Pilgerreise Tag 2: von Linum nach Wusterhausen

Am zweiten Tag wollen wir bis Wusterhausen laufen. Zunächst wird aber gefrühstückt, danach wollen wir uns die wunderschöne Kirche von Linum näher ansehen. Die großen Storchennester entlang der Hauptstraße des Dorfes sind beeindruckend. Nicht in jedem Nest sitzt ein Storchenpaar, aber die, die da sind, machen ihrem Namen als Klapperstorch alle Ehre. Ich habe noch keine Beschwerden beim Laufen, aber um Max mache ich mir ein paar Sorgen. Er hat schon fast alle Blasenpflaster verbraucht. Nun frühstücken wir aber erstmal.
Etwas Wegzehrung haben wir beim Dorfbäcker erworben, und Schwester Anneliese, die im alten Pfarrhaus neben der Kirche wohnt, war so freundlich, uns die alte gotische Kirche aufzuschließen. Die Schwester, deren offensichtlich biblisches Alter wir nicht zu schätzen vermochten, erzählte uns allerhand über die Geschichte der Kirche und des Dorfes, das früher weit über 2.000 Einwohner zählte und vom Torfabbau lebte. In dieser Zeit bat man den preußischen König Wilhelm I. um einen Neubau der zu klein gewordenen Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Die Krone Wilhelms ziert bis heute die Kirchtumsspitze. Schwester Anneliese, die sicher auch nach uns noch vielen Pilgern, die an ihr Fenster klopfen, die schöne alte Kirche zeigen wird, schlossen wir in unser Gebet mit ein und zogen weiter.
Unser Weg führte uns an den Dörfern Hakenberg und Tarnow vorbei. Die im preußischen Klassizismus erbaute Kirche von Tarnow prägt das Bild des verschlafenen aber zugleich idyllischen Dorfes. Uns zog es aber schnell weiter nach Fehrbellin, den Ort, in dem 1675 der große Kurfürst die Schweden schlug und damit Preußens Machstellung begründete. Ein Denkmal erinnert daran. Aufgrund des noch langen Weges wagten wir hier keinen historischen Exkurs und müssen wohl noch einmal wieder kommen.
An einer kleinen Brücke über den Rhin machen wir Halt. Max hat in Fehrbellin sämtliche Pflastervorräte der Kurfürsten-Apotheke leer gekauft und die kommen jetzt zum Einsatz. Mir tut bis jetzt nur die rechte Ferse weh.
Inzwischen begann es zu regnen. Aber dank unserer guten Ausrüstung und einer Tüte Gummibärchen kann uns das nicht schrecken. Die einsame Landschaft ist herrlich ruhig. Keine Autobahn, kein Fluglärm ist zu hören. Wir erleben Wildwechsel, begegnen einer Schafherde und nur die Traktoren der Bauen erinnern uns daran, dass wir im 21. Jahrhundert leben. Alle Menschen, denen wir begegnen, grüßen freundlich. Manche halten an und fragen nach unserem Ziel. Wenn wir sagen, dass wir noch bis Wusterhausen wollen, staunt der ein oder andere ungläubig.
Das Dörfchen Protzen liegt leicht ab des Weges. Einfach vorbeilaufen sollte man aber auf keinen Fall. Auch Theodor Fontane erwähnt den Ort, der Stammsitz der Familie von Kleist war. Solche berühmten preußischen Namen begegnen uns fast überall.
Einen Besuch wert ist die schöne alte aus dem 13. Jahrhundert stammende Feldsteinkirche in Manker. Das daneben stehende Pfarrhaus ähnelt dem Haus, in dem Schwester Anneliese wohnt. Wir fragen uns, ob noch mehr Pfarrhäuser in diesem fast italienlisch wirkenden Stil erbaut wurden.
Der Regen und die Kilometer fordern ihren Tribut. Wir schleppen uns mehr recht als schlecht vorwärts. Leider trifft man aufgrund des Regens auch keine Menschen mehr, obwohl jetzt am späten Nachmittag offensichtlich viele auf dem Weg nach Hause sind.
Unser Mobiltelefon ist zum Gesangbuch mutiert. Wenigstens klingt unser „Großer Gott wir loben Dich“ noch recht kraftvoll. Bei „Nun danket Alle Gott“ sind wir noch nicht so textsicher. Das singen wir nicht in geschlossenen Ortschaften, damit man uns keine Steine nachwirft.
Angekommen in Wusterhausen sind wir heute sehr müde und erschöpft, aber auch ein bißchen euphorisch. Nun liegen insgesamt 74 Kilometer hinter uns. In Linum, von wo aus wir heute früh aufbrachen, lebte einst Luise Hensel. Von der Pastorentochter und Nichte von Felix Mendelsohn-Batholdys stammt das bekannte Gebet „Müde bin ich, geh zur Ruh, schließe beide Äuglein zu…“ das passt heute richtig gut.

