{"id":459,"date":"2011-07-11T16:52:30","date_gmt":"2011-07-11T15:52:30","guid":{"rendered":"http:\/\/petertauber.wordpress.com\/?p=459"},"modified":"2011-07-11T16:52:30","modified_gmt":"2011-07-11T15:52:30","slug":"die-berliner-abendplanung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=459","title":{"rendered":"Die Berliner Abendplanung"},"content":{"rendered":"<p>Dem Klischee nach ist der Politikbetrieb in Berlin ja von den so genannten \u201eH\u00e4ppchen-Partys\u201c gepr\u00e4gt. An den Abenden werden die Abgeordneten angeblich von Unternehmen und Verb\u00e4nden durchgef\u00fcttert und von Lobbyisten belagert. F\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit kaum nachvollziehbar werden dann \u2013 so die b\u00f6swillige Vermutung \u2013 die wichtigen Entscheidungen im Hinterzimmer und ohne \u00d6ffentlichkeit getroffen. Wie so oft sieht die Wirklichkeit dann doch ein bisschen anders aus. <\/p>\n<p>Auch ich bekomme pro Tag in der Sitzungswoche mindestens 20 Einladungen zu Veranstaltungen, die ich an den Abenden besuchen k\u00f6nnte. Parlamentarische Abende, Diskussionsveranstaltungen, Hearings, Hintergrundgespr\u00e4che, Abendessen, Pr\u00e4sentationen: es gibt fast nichts, was es nicht gibt. Da f\u00e4llt die Auswahl schwer. Was tun? Sinnvoll kann man aus meiner Sicht maximal zwei Termine pro Abend wahrnehmen. In der Regel entscheide ich mich f\u00fcr die Veranstaltungen, die einen Bezug zu meiner inhaltlichen Arbeit in den Aussch\u00fcssen haben. Ein Abendessen mit der Evangelischen Jugend oder ein Gespr\u00e4ch mit Freiwilligenorganisationen steht dann in der Abw\u00e4gung der Vorstellung einer Jugendstudie oder einem Gedankenaustausch in vertrauter Runde mit der Arbeitsgemeinschaft Jugendhilfe gegen\u00fcber. Will man nicht nur kurz reinschauen und winken und zum n\u00e4chsten Termin weiterhetzen, dann sollte man sich mindestens eine Stunde Zeit nehmen. So versuche ich es zumindest zu handhaben.<\/p>\n<p>Bei den gr\u00f6\u00dferen Veranstaltungen kommt noch etwas hinzu: das gem\u00fctliche Essen f\u00e4llt meist deswegen flach, weil st\u00e4ndig Menschen auf mich zukommen, die ein Anliegen haben, um einen Termin bitten oder mich als Ansprechpartner f\u00fcr ihre Anliegen kennenlernen wollen. Auch nach zwei Jahren im Bundestag treffe ich immer wieder engagierte Menschen und Verbandsvertreter aus dem weiten Feld der Kinder- und Jugendpolitik, die ich noch nicht kenne. Und nat\u00fcrlich trifft man viele bekannte Gesichter. \u201eWann stellen Sie Ihre n\u00e4chste Studie vor?\u201c \u201eKonnten Sie unsere Stellungnahme zum neuen Gesetzesvorhaben schon lesen?\u201c \u201eDarf ich Sie zu einem Gespr\u00e4ch mit 150 Freiwilligen in den Odenwald einladen?\u201c Au\u00dferdem sind diese Veranstaltungen oft auch eine tolle Gelegenheit, um mit den meist ebenfalls zahlreich anwesenden Kolleginnen und Kollegen \u2013 auch aus den anderen Fraktionen \u2013 zu sprechen. Oft kann man noch einmal Diskussionen fortf\u00fchren. Fraktions\u00fcbergreifend entstehen gute Gespr\u00e4che. Man kennt und sch\u00e4tzt oft die Kollegen der anderen Feldpostnummer \u2013 bis hin zur freundschaftlichen Verbindung.<\/p>\n<p>F\u00fcr nicht wenige Kollegen enden diese Abende recht sp\u00e4t im B\u00fcro. Denn schlie\u00dflich warten da noch Briefe, die unterschrieben werden wollen und Post, die beantwortet werden muss. Wer glaubt, man k\u00f6nne sich an den Abenden als Bundestagsabgeordneter dem s\u00fc\u00dfen Nichtstun hingeben, den lade ich gerne einmal ein, mich einen Tag zu begleiten. Damit ich nicht falsch verstanden werde: viele dieser Termine sind durchaus angenehm. Aber jedem Gespr\u00e4chspartner die verdiente Aufmerksamkeit zu widmen, sich Anliegen und Fragen zu notieren, sich nat\u00fcrlich auch kritischen Diskussionen zu stellen \u2013 das ist ein Teil meiner Arbeit und es ist durchaus anstrengend. Mir macht es trotzdem Spa\u00df, denn es ist die Gelegenheit, mit Fachleuten, Journalisten und Kollegen auch dort \u00fcber die Richtigkeit von Entscheidungen zu diskutieren.<\/p>\n<p>Ganz oft kommt es \u00fcbrigens auch vor, dass ich meine Abendplanung \u00fcber den Haufen schmei\u00dfen muss. Dann darf mein B\u00fcro noch kurzfristig um 20 Uhr beim Gastgeber anrufen, um mich zu entschuldigen. Der Grund ist in der Regel die Pr\u00e4senz im Plenum. Auch letzten Donnerstag habe ich bis 23 Uhr an der Plenardebatte teilgenommen. Statt H\u00e4ppchen gab\u2019s dann Currywurst an der S-Bahnstation in der N\u00e4he meiner Wohnung im Wedding. Ganz ehrlich: nach einem langen Tag schmeckt die tausendmal besser als Louisanna-Flu\u00dfkrebse oder Antipasti.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\"><p>Dem Klischee nach ist der Politikbetrieb in Berlin ja von den so genannten \u201eH\u00e4ppchen-Partys\u201c gepr\u00e4gt. An den Abenden werden die&hellip;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"link-more\">\n\t<a href=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=459\" class=\"more-link\">\n\t\tWeiterlesen<span class=\"screen-reader-text\"> &ldquo;Die Berliner Abendplanung&rdquo;<\/span>&hellip;\t<\/a>\n<\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"footnotes":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false},"version":2}},"categories":[6,8],"tags":[22,29,35,68,92],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p35WCI-7p","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/459"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=459"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/459\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=459"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=459"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=459"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}