{"id":408,"date":"2011-04-29T11:39:04","date_gmt":"2011-04-29T10:39:04","guid":{"rendered":"http:\/\/petertauber.wordpress.com\/?p=408"},"modified":"2020-10-22T07:20:32","modified_gmt":"2020-10-22T06:20:32","slug":"mein-besuch-in-der-ewigen-stadt-teil-iii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=408","title":{"rendered":"Mein Besuch in der ewigen Stadt Teil III"},"content":{"rendered":"<p>Kirchen, Kirchen, Kirchen<\/p>\n<p>Angeblich 1.000 Kirchen gibt es in Rom, so hat es uns zumindest unsere italienische Reisebegleitung erkl\u00e4rt. Ich habe das nicht \u00fcberpr\u00fcft, aber wenn man das Stadtbild in Augenschein nimmt, ist man sofort bereit, dieser Zahl Glauben zu schenken. So stand der zweite Tag eher im Zeichen der geistlichen Erbauung, der Kunst- und Kirchengeschichte sowie einer Diskussionsrunde der Konrad-Adenauer-Stiftung \u2013 aber selbst diese fand in historischen kirchlichen Gem\u00e4uern statt.<\/p>\n<p>Den Morgen begannen wir mit dem Feiern eines Gottesdienstes an einem durchaus au\u00dfergew\u00f6hnlichen Ort. In einer im 4. Jahrhundert \u00fcber den Domitilla-Katakomben erbauten Basilika hatte das \u201eGro\u00dfer Gott wir loben Dich\u201c doch einen ganz besonderen Klang. F\u00fcr mich als Historiker war nat\u00fcrlich der anschlie\u00dfende Besuch der Katakomben selbst besonders spannend. Die Domitilla-Katakomben sind die gr\u00f6\u00dfte unter diesen mehr als 60 fr\u00fchchristlichen Grabst\u00e4tten in Rom. \u00dcber f\u00fcnf Stockwerke auf einer L\u00e4nge von mehr als 15 Kilometern gruben die Menschen in die Erde, um ihre Toten zu bestatten. Neben christlichen M\u00e4rtyrern ist hier angeblich auch die Tochter des Petrus, Petronella, bestattet worden.<\/p>\n<p>Nach diesem Ausflug in das antike Rom ging es in die zweite Kirche an diesem Tag: die Basilika St. Paul vor den Mauern, dem Ort wo Paulus begraben liegt. Im Jahr 1823 abgebrannt, aufgebaut als Zeichen der Einheit der Christenheit mit Gastgeschenken und Unterst\u00fctzungen aus Russland, England und anderen Nationen und christlichen Kirchen beherbergt sie nicht nur das Grab des Paulus, sondern auch eine Galerie aller P\u00e4pste. Um alle Besonderheiten des Kirchenbaus zu entdecken h\u00e4tten wir uns wohl deutlich mehr Zeit nehmen m\u00fcssen als zur Verf\u00fcgung stand.<\/p>\n<p>Unterbrochen wurde der Besuchsreigen der Gottesh\u00e4user durch das Mittagsgespr\u00e4ch der Konrad-Adenauer-Stiftung u.a. mit Prof. Dr. Rocco Buttiglione, Vizepr\u00e4sident der italienischen Abgeordnetenkammer, und Klaus Schmitz, Pr\u00e4sident von Thyssen-Krupp Italia. Es ging um das Verh\u00e4ltnis Deutschlands und Italiens, Fragen zur italienischen Politik und vor allem zum Blick auf Deutschland, den k\u00fcnftigen EZB-Pr\u00e4sidenten und die Euro-Krise. Ort des Gespr\u00e4chs war das P\u00e4pstliche Institut von Santa Maria dell\u2018 Anima, einer Kirche, die seit 1444 zur Seelsorge an deutschen Pilgern und Armen bestimmt wurde und neben dem Campo Santo Teutonico das zweite deutschsprachige Priesterseminar. Noch heute m\u00f6chte die Kirche den deutsch sprechenden Christen ein St\u00fcck Heimat sein. Die Kirche beherbergt auch das Grab des bis zur Wahl Paul Johannes II. letzten Nichtitalieners auf dem Heiligen Stuhl, Papst Hadrian VI, der in Utrecht geboren nach damaligen Begriffen ein Deutscher war. Er hatte das Pontifikat allerdings nur 13 Monate inne und starb im September 1523.