Menschen geboten sondern historisch und politisch überfällig!

  2. Jeder Unionsabgeordnete der heute mit Ja stimmt ist Balsam für meine konservative Seele. Ich bin heterosexuell, verheiratet und katholisch. Ich betrachte die kirchlich geschlossene Ehe in der Tat als heiliges Sakrament, was im Umkehrschluß aber keineswegs bedeutet, eine nicht kirchlich geschlossene Ehe würde ich nicht quasi genauso ernst nehmen. Und ich finde ein richtig, ein humanistisch verstandener Konservativismus definiert sich, was die Ehe betrifft, zwar absolut dadurch sie als Wert in unserer Gesellschaft hochzuhalten – aber eben gerade NICHT dadurch, den Leuten zu vorzuschreiben was eine Ehe ist und was nicht. Auch bin ich geradezu angewidert von dem Argument, eine homosexuelle Ehe brächte keine Nachkommen. Denn wenn man eine Ehe zur reinen Nachkommenaufzuchtgemeinschaft degradiert, entwertet man sie ja auch irgendwie massiv – und das obwohl gerade eine Entwertung der klassischen Ehe es ja ist, die die Gegner einer Öffnung der Ehe so sehr befürchten.

    Die Öffnung der Ehe für alle Menschen, egal welcher sexuellen Orientierung, empfinde ich persönlich über den konkreten Sachverhalt hinaus aber auch als Brennglas eines grundsätzlichen Problems, nämlich einer gewissen Orientierungslosigkeit was Konservativismus und ein konservatives Selbstverständnis betrifft. Das beginnt schon damit, daß man uns Konservativen das Wort geklaut hat. Früher, vor 20 Jahren oder so, waren wir „konservativ“ oder auch „rechts“, ohne daß das was Anstößiges gewesen wäre. Während Linke sich immer noch links oder sozialistisch nennen (dürfen), bezeichnet „konservativ“ in der überwiegenden, gesellschaftlichen Wahrnehmung mittlerweile jedoch das, wozu man früher „reaktionär“ gesagt hat, und „rechts“ wird fast automatisch mit „rechtsextrem“ oder „rechtspopulistisch“ gleichgesetzt. Wertkonservative Menschen mit einem modernen, heutigen Menschen-, Familien- und Gesellschaftsbild und einer explizit ökologischen Gesinnung, die aber dennoch eindeutig keine Sozialdemokraten sind, scheinen weder in dieser veränderten Semantik noch in politischen Programmen wirklich Platz zu finden. Gerade bei uns in Bayern, wo die CSU in vielen Punkten näher an der AfD als an der CDU ist. Als Mensch mit einer klar definierten, politischen Einstellung tut es mir geradezu weh, nicht wirklich zu wissen, was ich bei der nächsten Bundes- und Landtagswahl wählen soll. Denn weder will ich zurück in die 50er Jahre, wofür die CSU unter Horst Seehofer steht (vom Gestus seiner Amtsführung mal noch ganz abgesehen…), noch kann ich befürworten, was der linke Flügel der Grünen propagiert. Es ist ein echtes Dilemma, indem ich mich politisch sehe – und ich bin da keine singuläre Erscheinung. Wir sind MODERNE Konservative, und wir sind Viele, aber paradoxerweise scheint niemand uns wirklich politisch vertreten zu wollen. Zu sehen daß es Unionsabgeordnete gibt, die heue mit Ja stimmen, läßt mich aber immerhin ein wenig für die Zukunft hoffen.

