{"id":841,"date":"2012-03-14T12:09:52","date_gmt":"2012-03-14T11:09:52","guid":{"rendered":"http:\/\/petertauber.wordpress.com\/?p=841"},"modified":"2017-02-16T09:31:29","modified_gmt":"2017-02-16T09:31:29","slug":"gastbeitrag-von-thomas-jarzombek-teil-3-die-kennzeichnung-b-fur-blogs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=841","title":{"rendered":"Gastbeitrag von Thomas Jarzombek Teil 3: Die Kennzeichnung &#8222;B&#8220; f\u00fcr Blogs"},"content":{"rendered":"<p>In den ersten beiden Teilen dieses Artikels habe ich die grunds\u00e4tzliche Frage beleuchtet, ob Jugendschutz im Internet \u00fcberhaupt noch sinnvoll ist und ob Jugendschutzprogramme dazu einen Beitrag leisten. Und dass sich die CDU gegen Netzsperren, f\u00fcr Medienkompetenz und neue Wege gegen Cybermobbing ausgesprochen hat. Doch was ist mit der neuen Blogger-Alterskennzeichnung \u2013 nur ein Relikt der Rundfunk\u00e4ra?<\/p>\n<p>Es riecht im Netz nach Jurassic Parc\u2026 oder? Dinosaurier der Rundfunk\u00e4ra machen sich \u00fcber die Blogger her! Oje, oje! Und die haben sich alle in der CDU versammelt!? Muss jeder k\u00fcnftig ein \u201eB\u201c auf seine Seite schreiben? Und warum? Was ist hier eigentlich los?<\/p>\n<p>Um eines vorwegzunehmen: Wir wollen eine neue Jugendschutz-Kennzeichnung nicht um die Netzgemeinde zu piesacken, sondern zum Schutz der Blogger!<\/p>\n<p>Worum geht es eigentlich? Der geltende Jugendmedienschutzsstaatsvertrag \u00fcbertr\u00e4gt die Mechanismen der Rundfunk\u00e4ra so ziemlich 1:1 auf das Internet. Das bedeutet, jeder muss seine Seite fein altersdifferenzieren. Ist der eigene Blog ab 6, 12, 16 oder 18 geeignet? Sollte dabei 16 oder 18 herauskommen, hat man zwei M\u00f6glichkeiten: Die Kennzeichnung f\u00fcr ein anerkanntes Jugendschutzprogramm oder das alte Sendezeitenprinzip, was man aus dem Fernsehen kennt. Dann darf die 16er Seite jeden Tag erst ab 22 Uhr ans Netz.<\/p>\n<p>Dies wurde immer wieder als unzeitgem\u00e4\u00df kritisiert. Und zurecht: Dort, wo nutzergenerierte Inhalte dynamisch entstehen, kann doch kein Mensch mehr eine solch exakte Altersdifferenzierung vornehmen. Und was ist au\u00dferdem mit all den ausl\u00e4ndischen Seiten? Und wieso kann ein 16j\u00e4hriger soviel weniger ertragen als ein 18j\u00e4hriger? Sehr berechtigte Fragen.<\/p>\n<p>Daher sind wir nun die ersten, die den Einstieg in ein neues System vorschlagen. Viel zeitgem\u00e4\u00dfer w\u00e4re es doch, wenn Nutzer statt der Anbieter die Jugendgef\u00e4hrdung bewerten k\u00f6nnten. Wer auf eine Seite trifft, die Pornographie enth\u00e4lt, mag dies durch einen Klick bewerten. Ebenso wenn er Gewaltdarstellungen findet. Wer hingegen eine Seite als besonders geeignet f\u00fcr Kinder empfindet, sollte auch das mitteilen k\u00f6nnen. Beispiel: So k\u00f6nnten auf einer Seite 12 Nutzer Sexualdarstellungen und 17 Nutzer Gewalt vorgefunden haben. Eine andere Seite wiederrum k\u00f6nnte von 47 Nutzern f\u00fcr Kinder empfohlen werden. Kein neues Verfahren, man findet es im Netz an jeder Ecke.<\/p>\n<p>Genau diese Nutzerbewertungen k\u00f6nnten dann per Browser-Add-In, Jugendschutzprogramm oder was auch immer ausgewertet werden und ein Hilfsmittel f\u00fcr Eltern sein. So stelle ich mir modernen Jugendschutz im Netz vor, er nutzt Schwarmintelligenz wie sehr viele anderen Plattformen auch. Wie gesagt, gesperrt wird k\u00fcnftig nach unserem Modell gar nichts mehr, es ist Basis eines m\u00f6glichen Tools f\u00fcr Eltern.