Am zweiten Tag wollen wir bis Wusterhausen laufen. Zunächst wird aber gefrühstückt, danach wollen wir uns die wunderschöne Kirche von Linum näher ansehen. Die großen Storchennester entlang der Hauptstraße des Dorfes sind beeindruckend. Nicht in jedem Nest sitzt ein Storchenpaar, aber die, die da sind, machen ihrem Namen als Klapperstorch alle Ehre. Ich habe noch keine Beschwerden beim Laufen, aber um Max mache ich mir ein paar Sorgen. Er hat schon fast alle Blasenpflaster verbraucht. Nun frühstücken wir aber erstmal.
Etwas Wegzehrung haben wir beim Dorfbäcker erworben, und Schwester Anneliese, die im alten Pfarrhaus neben der Kirche wohnt, war so freundlich, uns die alte gotische Kirche aufzuschließen. Die Schwester, deren offensichtlich biblisches Alter wir nicht zu schätzen vermochten, erzählte uns allerhand über die Geschichte der Kirche und des Dorfes, das früher weit über 2.000 Einwohner zählte und vom Torfabbau lebte. In dieser Zeit bat man den preußischen König Wilhelm I. um einen Neubau der zu klein gewordenen Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Die Krone Wilhelms ziert bis heute die Kirchtumsspitze. Schwester Anneliese, die sicher auch nach uns noch vielen Pilgern, die an ihr Fenster klopfen, die schöne alte Kirche zeigen wird, schlossen wir in unser Gebet mit ein und zogen weiter.
Unser Weg führte uns an den Dörfern Hakenberg und Tarnow vorbei. Die im preußischen Klassizismus erbaute Kirche von Tarnow prägt das Bild des verschlafenen aber zugleich idyllischen Dorfes. Uns zog es aber schnell weiter nach Fehrbellin, den Ort, in dem 1675 der große Kurfürst die Schweden schlug und damit Preußens Machstellung begründete. Ein Denkmal erinnert daran. Aufgrund des noch langen Weges wagten wir hier keinen historischen Exkurs und müssen wohl noch einmal wieder kommen.
An einer kleinen Brücke über den Rhin machen wir Halt. Max hat in Fehrbellin sämtliche Pflastervorräte der Kurfürsten-Apotheke leer gekauft und die kommen jetzt zum Einsatz. Mir tut bis jetzt nur die rechte Ferse weh.
Inzwischen begann es zu regnen. Aber dank unserer guten Ausrüstung und einer Tüte Gummibärchen kann uns das nicht schrecken. Die einsame Landschaft ist herrlich ruhig. Keine Autobahn, kein Fluglärm ist zu hören. Wir erleben Wildwechsel, begegnen einer Schafherde und nur die Traktoren der Bauen erinnern uns daran, dass wir im 21. Jahrhundert leben. Alle Menschen, denen wir begegnen, grüßen freundlich. Manche halten an und fragen nach unserem Ziel. Wenn wir sagen, dass wir noch bis Wusterhausen wollen, staunt der ein oder andere ungläubig.
Das Dörfchen Protzen liegt leicht ab des Weges. Einfach vorbeilaufen sollte man aber auf keinen Fall. Auch Theodor Fontane erwähnt den Ort, der Stammsitz der Familie von Kleist war. Solche berühmten preußischen Namen begegnen uns fast überall.
Einen Besuch wert ist die schöne alte aus dem 13. Jahrhundert stammende Feldsteinkirche in Manker. Das daneben stehende Pfarrhaus ähnelt dem Haus, in dem Schwester Anneliese wohnt. Wir fragen uns, ob noch mehr Pfarrhäuser in diesem fast italienlisch wirkenden Stil erbaut wurden.
Der Regen und die Kilometer fordern ihren Tribut. Wir schleppen uns mehr recht als schlecht vorwärts. Leider trifft man aufgrund des Regens auch keine Menschen mehr, obwohl jetzt am späten Nachmittag offensichtlich viele auf dem Weg nach Hause sind.
Unser Mobiltelefon ist zum Gesangbuch mutiert. Wenigstens klingt unser „Großer Gott wir loben Dich“ noch recht kraftvoll. Bei „Nun danket Alle Gott“ sind wir noch nicht so textsicher. Das singen wir nicht in geschlossenen Ortschaften, damit man uns keine Steine nachwirft.
Angekommen in Wusterhausen sind wir heute sehr müde und erschöpft, aber auch ein bißchen euphorisch. Nun liegen insgesamt 74 Kilometer hinter uns. In Linum, von wo aus wir heute früh aufbrachen, lebte einst Luise Hensel. Von der Pastorentochter und Nichte von Felix Mendelsohn-Batholdys stammt das bekannte Gebet „Müde bin ich, geh zur Ruh, schließe beide Äuglein zu…“ das passt heute richtig gut.

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