{"id":472,"date":"2011-08-03T07:11:22","date_gmt":"2011-08-03T06:11:22","guid":{"rendered":"http:\/\/petertauber.wordpress.com\/?p=472"},"modified":"2017-02-16T09:29:18","modified_gmt":"2017-02-16T09:29:18","slug":"qualifizierte-jobs-und-so-genannte-killerspiele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=472","title":{"rendered":"Qualifizierte Jobs und so genannte \u201eKillerspiele\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Auch ich habe bei meinem Besuch bei Crytek am vergangenen Montag wieder viel gelernt. Noch interessanter war der Besuch aber vielleicht f\u00fcr die CDU-Kollegen aus dem Hessischen Landtag, die weder \u201eHitbuyer\u201c noch \u201eCoregamer\u201c sind. Nachdem ein Teil des Besuchs der Kl\u00e4rung solcher Begriffe diente, wurde schnell deutlich, dass wir es bei Crytek nicht &#8222;nur&#8220; mit einem Spielehersteller so genannter \u201eKillerspiele\u201c zu tun hatten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/tauber.he-webpack.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/2011-08-01-crytek-0111.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-474\" title=\"2011-08-01-Crytek 01\" src=\"http:\/\/tauber.he-webpack.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/2011-08-01-crytek-0111.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/2011-08-01-crytek-0111.jpg 2000w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/2011-08-01-crytek-0111-420x278.jpg 420w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/2011-08-01-crytek-0111-744x493.jpg 744w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/2011-08-01-crytek-0111-768x508.jpg 768w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/2011-08-01-crytek-0111-1200x794.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Crytek als innovatives Unternehmen mit mehr als 300 Mitarbeitern allein in Frankfurt (von denen mehr als die H\u00e4lfte aus der ganzen Welt stammen) gew\u00e4hrte uns einen Blick hinter die Kulissen. Was f\u00fcr die meisten Gespr\u00e4chsteilnehmer wohl neu war: Mit der Cryengine stellt das Unternehmen eine Technologie zur Verf\u00fcgung, die im Bereich von Simulationen eingesetzt wird und an mehr als 300 Universit\u00e4ten weltweit im Einsatz ist. Nach der Vorstellung des Unternehmens war es nicht nur aufgrund der vielen Fachbegriffe schwierig, zu dem wohl im Vorfeld in den K\u00f6pfen dominierenden Themen Jugendschutz und Gewalt in Computerspielen vorzudringen.<\/p>\n<p>Die Debatte war auch deswegen an diesem Punkt schnell beendet, weil Crytek sich zu den im internationalen Vergleich recht strengen deutschen Standards im Jugendschutz bekennt und betonte, dass die Spiele vor allem f\u00fcr eine vollj\u00e4hrige Zielgruppe entwickelt und produziert werden. Vielleicht ist es f\u00fcr den einen oder anderen Politiker, die nicht der C64-Generation angeh\u00f6rt, schwer nachvollziehbar, warum erwachsene Menschen n\u00e4chtelang vor einen Computer sitzen sollten, um zu spielen. Zumindest erkl\u00e4rt das den einen oder anderen verwunderten Blick.<\/p>\n<p>Nachdem sich die Debatte um das Thema Gewaltdarstellung in den Spielen drehte ohne diesen Punkt explizit anzusprechen und Crytek erneut betonte, dass in den Spielen keine exzessiven Gewaltdarstellungen zu finden sind und au\u00dferdem durch die gew\u00e4hlten Storys (in den Spielen werden keine Menschen, sondern Au\u00dferirdi-sche bek\u00e4mpft) eine Abstraktionsebene geschaffen werde, habe ich dann doch zwei Dinge loswerden m\u00fcssen, die aus meiner Sicht in der Debatte von Gamern nicht offen angesprochen werden und von der Politik (auch aus Unkenntnis der Spiele) ignoriert werden:<\/p>\n<p>Spielen wie Crysis oder Red Dead Redemption (um ein anderes gutes Game zu nennen) liegt eine in der Regel mehr als komplexe Geschichte zugrunde. Der Erfolg im Spielverlauf h\u00e4ngt ma\u00dfgeblich davon ab, dass man die Geschichte kennt und versteht und nicht in erster Linie davon, dass man die zur Verf\u00fcgung stehenden Waffen beherrscht. Diese Spiele sind also mitnichten nur eine blo\u00dfe Aneinanderreihung von Gewaltexzessen, wie es manche Politiker glauben machen wollen.<\/p>\n<p>Reden wir doch nicht drum herum. Nat\u00fcrlich ist der Reiz des Spiels das Besiegen des Gegners und das bedeutet in der Regel ihn zu t\u00f6ten. Und ganz ehrlich: ich w\u00fcrde kein Computerspiel spielen wollen, wo ich meinen Gegner mit guten Worten, gr\u00fcnem Tee und einem Gespr\u00e4chskreis zu einer friedvollen Koexistenz \u00fcberrede. Not\u00e4rzte, Lehrer und Polizisten spielen solche Spiele wie Crysis. Trotzdem hat keiner der ihnen anvertrauten Menschen Anlass zur Sorge, dass er nicht ernst genommen, professionell betreut und behandelt und f\u00fcrsorglich begleitet wird. Also h\u00f6ren wir endlich auf, \u00fcber Computerspiele zu schimpfen, sondern fragen uns lieber, warum einige wenige Jugendliche es nicht schaffen, Spiel und Realit\u00e4t zu trennen. G\u00f6nnen wir aber den Millionen von Gamern ihren Spa\u00df!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\"><p>Auch ich habe bei meinem Besuch bei Crytek am vergangenen Montag wieder viel gelernt. 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