<\/p>\n<p>Die Diskussionen \u00fcber ein neues System, wo Nutzer statt Expertengremien \u00fcber die Jugendgef\u00e4hrdung von Seiten urteilen, ist dabei durchaus kontrovers. Manche Jugendsch\u00fctzer betrachten diesen Systemwechsel mit Sorge. Zurecht? Wir werden sehen. Denn wir wollen das neue System ausprobieren und erst einmal neben das alte setzen. Werden dann irgendwann Nutzerbewertungen das alte Jugendschutz-System ersetzen? Auch das werden wir sehen. Es ist erst einmal ein Einstieg und eine Chance.<\/p>\n<p>Wie sieht das Missbrauchspotenzial aus? Eine wichtige Frage, denn keiner m\u00f6chte seine Website diskreditiert sehen \u2013 Diskriminierungen m\u00fcssen  verhindert werden. Wer beispielsweise auf einmal ungerechtfertigt mit pornographischen Bewertungen \u00fcbersch\u00fcttet wird, muss sich vor einer neutralen Stelle wehren k\u00f6nnen. Dazu schlagen wir eine neue Selbstkontrolle vor. Diese soll mit Leuten besetzt werden die im Netz gew\u00e4hlt werden, wie bei anderen Formen der Internet-Governance auch.<\/p>\n<p>Wie kann man nun bei diesem neuen System mitmachen? Was ist nach dieser Definition ein Blog und muss man \u00fcberhaupt seine Seite kennzeichnen? Wir setzen auf Selbstregulierung: So entscheidet jeder selbst. Wichtig ist, dass kein Betreiber seine Seite kennzeichnen muss. Doch wer nicht ausschlie\u00dfen kann, dass irgendein Nutzer Porno- oder Gewaltdarstellungen auf seiner Seite hinterl\u00e4sst, der kann das neue System nutzen um Rechtssicherheit zu erlangen. Einfach eine digitale Kennzeichnung \u201eB\u201c vornehmen und keiner kann mehr abmahnen. Ich finde, das ist ebenfalls ein gro\u00dfer Fortschritt: Abmahnsicherheit.<\/p>\n<p>Das neue System, es ist in unserem Konzept erst einmal nur eine H\u00fclle. Eine H\u00fclle, die es gilt, von der Netzgemeinde gef\u00fcllt zu werden. Ich finde, es ist ein spannender Versuch. Ich freue mich darauf und bin \u00fcberzeugt, dass das Netz erneut zeigen kann, dass es sich sehr wohl selbst organisieren kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\"><p>In den ersten beiden Teilen dieses Artikels habe ich die grunds\u00e4tzliche Frage beleuchtet, ob Jugendschutz im Internet \u00fcberhaupt noch sinnvoll&hellip;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"link-more\">\n\t<a href=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=841\" class=\"more-link\">\n\t\tWeiterlesen<span class=\"screen-reader-text\"> &ldquo;Gastbeitrag von Thomas Jarzombek Teil 3: Die Kennzeichnung &#8222;B&#8220; f\u00fcr Blogs&rdquo;<\/span>&hellip;\t<\/a>\n<\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"footnotes":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false},"version":2}},"categories":[785,121],"tags":[197,208,98,375],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p35WCI-dz","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/841"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=841"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/841\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3015,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/841\/revisions\/3015"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=841"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=841"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=841"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}