{"id":3059,"date":"2017-04-11T12:28:26","date_gmt":"2017-04-11T12:28:26","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.petertauber.de\/?p=3059"},"modified":"2017-06-27T09:48:41","modified_gmt":"2017-06-27T09:48:41","slug":"christliche-werte-sind-staerker-als-rechter-hass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=3059","title":{"rendered":"Christliche Werte sind st\u00e4rker als rechter Hass"},"content":{"rendered":"<p>Die Kirchen haben klar gesagt: Wer Christ ist, der kann nicht AfD w\u00e4hlen, denn diese Partei und ihre Repr\u00e4sentanten treten christliche Werte in ihren Worten und Handeln mit F\u00fc\u00dfen. Ich bin als Christ dankbar f\u00fcr diese klare Position, die mir Orientierung gibt und die auch hilft, deutlich zu machen, warum Christdemokraten und Rechtspopulisten nichts miteinander verbindet.<\/p>\n<p>Im Jahr der Reformation und mit Blick auf Martin Luther tut man gut daran, mit der Sprache zu beginnen. Der gro\u00dfe Reformator hat die deutsche Sprache wie kaum ein zweiter gepr\u00e4gt und damit auch unser Denken \u2013 bis heute.<\/p>\n<p>Deswegen sollte man hinh\u00f6ren, wenn AfD-Politiker reden. Da fallen W\u00f6rter wie \u201eParasiten\u201c, \u201eLumpenproletariat der afro-arabischen Welt.\u201c , \u201egeistig-moralisch kastrierte Schreiberlinge\u201c. Damit sind Menschen gemeint. Hier geht es nicht um eine falsch verstandene politische Korrektheit. Hier geht es um Hass und Hetze.<\/p>\n<p>Da muss man sich nicht wundern, dass man Zuschriften von B\u00fcrgern bekommt, in denen beispielsweise folgende Beleidigungen fallen: \u201eVolksverr\u00e4ter\u201c, \u201eSchmarotzer\u201c, \u201eSpeichellecker\u201c, \u201eStrick nehmen\u201c oder \u201eAdolf h\u00e4tte eure Eltern ausradieren sollen\u201c.<br \/>\nFakt ist, die Tonart ist rauer geworden und diese Entwicklung geht einher mit dem Auftreten der AfD, insbesondere seitdem die Gruppe um Bernd Lucke aus der Partei gedr\u00e4ngt wurde. Und das gilt auch ohne Fake News und Social Bots.<\/p>\n<p>Gerade Bj\u00f6rn H\u00f6cke tut sich besonders hervor, wenn es um dumpfe Parolen geht. Er \u00fcberschreitet dabei jede Grenze und suhlt sich an den Reaktionen. Ich erinnere an die k\u00fcrzlich gehaltene Rede in Dresden, in der er das das Holocaust-Mahnmal als \u201eDenkmal der Schande\u201c bezeichnet, die Entnazifizierung nach dem Ende des zweiten Weltkrieges als \u201eRodung der deutschen Wurzeln\u201c und die Bundeswehr als \u201edurchgegenderte multikulturalisierte Eingreiftruppe im Dienste der USA\u201c. Er provoziert und die Menge br\u00fcllt &#8222;Volksverr\u00e4ter, Volksverr\u00e4ter, Volksverr\u00e4ter&#8220;. Sie meint die Politiker, sie meint die Demokraten, sie meint die Wirtschaftseliten, sie meint Gewerkschaften, sie meint auch die Kirchen.<\/p>\n<p>Es ist gut, wenn sowohl katholische als auch evangelische Kirche sich klar von der AfD absetzen und deutlich machen, dass Christen in der AfD nicht Mitglied sein sollten. Und die AfD mit christlichen Wertvorstellungen unvereinbar sei. Wer, wenn nicht wir als \u201eC\u201cDU m\u00fcssen hier fester B\u00fcndnispartner f\u00fcr die Kirchen sein. Die Kirche tut dies nicht nur, weil sie aus ihrer eigenen Geschichte gelernt hat. Sie tut dies auch, weil man klar erkennen muss, dass in der AfD bis auf ein paar Feigenbl\u00e4tter nicht nur islamfeindliche, sondern religionsfeindliche Vorurteile weit verbreitet sind. Man bezieht sich nur auf das Christentum, wenn es dem eigenen rechtsextremen Weltbild dient. Mit christlichen Werten wie N\u00e4chstenliebe und Barmherzigkeit hat die AfD nichts am Hut.<\/p>\n<p>Das Weltbild der AfD steht im klaren Widerspruch zu dem der CDU. Unsere Partei l\u00e4sst sich leiten vom christlichen Menschenbild, unsere Grundwerte sind Freiheit, Solidarit\u00e4t und Gerechtigkeit. Im Mittelpunkt steht dabei die Menschenw\u00fcrde. F\u00fcr uns ist jeder Mensch unabh\u00e4ngig seiner F\u00e4higkeiten, seines Glaubens, seines Alters, seines Geschlechts, seiner sexuellen Orientierung oder einer m\u00f6glichen Behinderung gleich viel wert.<\/p>\n<p>Mir ist noch ein Punkt wichtig: Christen sprechen nicht die niedersten Instinkte und Affekte an, indem sie schimpfen, p\u00f6beln und Hass verbreiten. Genau das tun die AfD und ihre Protagonisten. Wer Christ ist, der appelliert an das Gute in jedem Menschen, der st\u00e4rkt Glaube, Liebe, Hoffnung und redet nicht so, dass Hass, Neid und Wut die Oberhand gewinnen.<\/p>\n<p>Die AfD tut genau das Gegenteil. Und das nicht ohne Kalk\u00fcl: Infratest Dimap hat nach dem Sicherheitsgef\u00fchl der Deutschen gefragt: W\u00e4hrend Dreiviertel der W\u00e4hler aller Parteien sich sicher f\u00fchlen, sind es bei den AfD-W\u00e4hlern nur ein Drittel \u2013 Zweidrittel f\u00fchlen sich also unsicher. Die Angst dieser W\u00e4hler muss also bedient und weiter gesch\u00fcrt werden.