{"id":41,"date":"2010-05-29T14:16:07","date_gmt":"2010-05-29T13:16:07","guid":{"rendered":"http:\/\/petertauber.wordpress.com\/?p=41"},"modified":"2021-04-26T23:43:52","modified_gmt":"2021-04-26T22:43:52","slug":"pilgerreise-tag-1-von-berlin-in-das-storchendorf-linum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=41","title":{"rendered":"Pilgerreise Tag 1: von Berlin in das Storchendorf Linum"},"content":{"rendered":"<div id=\"_mcePaste\">Die Sonne scheint herrlich. Max Schad und ich sind bereit f\u00fcr unsere erste Pilgerfahrt nach Wilsnack in der Mark Brandenburg. Die Stadt war im Mittelalter der wohl bedeutendste Pilgerort Nordeuropas und wurde in einem Atemzug mit Santiago, Rom und Aachen genannt. Aus ganz Europa kamen die Menschen in die Wunderblutkirche, um drei Hostien zu verehren, die 1383 den Brand der Kirche unbeschadet \u00fcberstanden hatten. In den Tr\u00fcmmern der Kirche blieben nur die Hostien, auf denen nun Blutstropfen zu sehen waren, unversehrt. Damals wie heute pilgern Menschen, um Bu\u00dfe zu tun, um F\u00fcrbitte zu halten, Dank zu sagen oder auch aufgrund eines Gel\u00fcbdes.<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\">Ich hatte mir im Falle meiner Wahl drei Dinge vorgenommen. Eine davon war die Pilgerreise nach Wilsnack, die ich nun einl\u00f6se. Der Dank steht f\u00fcr mich im Vordergrund f\u00fcr die Dinge, die Gott an mich gewandt hat. Aber auch die Sorge, vielleicht vor der Gr\u00f6\u00dfe der Aufgabe nicht zu bestehen. Auch hier bitte ich Jesus Christus, meinen Herrn, um Hilfe. Und sch\u00f6n, das mein Freund und Bruder im Glauben Max mich auf diesem Weg begleitet. F\u00fcr ihn ist es die Suche oder der Weg zu seinem Glauben.<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\">Am Sonntag Jubilate war der Gottesdienst im Berliner Dom ein guter Anfang f\u00fcr unseren Weg. \u00a0&#8222;Nun danket Alle Gott&#8220; &#8211; den Choral von Leuthen &#8211; haben wir noch gesungen und uns dann auf den Weg gemacht.<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\">Nach einem strammen Marsch durch Berlin erreichten wir in Henningsdorf \u00a0 die Stadtgrenze. \u00dcber den m\u00e4rkischen Sand geht es bei blauem Himmel weiter Richtung B\u00fctzow, ein Dorf mit einer sch\u00f6nen alten Kirche aus \u00a0 Feldsteinen und mittelalterlichem Gel\u00e4ut. Alle Menschen, denen wir<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\">begegnen, sind freundlich und herzlich. Ein Sonntag wie gemalt.<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\">Der weitere Weg f\u00fchrte und durch die unverwechselbare Landschaft, die \u00a0auch Theodor Fontane in seinen &#8222;Wanderungen durch die Mark Brandenburg&#8220; so trefflich beschreibt. Ob schweigend, singend oder im \u00a0Gespr\u00e4ch: ohne die Zw\u00e4nge des Alltags f\u00fchlt man sich herrlich frei.<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\">Der H\u00f6hepunkt des Tages war sicherlich der Besuch der alten Kirche in \u00a0Flatow. Am Ortseingang hielt auf einmal ein Auto neben uns: &#8222;Seid ihr \u00a0Pilger? Wollt ihr in die Kirche?&#8220; Wir nickten. &#8222;Klar!&#8220; &#8222;Gut. Ich hab den Schl\u00fcssel. Ich fahr vor und schlie\u00df euch auf.&#8220; Sprach&#8217;s und fuhr davon. Wir schleppten unsere schon recht m\u00fcden Beine die gut 1,5 Kilometer bis zur Kirche hinterher. Auch oder gerade ein Mann Gottes hat offensichtlich kein Einsehen mit uns oder er wollte uns schlicht und einfach nicht in Versuchung f\u00fchren.