  3. Ja, die Ehe ist eine gute Institution. Da stimme ich Ihnen voll zu! Ich wäre sehr gerne noch verheiratet. Leider hat es aber nicht geklappt. Und leider geht das ganz vielen Menschen so.
    Ich habe während meiner Ehe sogar mit dafür gesorgt, dass 2 Kinder geboren wurden. Sind übrigens ganz tolle Kinder, die beide sicher ihr Abitur bestehen und später wertvolle Beiträge für unsere Rentenkasse leisten werden.
    Jetzt würde ich nur mal sehr gerne wissen, warum nach der gescheiterten Ehe durch den Staat noch zusätzlich bestraft wurde???
    Nach der Ehe musste ich mir eine Wohnung suchen, die 2 Kinderzimmer hatte. Die Düsseldorfer Tabelle verlangte mir anfangs 650 EUR monatlich ab. Mittlerweile brauche ich monatlich rund 1.000 EUR nur für meine Kinder. Meine Exfrau musste natürlich ebenfalls eine Wohnung mit 2 Kinderzimmern und wie einen kpl. Haushalt finanzieren. Eine Doppelbelastung, die der Staat durch den Wegfall des Steuervorteils vom Ehegattensplitting zusätzlich bestraft.
    Unsere Kinder haben wir doch durch die Scheidung nicht verloren. Die müssten dann aber auch darunter leiden, dass es ihren beiden Elternteilen danach finanziell deutlich schlechter ging.
    Das ist ein kapitaler Fehler in ihrem tollen Sozialsystem!!
    Kein Wunder, wenn ca. 75% der Unterhaltspflichtigen ihren Verpflichtungen nicht oder nur teilweise nachkommen. Und ich darf das als Steuerzahler auch noch mitfinanzieren, weil die Betroffenen nämlich vom Staat sogenannte Unterhaltsvorschüsse bekommen.
    Können Sie verstehen, warum ich für den Wegfall des Steuervorteils für Ehegatten und für deutlich mehr Kindergeld plädiere??

    Grüße,
    Volker Steinmüller, Linsengericht

  4. Die Verheirateten aus Homoehen werden ja jetzt vermutlich auch vom Steuervorteil aus dem Ehegattensplitting profitieren – oder?
    Ich habe überhaupt nichts gegen Homoehen. Diese Menschen können genauso wenig aus ihrer Haut heraus wie Heteros. Ich habe aber kein Verständnis dafür, dass heute noch Ehen staatlich finanziell gefördert werden müssen. Warum? Eine Förderung für Kinder ist dagegen als Investition in die Zukunft sehr wichtig.

    1. Das ist ein treffender Kommentar, ich stimme dem voll zu. Eine Ehe nur aus finanziellen Gründen zu schließen, spiegelt ja auch nicht gerade die Idealvorstellung wider, dass zwei Menschen füreinander Verantwortung übernehmen wollen, sondern es fördert die finanzielle Abhängigkeit und Ungleichheit zweier Partner. Die Abstimmung über die Homoehe wurde so lange mit spitzen Fingern angefasst und siehe da, die „hau-ruck“ Aktion unter offenem Namen war das Ehrlichste, was ich seit langem in der Politik gesehen habe, denn man konnte sich nicht hinter dubiosen Koalitionsverträgen verstecken, sondern musste richtige Gründe für die Entscheidung heranziehen, und es war offenbar gar nicht so schwer und schlimm. Daher als nächstes: Ehegattensplitting abschaffen – das hat genauso wenig Berechtigung und Argumentationsgrundlage wie die Zivilehe für heterogene Paare. Das Geld kann man dann in Kinderbetreuung und Grundschulen stecken.

  5. Herr Steinmüller.

    Zu erst einmal: es heißt nicht Homoehe, sondern Ehe.

    Steuersplitting war bereits auch in „eingetragenen Lebenspartnerschaften“ möglich – aber erst nachdem das BVerfG imm Jahr 2013 das angeordnet hat – 12 Jahre nach Einführung dieses Rechtsinstituts. Als das damals diskutiert wurde, wurde von einem Betrag von ca. 30 Mio € Steuermindereinnahmen gesprochen. Die Ehen hatten damals ca. 15 Mrd € Steuervorteil aus dem Ehegattensplitting. Übrigens von Tag 1 an galt für ELPse die Pflicht zum gegenseitigen Unterhalt incl. Nachschusspflicht nach einer Trennung.

    Zur Förderung von Kindern dient der Kinderfreibetrag. Den können auch homosexuelle Menschen für ihre leiblichen (oder adoptierten) Kinder beanspruchen.

