{"id":443,"date":"2011-06-14T12:25:05","date_gmt":"2011-06-14T11:25:05","guid":{"rendered":"http:\/\/petertauber.wordpress.com\/?p=443"},"modified":"2011-06-14T12:25:05","modified_gmt":"2011-06-14T11:25:05","slug":"che-guevara-der-mann-auf-dem-t-shirt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=443","title":{"rendered":"Che Guevara \u2013 Der Mann auf dem T-Shirt"},"content":{"rendered":"<p>Man spaziert durch deutsche Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen und in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden begegnen einem \u2013 meist junge \u2013 Menschen, die entweder T-Shirts, Taschen oder Buttons mit dem \u201eber\u00fchmten\u201c kubanischen Revolutionsf\u00fchrer Che Guevara tragen. Selbstverst\u00e4ndlich \u2013  ber\u00fchmt ist diese Person. Aber wissen die Menschen die ihn in bunten Farben auf der Brust tragen auch, wie die Leistungsbilanz des Barfu\u00dfrevolution\u00e4rs aussieht? Welche Verdienste er sich erworben hat? Rechtfertigen diese, dass junge Leute in einer freiheitlichen Demokratie sein Konterfei spazieren tragen? Umfragen an deutschen und ausl\u00e4ndischen Universit\u00e4ten haben Erstaunliches ergeben. Fast jeder Befragte kennt Che Guevara, aber kaum einer ist in der Lage Angaben zu seinem Leben oder seiner \u201epolitischen Arbeit\u201c zu machen. Mich nervt das. Darum hier ein paar Anmerkungen.<\/p>\n<p>Fidel Castro und Che Guevara st\u00fcrzten Ende der 1950er Jahre nach langer Vorbereitung den bisher auf Kuba regierenden Diktator Batista und zogen mit ihren Revolutionstruppen in Havana ein. Doch sie beendeten damit nicht die Diktatur, sie ersetzten sie lediglich durch eine neue. In den Anfangsjahren der kommunistischen Herrschaft noch f\u00fcr seinen aktiven und alles andere als gewaltlosen Wiederstand gegen den Diktator Batista gefeiert, wurde Che Guevaras neue Ideologie sehr schnell zum Alptraum f\u00fcr viele Menschen in Kuba. <\/p>\n<p>Che Guevaras Antrieb war der Kommunismus. Durch seinen Mentor und Ziehvater Fidel Castro wuchs sein politischer Einfluss und er wurde Kommandant der Gefangenenanstalt La Cabana. Das ber\u00fcchtigte Lager Guantanamo Bay sieht dagegen wie ein ordentliches Gef\u00e4ngnis aus. Vielmehr \u00e4hnelte das Lager unter Ches Kommando den deutschen Konzentrationslagern des Dritten Reiches. Dort war er f\u00fcr die Ermordung einiger hundert \u2013 manche Quellen sprechen von einigen tausend \u2013 Menschen verantwortlich. Seine kommunistische \u00dcberzeugung pflegte er durch regelm\u00e4\u00dfigen Kontakt zu Diktatoren und F\u00fchrern der Sowjetunion und \u201eder DDR\u201c. Ein besonderes Verh\u00e4ltnis pflegte er aber zu Josef Stalin, er verg\u00f6tterte den sowjetischen Machtinhaber regelrecht. Briefe unterschrieb er nach Stalins Tod zu Gedenken mit dem K\u00fcrzel \u201eStalin II\u201c. Er wurde immer radikaler in seiner Handlungs- und Denkweise. Man muss an dieser Stelle noch einmal betonen, dass es um einen Mann geht, der heute eine Reihe von Devotionalien schm\u00fcckt und tiefste Zuneigung und Verehrung f\u00fcr einige der schlimmsten M\u00f6rder und Diktatoren unserer Zeit empfunden hat. Was sagt das \u00fcber die Tr\u00e4ger seiner T-Shirts aus, au\u00dfer, dass man ihnen mindestens mangelhafte Geschichtskenntnisse attestieren muss?<\/p>\n<p>1962 reiste Che Guevara in die UDSSR und verhandelte mit Stalins Nachfolger \u00fcber die Stationierung sowjetischer Atomraketen auf der Karibikinsel. Die Kubakrise h\u00e4tte fast zum Dritten Weltkrieg gef\u00fchrt. Nach Beilegung der Krise sagte er zu einem britischen Journalisten, er h\u00e4tte die Raketen gez\u00fcndet, wenn die Sowjets ihn gelassen h\u00e4tten. Er beendete den Kontakt mit der ehemaligen Sowjetunion und der DDR, da ihn diese Staaten zu sehr vom eigentlichen Ideal des Kommunismus abwichen. Mit anderen Worten: Die DDR und die UDSSR waren ihm nicht mehr radikal genug! Kurze Zeit sp\u00e4ter begann auf Kuba die Errichtung von Arbeitslagern, in denen auf Che Guevaras Anweisung hin Tausende Katholiken, Homosexuelle und andere unbescholtene Menschen den Tod finden mussten.<br \/>\nBevor er im Oktober 1967 durch die bolivianische Regierung umgebracht wurde, hatte er sich als Guerilla-K\u00e4mpfer in Bolivien \u201eeinen Namen gemacht\u201c. Unter seiner F\u00fchrung entstand eine gewaltt\u00e4tige Untergrundorganisation. Die Destabilisierung Boliviens diente keineswegs der Befreiung des bolivischen Volkes, sondern sollte allein die USA, die gerade in den Vietnam Krieg verwickelt waren, schw\u00e4chen. Boliviens Regierungschef machte Che Guevara f\u00fcr die Guerilla- und B\u00fcrgerkriege in Bolivien verantwortlich und lie\u00df eine Kopfgeldpr\u00e4mie auf ihn aussetzen. Am Ende wurde \u201eChe\u201c Opfer der von ihm selbst entfesselten Spirale aus Gewalt und Ha\u00df.<\/p>\n<p>Kann heute jemand ernsthaft die Wertvorstellung Che Guevaras teilen? Wohl kaum. Sie sind weder mit den Menschenrechten noch mit dem Artikel 1 des Grundgesetzes \u2013 \u201eDie W\u00fcrde des Menschen ist unantastbar\u201c \u2013 in Einklang zu bringen. T-Shirts mit seinem Konterfei offenbaren also nicht nur eine mangelnde politische Bildung des Tr\u00e4gers und mangelnde Geschichtskenntnisse, sie sind einfach uncool.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\"><p>Man spaziert durch deutsche Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen und in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden begegnen einem \u2013 meist junge \u2013 Menschen, die entweder T-Shirts, Taschen&hellip;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"link-more\">\n\t<a href=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=443\" class=\"more-link\">\n\t\tWeiterlesen<span class=\"screen-reader-text\"> &ldquo;Che Guevara \u2013 Der Mann auf dem T-Shirt&rdquo;<\/span>&hellip;\t<\/a>\n<\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"footnotes":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false},"version":2}},"categories":[6,8],"tags":[33,35,68,92,106,107],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p35WCI-79","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/443"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=443"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/443\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2458,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/443\/revisions\/2458"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=443"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=443"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=443"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}