{"id":377,"date":"2011-04-04T16:19:03","date_gmt":"2011-04-04T15:19:03","guid":{"rendered":"http:\/\/petertauber.wordpress.com\/?p=377"},"modified":"2011-04-04T16:19:03","modified_gmt":"2011-04-04T15:19:03","slug":"ein-laptop-fur-jeden-schuler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=377","title":{"rendered":"Ein Laptop f\u00fcr jeden Sch\u00fcler!"},"content":{"rendered":"<p>Nicht nur als Mitglied der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestags haben mich die folgenden Zahlen besonders beeindruckt: Nach einer Recherche des britischen Beratungsunternehmens \u201ePingdom\u201c wurden im vergangenen Jahr ca. 36 Milliarden Bilder auf Facebook hochgeladen und pro Tag 2 Milliarden Videos auf Youtube angeklickt. Dazu wurden nach einer Sch\u00e4tzung weltweit 107 Billionen E-Mails versendet. Um das zu verdeutlichen und anschaulich zu machen, m\u00f6chte ich diese Zahl einmal ausschreiben: 107.000.000.000.000 E-Mails. Unvorstellbar oder?<\/p>\n<p>Schon als die Shell-Jugendstudie 2010 erschienen ist, haben mich die neuen Erkenntnisse zum Thema Internet und Jugend positiv \u00fcberrascht.  Danach verf\u00fcgen 96 % der Jugendlichen in Deutschland \u00fcber einen Internetanschluss und nutzen diesen ca. 15 Stunden pro Woche f\u00fcr unterschiedlichste Interessen. Ganz oben im Kurs steht dabei die Nutzung sozialer Netzwerke. \u00dcber die H\u00e4lfte der Jugendlichen gaben an, mehrmals am Tag soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Co. zu benutzen. Dabei bewegen sich viele \u2013 und nicht nur Jugendliche, sondern auch Eltern und andere \u2013 auf einem schmalen Grad zwischen Spa\u00df und Nutzen aber eben auch zwischen Gefahren und Risiken. Eine ganz offensichtliche \u201eGefahr\u201c, die aber vielen anscheinend nicht bewusst ist, ist das Preisgeben von pers\u00f6nlichen Daten. Bei der Studie gaben \u00fcber die H\u00e4lfte der Jugendlichen an, die Privacy-Option, die erm\u00f6glicht, den Kreis der Menschen zu reduzieren, die Zugriff auf die hinterlegten Informationen haben, nicht zu nutzen. Es ist anzunehmen, dass die Zahlen bei den Erwachsenen entsprechend gleich hoch sind. Aber woher soll ich diese Funktion kennen? Und warum ist sie f\u00fcr mich \u00fcberhaupt wichtig? Diese Frage kann nur beantworten, wer \u00fcber das verf\u00fcgt, was wir Medienkompetenz nennen. <\/p>\n<p>Wir leben heute in einer Welt, in der wir st\u00e4ndig von Medien umgeben sind. Wir nutzen Medien und mediale Inhalte um uns zu informieren, um zu kommunizieren und um uns zu pr\u00e4sentieren. Dabei sind vor allem die elektronischen Medien zu einem zentralen Bestandteil unseres Lebens geworden, denn diese er\u00f6ffnen uns ein v\u00f6llig neues Spektrum an kultureller und gesellschaftlicher Teilhabe. Aber diese Medienwelt befindet sich wie nie zuvor in einem st\u00e4ndigen Wandel und bringt t\u00e4glich neue Herausforderungen mit sich. Diese Herausforderungen zu erkennen und mit ihnen umgehen zu k\u00f6nnen, aber auch das kritische Reflektieren von Angeboten und Inhalten, beschreibt unter anderem den Begriff der Medienkompetenz. Diese Kompetenz soll dar\u00fcber hinaus auch ein allgemeines, grundlegendes Wissen verschaffen; beispielweise die Bedienung von Ger\u00e4ten oder das strukturelle Arbeiten mit dem Internet soll Teil des Wissens \u00fcber Medien beinhalten. <\/p>\n<p>Aktuell suchen viele Experten der Medienbranche eine Antwort auf die Frage, wie man denn Medienkompetenz am besten erlernt? Ich pers\u00f6nlich glaube, dass ein wesentliches Element der selbstverst\u00e4ndliche Umgang mit dem Computer ist.  