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/tauber.he-webpack.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/foto-0471.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-409\" title=\"Foto 047\" src=\"http:\/\/tauber.he-webpack.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/foto-0471.jpg?w=224\" alt=\"Die Papstkapelle Sancta Sanctorum.\" width=\"224\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/foto-0471.jpg 600w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/foto-0471-420x562.jpg 420w\" sizes=\"(max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><\/a>Der weitere Nachmittag f\u00fchrte uns zun\u00e4chst in die Laterankirche, dem urspr\u00fcnglichen Sitz der P\u00e4pste bis zu ihrem Gang nach Avignon. Nach der R\u00fcckkehr von dort siedelten die P\u00e4pste in den Vatikan \u00fcber. Im Lateran erhielten wir Eingang in die Papstkapelle Sancta Sanctorum. Die Kapelle diente als Hauskapelle der P\u00e4pste und war zugleich Aufbewahrungsort der wichtigsten Reliquien der Christenheit. So befanden sich hier die angeblichen H\u00e4upter der Heiligen Petrus und Paulus urspr\u00fcnglich hier. Hauptreliquien waren neben den Apostelk\u00f6pfen vor allem Reliquien Christi, Mariens, Johannes des Evangelisten und Johannes des T\u00e4ufers. Die Bedeutung der Kapelle wird durch eine Inschrift auf dem Altar hervorgehoben: \u201eNON EST IN TOTO SANCTIOR ORBE LOCUS \u2013 Kein Ort ist heiliger als dieser auf dem ganzen Erdkreis.\u201c Bemerkenswert ist auch das Christusbild, dass bereits im 5. Jahrhundert entstanden sein soll und das im Laufe der Jahrhunderte zun\u00e4chst mit T\u00fcchern abgedeckt und schlie\u00dflich mit gro\u00dfen handgefertigten und verzierten Silberplatten gesch\u00fctzt, die nur das Antlitz Christi sichtbar lassen. Wir hatten das gro\u00dfe Gl\u00fcck, dass uns das Sancta Sanctorum aufgeschlossen wurde und wir die Mosaiken und Bildnisse unmittelbar in Augenschein nehmen konnten. Die meisten Pilger betrachten diesen besonderen Ort der Christenheit durch eine Glasscheibe, nachdem sie auf Knien die Heilige Stiege hinauf sind \u2013 so wie es auch Luther auf seiner Romreise 1511 getan hatte. Auch w\u00e4hrend unseres Besuchs waren viele Pilger vor Ort. Die Stufen stammen angeblich aus dem Praetorium des Pilatus und wurden auf Gehei\u00df der Kaiserin Helena, der Mutter Kaiser Konstantins, nach Rom gebracht.<br \/>\nAuch die Basilika Santa Maria Maggiore, einer der sieben Pilgerkirchen in Rom und der Legende nach dort erbaut, wo nach einer Erscheinung Mariens der r\u00f6mische Kaufmann Johannes und der r\u00f6mische Bischof Liberius einen mit Schnee bedeckten Platz vorfanden. Sieben P\u00e4pste sind hier begraben und besonders sehenswert sind die Mosaiken aus dem 5. Jahrhundert. Auch zu diesem Kirchenbau g\u00e4be es noch unendlich viel zu berichten. Doch neben den kunstgeschichtlichen Ausf\u00fchrungen zum Geb\u00e4ude und den historischen Ereignissen lohnt sich es auch, einfach zu verweilen und diesen besonderen Ort auf sich wirken zu lassen, so wie ich es getan habe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\"><p>Kirchen, Kirchen, Kirchen Angeblich 1.000 Kirchen gibt es in Rom, so hat es uns zumindest unsere italienische Reisebegleitung erkl\u00e4rt. 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