„Parteigeneräle in die Produktion!“

Als wir in Berlin Anfang des Jahres über die Auswirkungen des Mindestlohns gestritten haben, forderte eine Handelsblatt-Kolumne: „Parteigeneräle in die Produktion!“ Und genau das werde ich in der kommenden Woche tun. Aber nicht, weil ich medial dazu aufgefordert wurde. Auch früher, als ich „nur“ Abgeordneter für meinen Wahlkreis war, habe ich die parlamentarische Sommerpause genutzt, mir vor Ort einen Einblick davon zu verschaffen, wie das, was wir in Berlin beschließen, in den Betrieben ankommt und sich auswirkt. Damals habe ich unter anderem beim Friseur und in einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderungen mitgearbeitet.

Früh morgens geht es los mit dem Praktikum beim Bäcker. / Foto: Tobias Koch

Früh morgens geht es los mit dem Praktikum beim Bäcker. / Foto: Tobias Koch

 

Die CDU-geführte Bundesregierung hat in der ersten Hälfte dieser Legislaturperiode sehr viel auf den Weg gebracht, was gerade für den Mittelstand spürbar ist. Wie genau, werde ich mir in der kommenden Woche anschauen. Und mit den Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Auszubildenden in den Betrieben darüber sprechen, was wir noch besser machen können und worauf wir bei geplanten Vorhaben achten sollten. Dazu gehört zum Beispiel die Frage, was wir tun können, um die Bürokratie beim Mindestlohn weiter zurückzufahren. Oder das Thema „Flexi-Rente“: Wir als CDU wollen die Möglichkeiten verbessern, freiwillig über das Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten. Wie müssen wir das ausgestalten? Wir als CDU kämpfen für ein Freihandelsabkommen mit den USA. Welche Chancen eröffnen sich dadurch gerade auch für den deutschen Mittelstand? Wie können wir angesichts des Fachkräftemangels Betrieben helfen, beispielsweise durch Einwanderung ihre offenen Stellen zu besetzen? Wie wirken sich unsere Beschlüsse zur Energiepolitik oder zur Erbschaftssteuer aus? Aber auch ganz unmittelbar: Mit welchen Problemen muss man sich in verschiedenen Berufen täglich herumschlagen?

Darüber möchte ich ins Gespräch kommen – mit denen, die täglich im wahrsten Sinne des Wortes anpacken, die unser Land am Laufen halten, die die Leistungsträger unserer Gesellschaft sind. Allerdings werden diese Gespräche vor allem während der Pausen stattfinden, denn ich will nicht als Beobachter und Gesprächspartner vor Ort sein, sondern vor allem auch selber mitarbeiten. Denn so anstrengend der Job als Politiker in Berlin auch ist: Es ist doch etwas ganz anderes als die harte körperliche Arbeit, die viele Menschen tagtäglich zu erbringen haben. Und ich finde: Es schadet uns Berufspolitikern nicht, wenn wir das auch ab und an selbst erleben und spüren – um dann in Berlin die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Viel Zeit zum Spielen wird während des Praktikums beim Spielzeughersteller sicher nicht bleiben. / Foto: Tobias Koch

Viel Zeit zum Spielen wird während des Praktikums beim Spielzeughersteller sicher nicht bleiben. / Foto: Tobias Koch

Was genau mache ich in der kommenden Woche? Am Montag werde ich in Sachsen-Anhalt bei einem Landwirtschaftsbetrieb sein. Füttern der Kälber und Melken stehen auf dem Programm. Dienstags werde ich mich in Brandenburg als Stahlgießer versuchen. Ich bin schon sehr gespannt, was sich hinter der Tätigkeit „Bindebandabschneiden“ verbirgt. Am Mittwoch bin ich in Sachsen mit der Bundespolizei auf Streife, weiter geht es am Donnerstag in Bayern bei einem Spielzeughersteller. Dort werde ich unter anderem eine Schicht in der Montage machen. Als Abschluss werde ich am Freitag in meinem Wahlkreis einem Bäcker zur Hand gehen. Ich bin zwar kein Langschläfer, aber da geht es wirklich verdammt früh los.

Über meine Eindrücke werde ich im Laufe der Woche bei Facebook berichten, und dann am Ende hier auf meinem Blog. Ich freue mich auf spannende Gespräche, ganz neue Einblicke – und sicher auch manche Schwiele an meinen Händen.

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