Ein wichtiger Schritt nach vorne w\u00e4re es daher, wenn alle Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in Deutschland (und nat\u00fcrlich die Lehrerinnen und Lehrer) einen Laptop zur Verf\u00fcgung gestellt bekommen. In anderen L\u00e4ndern gibt es solche Projekte bereits \u2013 und die Erfolge k\u00f6nnen sich sehen lassen. Neuseeland beispielsweise stellt allen P\u00e4dagogen einen Rechner zur Verf\u00fcgung. So wird nicht nur gespielt, sondern Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler k\u00f6nnen ihre Hausaufgaben und R\u00fcckfragen zur Klausurvorbereitung per Email an den Lehrer schicken. Eine tolle Sache. Die SPD hat im Zuge der Diskussion um die Hartz-IV-Reform gefordert, 7.500 Schulsozialarbeiter in die Schulen zu schicken. F\u00fcr das Geld k\u00f6nnte man auch alle Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit einem Laptop ausstatten. Eine durchaus sinnvollere Alternative zum Vorschlag der SPD w\u00e4re das und mit den 2,7 Milliarden Euro \u2013 die die Schulsozialarbeiter j\u00e4hrlich kosten w\u00fcrden \u2013 ohne weiteres m\u00f6gliches. <\/p>\n<p>Die Schulen haben wie keine andere Institution die M\u00f6glichkeit, Kinder von klein an schrittweise den Umgang mit Medien zu vermitteln und ihnen dabei theoretisches und praktisches Wissen im allgemeinen Lernprozess der Schule beizubringen. Hier sind aber auch die Eltern gefragt. Die Kinder k\u00f6nnen zu Hause Vieles lernen, das \u00fcber den Unterricht in der Schule hinausgeht. Au\u00dferdem ist es wichtig, dass die Kinder Spa\u00df an der Sache haben. Auch hier k\u00f6nnen die Eltern ihre Kinder unterst\u00fctzen, sie aber auch bewusst vor gef\u00e4hrlichen Inhalten sch\u00fctzen und ganz nebenbei noch etwas f\u00fcr sich selbst \u00fcber Medien lernen.<\/p>\n<p>Ich denke, dass man anhand der 25 Milliarden Tweets und den 107 Billionen E-Mails die im Jahr 2010 verschickt wurden, sehen kann, dass es eine gro\u00dfe Nachfrage nach medialer Teilhabe in der Gesellschaft gibt. Ob nun alt oder jung, erfahren oder unerfahren: jeder kann sich in der Welt der Medien zurechtfinden und seinen ganz pers\u00f6nlichen Nutzen daraus ziehen.  Es ist Aufgabe der Politik und Verantwortung von Eltern und P\u00e4dagogen, dass die junge Generation auf diesem Weg selbstbestimmt voranschreitet und wir sie ermutigen und daran teilhaben und nicht skeptisch und ablehnend daneben stehen. F\u00fcr die Zukunft unserer Demokratie und Volkswirtschaft h\u00e4ngt viel davon ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\"><p>Nicht nur als Mitglied der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestags haben mich die folgenden Zahlen besonders beeindruckt:&hellip;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"link-more\">\n\t<a href=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=377\" class=\"more-link\">\n\t\tWeiterlesen<span class=\"screen-reader-text\"> &ldquo;Ein Laptop f\u00fcr jeden Sch\u00fcler!&rdquo;<\/span>&hellip;\t<\/a>\n<\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"footnotes":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false},"version":2}},"categories":[6],"tags":[37,775,98,117],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p35WCI-65","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/377"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=377"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/377\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=377"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=377"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=377"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}