{"id":48,"date":"2010-05-29T14:22:40","date_gmt":"2010-05-29T13:22:40","guid":{"rendered":"http:\/\/petertauber.wordpress.com\/?p=48"},"modified":"2021-04-26T23:43:52","modified_gmt":"2021-04-26T22:43:52","slug":"pilgerreise-tag-4-von-barenthin-nach-bad-wilsnack","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=48","title":{"rendered":"Pilgerreise Tag 4: von Barenthin nach Bad Wilsnack"},"content":{"rendered":"<div id=\"_mcePaste\">Man sp\u00fcrt beim Aufstehen Muskeln, von denen man gar nicht wusste, dass es sie gibt. Aber der strahlend blaue Himmel entsch\u00e4digt daf\u00fcr. Das Wetter ist so sch\u00f6n wie am ersten Tag. Hoffentlich bleibt es so. Wir sind froh, wenn wir in Wilsnack sind. Und n\u00e4chstes Mal nehmen wir uns zwei Tage mehr Zeit und laufen kleinere Tagesetappen. So viel steht fest.<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\">Das Dorf G\u00f6rike wird von der Kirche \u00fcberragt. Sie pr\u00e4gt die Mitte des Ortes und stammt aus dem Mittelalter. Das Ende des Sozialismus wird versinnbildlicht durch viele leer stehende Geb\u00e4ude einer LPG, die einen Kontrast zu den alten Bauernh\u00e4usern bilden. Dass wir hier keiner Menschenseele auf der Stra\u00dfe begegnen, wundert kaum.<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\">N\u00e4chster Ort ist Klein-Leppin. Gleich zu Beginn kommen wir an einer wohl aus DDR-Zeiten stammenden Ferienanlage vorbei. Gegen\u00fcber steht eine ehemalige gro\u00dfe und verfallene M\u00fchle. Auch die dazugeh\u00f6rige 1920 erbaute Villa steht leer. \u00dcberall begegnen uns Zeichen der wechselvollen deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts, umso mehr wirken die alten Kirchen als Orte der Best\u00e4ndigkeit, der Orientierung in einer sich stetig ver\u00e4ndernden Welt. Trotzdem hat man immer wieder das Gef\u00fchl, dass die Zeit stehen geblieben ist. \u00a0Als wir das Dorf Richtung Gro\u00df-Leppin verlassen, kr\u00e4ht mehrmals ein Hahn.<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\">Gro\u00df-Leppin ist keines der klassischen Stra\u00dfend\u00f6rfer. Vielmehr steht die im 14. Jahrhundert erbaute Kirche in der Mitte und kann von der Stra\u00dfe nicht direkt erreicht werden. Wie in allen anderen D\u00f6rfern auch steht ein kleines Geb\u00e4ude der Freiwilligen Feuerwehr in der N\u00e4he des Gotteshauses. Ein modernes L\u00f6schfahrzeug passt hier kaum hinein.<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\">So kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier das Beten um Regen oder die Hilfe von au\u00dferhalb im Falle eines Brandes dringend geboten sind.<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\">Bei einem Halt an der Plattenburg, die einst der Familie von Saldern geh\u00f6rte, sammeln wir die letzten Kr\u00e4fte. Die Burg geh\u00f6rt zu den gr\u00f6\u00dften Wasserburgen im norddeutschen Raum. Nun liegt nichts mehr zwischen uns und unserem Ziel.<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\">Bad Wilsnack ist ein Kurort. Das wird uns schon am Ortsschild deutlich gemacht. Wir kommen an einer modernen Klinik vorbei. Aber niemand eilt herbei, um uns zu pflegen. Also weiter! Dass wir am Ziel sind, wird uns hier noch nicht recht bewusst, denn anders als in den D\u00f6rfern und St\u00e4dtchen auf unserm Weg ist die Wunderblutkirche eben nicht schon am Ortseingang zu sehen. Noch haben wir das Ziel, das uns \u00fcber die letzten Meter hilft, nicht vor Augen.<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\">Aber dann: Die Wunderblutkirche in Bad Wilsnack. Man steht davor und f\u00fchlt sich ganz klein. Und dies nicht aufgrund der beeindruckenden Gr\u00f6\u00dfe des Bauwerks. Max und ich betreten nacheinander die Kirche.<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\">Jeder f\u00fcr sich schickt seine Gedanken auf die Reise, bestaunt das Bauwerk. Wir lesen die Erl\u00e4uterungen zu Geschichte der Kirche und des Pilgerwesens. Ich kaufe mir ein Pilgerabzeichen, das die drei stilisierten Hostien zeigt, die uns jetzt die ganze Zeit begleitet haben. Nun ist Zeit f\u00fcr die Ruhe, f\u00fcr ein Gebet. Wahrscheinlich sind wir ein bisschen \u00fcberw\u00e4ltigt von dem Moment. Wir singen nicht, wie wir uns das ja eigentlich vorgenommen haben, und jeder verbringt die n\u00e4chste halbe Stunde f\u00fcr sich allein. Wie zuf\u00e4llig treffen wir uns wieder am Ausgang der Kirche, ein stummes Nicken und wir gehen hinaus.<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\">Die Kirche wirkt nun noch wuchtiger, noch gr\u00f6\u00dfer. Man steht davor und f\u00fchlt sich ganz klein. Aber auch geborgen und nicht alleine. Das ist gut.<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Ende<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\"><p>Man sp\u00fcrt beim Aufstehen Muskeln, von denen man gar nicht wusste, dass es sie gibt. 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