<\/p>\n<p>Unterscheiden muss man dabei eben W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler und Funktion\u00e4re der Partei. Wer Vertrauen in die diese Republik tragenden demokratischen Parteien zur\u00fcckgewinnen will, der darf W\u00e4hler nicht beschimpfen, wie manche das tun. Frei nach Luther m\u00fcssen Politiker dem Volk aufs Maul schauen, aber sie d\u00fcrfen manchen, die da am rechten Rand fischen, nicht nach dem Munde reden. Haltung ist gefragt.<\/p>\n<p>Mit der Partei muss man viel h\u00e4rter ins Gericht gehen als wir das in der Vergangenheit getan haben. M\u00e4nner wie H\u00f6cke, die ihr rechtsextremes Weltbild herausposaunen, m\u00fcssen nicht einmal einen Ordnungsruf f\u00fcrchten. Die Partei duldet ihn nicht in ihren Reihen, er und seinesgleichen stehen f\u00fcr diese Partei. Die AfD ist mehr oder weniger offen rassistisch, sexistisch, und schwulenfeindlich. Sie grenzt aus, sie bek\u00e4mpft vor allem Minderheiten. Letztendlich geht es darum, dass die neue Rechte definieren will, wer \u201edeutsch\u201c sein soll. Nur die, die in Deutschland geboren wurden und deutsche Eltern haben. Die keiner Minderheit angeh\u00f6ren oder sich mit diesen Minderheiten solidarisieren \u2013 egal, ob vom Rednerpult oder von der Kanzel \u2013 werden ausgegrenzt und zu \u201eVolksverr\u00e4tern\u201c erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Mit dem Satz \u201eDas muss man doch wohl sagen d\u00fcrfen\u201c werden derzeit ganz bewusst Grenzen verschoben. Man darf zwar alles sagen, aber man muss mit Widerspruch leben. Gerade wenn man rechtsextremes Gedankengut verbreitet. AfD-Politiker sind Dauergast in Talk-Shows. Dennoch beschweren sie sich, ihre Meinung nicht offen sagen zu d\u00fcrfen. Das sagt die Partei, die Journalisten den Zugang zu ihren Parteitagen verwehrt. Ein Witz.<\/p>\n<p>Die AfD spaltet unser Land. Das sehen auch die B\u00fcrger so. 82 Prozent sind der Meinung, rechtsextremes Gedankengut sei in der AfD sehr weit oder weit verbreitet. Nur 12 Prozent sehen das nicht so. Die AfD bek\u00e4mpft unsere Republik. Sie bek\u00e4mpft alles, was wir \u2013 und damit meine ich die Menschen \u2013 seit 1945 aufgebaut haben. Nicht nur die Rede von H\u00f6cke zeigt das. Sie bek\u00e4mpft das moderne Deutschland, das f\u00fcr Europa, Wohlstand, Demokratie, Gerechtigkeit, Freiheit und Toleranz steht.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen f\u00fcr unser Land einstehen, jeder an seinem Platz. Wir d\u00fcrfen nicht zulassen, dass der Spaltpilz AfD weiter in unsere Gesellschaft eindringt. Das ist unsere Pflicht als Christen und Demokraten. Deshalb freue ich mich, die Evangelische Kirche an unsere Seite zu wissen, genauso wie unsere katholischen Schwestern und Br\u00fcder.<\/p>\n<p>Im Streit gilt es sich an den Satz \u201eEin feste Burg ist unser Gott\u201c von Martin Luther zu erinnern. Wir werden mehr streiten, denn Christen m\u00fcssen dem Populismus von rechts entgegentreten. Wer wissen will, wof\u00fcr man als Christ streitet, dem sei ein anderes Zitat des Reformators anempfohlen: \u201eEin Christ ist ein solcher Mensch, der gar keinen Hass noch Feindschaft wider jemand wei\u00df, keinen Zorn noch Rache in seinem Herzen hat, sondern eitel Liebe, Sanftmut und Wohltat.\u201c<\/p>\n<p><i>Dieser Text erschien als Namensbeitrag im Magazin <a href=\"http:\/\/www.eak-cducsu.de\/artikel\/heft-34-2017\">\u201eEvangelische Verantwortung\u201c des EAK von CDU und CSU (Heft 3&amp;4 2017)<\/a><\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\"><p>Die Kirchen haben klar gesagt: Wer Christ ist, der kann nicht AfD w\u00e4hlen, denn diese Partei und ihre Repr\u00e4sentanten treten&hellip;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"link-more\">\n\t<a href=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=3059\" class=\"more-link\">\n\t\tWeiterlesen<span class=\"screen-reader-text\"> &ldquo;Christliche Werte sind st\u00e4rker als rechter Hass&rdquo;<\/span>&hellip;\t<\/a>\n<\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3099,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"footnotes":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false},"version":2}},"categories":[785],"tags":[],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Kreuz-Kopie-e1498556910745.jpg","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p35WCI-Nl","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3059"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3059"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3059\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3060,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3059\/revisions\/3060"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/3099"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3059"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3059"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3059"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}