  6. Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit – wie wahr!
    Und: Politik ist nicht mehr und nicht weniger als die Abbildung gesellschaftlicher Realitäten. Und schwule/lesbische Partnerschaften sind nun einmal bei uns gesellschaftliche Realität.
    Das Sakrament der Ehe im kirchlichen Sinne ist in meinen Augen etwas anderes. Ich kann nicht erkennen, dass gleichgeschlechtliche Liebe und die Ehe vor Gott zusammenpassen. Für mich jedenfalls nicht.

  7. Eigentlich finde ich es traurig, dass die Politiker sich um alles kümmern müssen. Wir haben für alles Ruchtlinien und Bestimmungen.
    Fühle mich in manchen Bereichen nahezu in meiner Entscheidungsfreiheit beraubt. Sind wir Menschen so unmündig. Wissen wir nicht um unsere Verantwortung , hier besonders, hinsichtlich der Vorbildfunktion unseren
    Kindern gegenüber?
    Frage mich immer öfter, wann wird der „Führerschein “ für Eltern Pflicht?
    Darüber sollte zuerst nachgedacht werden.
    Leider entscheidet in vielen Fällen doch das rücksichtslos und verantwortungslose EGO.
    In der ganzen Diskussion geht es im Grunde um eine Entscheidung, die die
    Schwächsten zu tragen haben. Orientierungslose Kinder

  8. Lieber Peter Tauber, ich kann jedes Wort von Ihnen unterschreiben. Leute wie Sie sind die Zukunft der CDU.
    Helmut Heuser
    Stadtverordneter und Fraktionsvors.
    a. D. Frankfurt am Main

  9. Das Recht des Kindes auf Vater und Mutter

    Zehn Gründe gegen ein Adoptionsrecht für homosexuell lebende Paare

    Christl R. Vonholdt

    1. Jedes Kind hat ein Recht auf Mutter und Vater. In der Struktur einer homosexuellen „Familie“ wird dieses Recht dem Kind geplant und bewusst verwehrt. Das ist eine grundlegende Verletzung des Kindesrechts.

    2. Ein Kind, das in dem Bewusstsein aufwächst, seine beiden Eltern seien zwei Frauen oder zwei Männer, wird in seinem Wissen um seinen zweigeschlechtlichen Ursprung manipuliert. Das wird sich negativ auf seine Identitätsbildung auswirken.

    3. Verschiedenheit ist immer ein größerer Entwicklungsanreiz als Gleichheit. Die Forschung der letzten vierzig Jahre zeigt übereinstimmend, dass Mutter und Vater geschlechtsabhängig Verschiedenes in die Entwicklung der Kinder einbringen. Ein Kind, das bei einem homosexuell lebenden Männer- oder Frauenpaar lebt, ist daher von vornherein in seinen Entwicklungsmöglichkeiten benachteiligt.

    4. Die besten Voraussetzungen zur Entwicklung einer sicheren Geschlechtsidentität hat ein Kind, wenn es in der Geschlechterspannung von Mutter und Vater aufwachsen kann. Bei einem homosexuell lebenden Frauen- oder Männerpaar wird dieser Entwicklungsvorteil dem Kind bewusst vorenthalten.

    5. Wenn Vater oder Mutter tragischerweise fehlen wie etwa bei Alleinerziehenden, hat das Kind die Möglichkeit, diesen Verlust zu betrauern und konstruktiv zu bearbeiten. Wenn dem Kind dagegen vermittelt wird, eine homosexuelle „Familie“ sei eine vollständige, nur eben alternative Familienform, verhindert dies, dass das Kind den realen Verlust von Vater oder Mutter betrauern kann. Damit bleibt der Verlust abgespalten und wird sich destruktiv auf die psychosoziale Entwicklung des Kindes auswirken.

    6. Es gibt erhebliche Lebensstilunterschiede zwischen homosexuell und heterosexuell lebenden Paaren. Statistisch gesehen ist die Promiskuität bei homosexuell lebenden Männern deutlich höher als in einer üblichen Vater-Mutter-Beziehung. Das wirkt sich destruktiv auf die Bindungsbedürfnisse von Kindern aus.

