{"id":551,"date":"2011-09-21T10:44:18","date_gmt":"2011-09-21T09:44:18","guid":{"rendered":"http:\/\/petertauber.wordpress.com\/?p=551"},"modified":"2011-09-21T10:44:18","modified_gmt":"2011-09-21T09:44:18","slug":"vor-dem-besuch-des-papstes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=551","title":{"rendered":"Vor dem Besuch des Papstes"},"content":{"rendered":"<p>Ich freue mich auf den Besuch von Papst Benedikt XVI. in Berlin und seine Rede im Deutschen Bundestag. Bereits im April hatte ich die Gelegenheit zu einer pers\u00f6nlichen Begegnung mit dem Heiligen Vater in Rom am Rande einer Generalaudienz. Obwohl ich evangelischer Christ bin, war ich doch von dem Gespr\u00e4ch aber vor allem auch von der Generalaudienz auf dem \u00fcberf\u00fcllten Petersplatz mehr als beeindruckt. Wer das einmal miterlebt hat, der muss erkennen, dass die katholische Kirche als weltweite Organisation vor allem auch eine sehr junge Bewegung ist. Der gro\u00dfe Teil der Menschen, die dem Papst zugejubelt haben, waren Jugendliche aus allen Teilen der Welt. Wir sollten uns daher vor Augen f\u00fchren, dass der Papst eben nicht nur f\u00fcr die Millionen katholischer deutscher Christen, sondern weltweit f\u00fcr mehr als eine Milliarde Menschen spricht. <\/p>\n<p>Und ich pers\u00f6nlich bin fernab von theologischen Auseinandersetzungen der \u00dcberzeugung, dass es sich sehr wohl lohnt, ihm zuzuh\u00f6ren. Wer seine B\u00fccher gelesen hat, der wei\u00df, dass er ein au\u00dfergew\u00f6hnlich kluger Mann ist und dass er Erfurt als bedeutende St\u00e4tte der Reformation besucht, empfinde ich pers\u00f6nlich als ein gutes Zeichen f\u00fcr die \u00d6kumene. Auch deshalb bin ich auf seine Rede gespannt. Papst Benedikt XVI. hat in den letzten Jahren in vielen wichtigen Debatten mahnend die Stimme erhoben: ob beim Friedensprozess im Nahen Osten oder bei der Regulierung der nahezu entfesselten Finanzm\u00e4rkte. Er und seine Vorg\u00e4nger haben immer wieder f\u00fcr Frieden und Gerechtigkeit, f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung der Armut und die W\u00fcrde des Menschen die Stimme erhoben.<\/p>\n<p>Den Kollegen, die der Rede fernbleiben wollen, sei gesagt: es ist kleinkariert, Ergebenheitsadressen an Fidel Castro zu schicken, noch 2001 begeistert Wladimir Putin zu beklatschen und nun einem der gro\u00dfen Denker unserer Zeit nicht einmal Geh\u00f6r schenken zu wollen. Der Papst wird weltweit als moralische Instanz gesch\u00e4tzt und zitiert. Selbst Joschka Fischer eilte vor dem Irak-Krieg 2003 in den Vatikan, um nach dem Gespr\u00e4ch unter einem gro\u00dfen Madonnenbild zu erkl\u00e4ren, dass er und der Heilige Vater um den Weltfrieden besorgt seien. Auch er kannte damals die p\u00e4pstliche Sexualmoral. Von der Trennung von Staat und Kirche war damals auch nicht die Rede. H\u00f6ren wir also auf, uns aufgrund von parteipolitischen Opportunit\u00e4ten zu streiten, sondern h\u00f6ren wir lieber einmal zu, so wie es vermutlich alle Fraktionen geschlossen bei einem Besuch des Dalai Lama getan h\u00e4tten. Zuh\u00f6ren tun Politiker vielleicht eh zu selten. Der Papst hat uns n\u00e4mlich etwas zu sagen &#8211; egal, ob wir Christen sind oder nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\"><p>Ich freue mich auf den Besuch von Papst Benedikt XVI. in Berlin und seine Rede im Deutschen Bundestag. 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