<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\">Das alte Gotteshaus war eine Offenbarung. Die kleine Kirche aus dem 15. Jahrhundert hatte nicht zuletzt dank des Einsatzes von Herrn Sandow, so hie\u00df unser Mann Gottes, die DDR mit nur wenigen Blessuren \u00fcberstanden. Mit wieviel Begeisterung und Herzblut der gute Mann von &#8222;seiner&#8220; Kirche und ihrer Geschichte sprach, faszinierte uns. \u00a0Nach einem halbst\u00fcndigen Vortrag und einem Stempel in unserem Buch lie\u00df er uns dann kurz zum Gebet am Altar, den er selbst renoviert hat, allein. Inzwischen war n\u00e4mlich ein weiterer Pilger eingetroffen und der solte schlie\u00dflich auch alles \u00fcber das Kirchlein erfahren. Wir dankten unserm guten Hirten, beteten und zogen weiter.<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\">Nach weiteren 8 Kilometern kamen wir im Storchendorf Linum an. Nach 32 Kilometern endete hier unsere erste Etappe. Im Landgasthof Storchenklause wurden wir begeistert begr\u00fc\u00dft. Die G\u00e4ste quittierten \u00a0unseren Bericht und den Grund unserer Wanderung mit liebevollen \u00a0Scherzen, durchsetzt mit Respekt f\u00fcr die zur\u00fcckgelegte Wegstrecke und \u00a0belustigt, ob der Freiwilligkeit unseres Tuns. Und als wir von Herrn Sandow in Flatow berichteten war die Freude doppelt gro\u00df. Den kannten n\u00e4mlich alle.<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\">Unser erster Tag klang auf der Terrasse der Storchenklause bei gutem Essen in einer lauen Fr\u00fchlingsnacht aus.<\/div>\n<div>Der weitere Weg f\u00fchrte und durch die unverwechselbare Landschaft, die \u00a0auch Theodor Fontane in seinen &#8222;Wanderungen durch die Mark Brandenburg&#8220; so trefflich beschreibt. Ob schweigend, singend oder im \u00a0Gespr\u00e4ch: ohne die Zw\u00e4nge des Alltags f\u00fchlt man sich herrlich frei.<br \/>\nDer H\u00f6hepunkt des Tages war sicherlich der Besuch der alten Kirche in \u00a0Flatow. Am Ortseingang hielt auf einmal ein Auto neben uns: &#8222;Seid ihr \u00a0Pilger? Wollt ihr in die Kirche?&#8220; Wir nickten. &#8222;Klar!&#8220; &#8222;Gut. Ich hab den Schl\u00fcssel. Ich fahr vor und schlie\u00df euch auf.&#8220; Sprach&#8217;s und fuhr davon. Wir schleppten unsere schon recht m\u00fcden Beine die gut 1,5 Kilometer bis zur Kirche hinterher. Auch oder gerade ein Mann Gottes hat offensichtlich kein Einsehen mit uns oder er wollte uns schlicht und einfach nicht in Versuchung f\u00fchren.<br \/>\nDas alte Gotteshaus war eine Offenbarung. Die kleine Kirche aus dem 15. Jahrhundert hatte nicht zuletzt dank des Einsatzes von Herrn Sandow, so hie\u00df unser Mann Gottes, die DDR mit nur wenigen Blessuren \u00fcberstanden. Mit wieviel Begeisterung und Herzblut der gute Mann von &#8222;seiner&#8220; Kirche und ihrer Geschichte sprach, faszinierte uns. \u00a0Nach einem halbst\u00fcndigen Vortrag und einem Stempel in unserem Buch lie\u00df er uns dann kurz zum Gebet am Altar, den er selbst renoviert hat, allein. Inzwischen war n\u00e4mlich ein weiterer Pilger eingetroffen und der solte schlie\u00dflich auch alles \u00fcber das Kirchlein erfahren. Wir dankten unserm guten Hirten, beteten und zogen weiter.<br \/>\nNach weiteren 8 Kilometern kamen wir im Storchendorf Linum an. Nach 32 Kilometern endete hier unsere erste Etappe. Im Landgasthof Storchenklause wurden wir begeistert begr\u00fc\u00dft. Die G\u00e4ste quittierten \u00a0unseren Bericht und den Grund unserer Wanderung mit liebevollen \u00a0Scherzen, durchsetzt mit Respekt f\u00fcr die zur\u00fcckgelegte Wegstrecke und \u00a0belustigt, ob der Freiwilligkeit unseres Tuns. Und als wir von Herrn Sandow in Flatow berichteten war die Freude doppelt gro\u00df. Den kannten n\u00e4mlich alle.<br \/>\nUnser erster Tag klang auf der Terrasse der Storchenklause bei gutem Essen in einer lauen Fr\u00fchlingsnacht aus.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><em>Fortsetzung folgt&#8230;<\/em><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\"><p>Die Sonne scheint herrlich. 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