    7. Die allermeisten Studien, die eine angebliche Gleichheit von homosexueller mit heterosexueller Elternschaft behaupten, haben gravierende methodische Mängel. Aus keiner vorliegenden Studie können derart weitreichende Schlussfolgerungen gezogen werden.

    8. Für die lesbisch lebende Frau ist es kennzeichnend, dass sie den Mann und das Männliche in der Nähebeziehung nicht haben will oder haben kann. Dies wird sich erschwerend und hemmend auf die männliche Identitätsentwicklung von Jungen auswirken.

    9. Für das Mädchen ist der Vater das wichtigste Rollenvorbild dafür, was es selbst einmal von einem Mann erwarten kann. Studien zeigen: Adoleszente Mädchen, die ohne Vater aufgewachsen sind, haben größere Nähe-Distanzprobleme zu gleichaltrigen Jungen und werden häufiger ungewollt schwanger.

    10. Wenn bei einem vollen Adoptionsrecht in der Geburtsurkunde eines Kindes zwei Frauennamen oder zwei Männernamen statt eines Frauen- und eines Männernamens stehen, wird das Kind auch dadurch in seinem Wissen um seinen zweigeschlechtlichen Ursprung getäuscht.

  10. 75 MdB’s der CDU/CSU stimmten dafür, 225 dagegen. Das sind 65 %, die sich vermutlich auf die grundgesetzlichen Bedenken bezüglich der KONSEQUENZEN aus einer Volladoption beziehen.

    Jeder soll so leben wie er will. Gut so. Aber ist es auch gut, einem Kind eine vorbildliche familiäre sexuelle Welt vorzuleben, die es selbst später verabscheuen könnte? Ein Mädchen und ein Junge, beide 15, unterhalten sich im Jahre 2032 über ihre Eltern. Das Mädchen: Ich habe zwei Mütter. Bald merkte ich, dass nur eine meine Mutter sein konnte. Seit 2 Jahren weiß ich, dass auch ich lesbisch bin. In meiner ganzen Kindheit habe ich darunter gelitten, keinen Vater zu haben. Ich vermisse zutiefst den väterlichen Teil in meiner Erziehung. Alle Nachbarskinder hatten einen Vater. Ich fühle mich nach wie vor als aussätzig und die Sehnsucht nach einem natürlichen Vater brennt in mir. Der Junge: Ich bin nicht homosexuell wie meine beiden Erziehungsberechtigten. Sie haben mich zwar gut erzogen, aber es hat in meiner Erziehung die mütterliche Seite der Erziehung gefehlt. Ich habe eine Freundin, die ich darum beneide, wie sie von Mutter und Vater und den Unterschieden spricht. Auch ich habe darunter gelitten, keine natürliche Mutter zu haben.

    Mädchen und Junge: Es ist ein grundsätzliches Menschenrecht, Vater und Mutter zu haben. Wer berechtigte 2017 die Abgeordneten, uns Ungeborenen Vater oder Mutter zu berauben? Schlimm genug, dass es durch Krieg, Scheidungen und aus anderen Gründen für Kinder die Ungerechtigkeit eines unvollständigen Familienlebens gibt. Aber dass ein Staat diesen Missstand auch noch per Gesetz unschuldigen Kindern zumutet, ist ein unverantwortlicher Eingriff in die Menschrechte. Die 65% sehen das sicher ähnlich.

    Jeder soll nach der Pubertät gemäß seiner sexuellen Selbstbestimmung leben dürfen. Aber niemand hat das Recht, einem Kind zwangsweise seit Geburt eine Welt vorzuleben, die es später aus natürlichen Gründen nicht teilen kann. Die Parteien und Abgeordneten, die dieses Gesetz vor uns zu verantworten haben, sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie mit dem Recht auf Adoptionen Gleichgeschlechtlichen auf Kosten von Kindern nur das Gefühl geben, nicht „anders“ zu sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.