{"id":3049,"date":"2017-03-29T08:14:46","date_gmt":"2017-03-29T08:14:46","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.petertauber.de\/?p=3049"},"modified":"2017-03-29T08:14:46","modified_gmt":"2017-03-29T08:14:46","slug":"regulierungswut-im-digitalen-zeitalter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=3049","title":{"rendered":"Regulierungswut im digitalen Zeitalter"},"content":{"rendered":"<p>Erinnert Ihr Euch an das Testbild zum Sendeschluss? Oder die freundlichen Programmsprecherinnen, die das Abendprogramm im Fernsehen vorstellten? Nein?! Bis Mitte der Neunziger war das ganz normal. Heute gibt es beides nicht mehr; sie sind dem technologischen Fortschritt und einem v\u00f6llig neuen Medien- Nutzerverhalten gewichen.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich antiquiert, wenngleich j\u00fcngeren Alters, muten derweil manche Bestimmungen hinsichtlich der Definition dessen an, was denn in Deutschland einem Rundfunkangebot gleichkommt. Laut Auffassung der Medienanstalten geh\u00f6ren dazu auch Streaming-Kan\u00e4le wie der von PietSmiet.<\/p>\n<p>PietSmiet? Nie geh\u00f6rt? Hinter dem Namen verbirgt sich eine Gruppe sogenannter Let\u2019s Player, die Computerspiele spielt und diese dabei kommentieren. Danach werden die Videos bei YouTube und Co. hochgeladen. Das mag f\u00fcr den ein oder anderen befremdlich wirken, weit \u00fcber eine Milliarde Aufrufe zeigen aber, dass das Interesse riesig ist.  <\/p>\n<figure id=\"attachment_3051\" aria-describedby=\"caption-attachment-3051\" style=\"width: 1500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/1TK3628_ed_c.jpg\" alt=\"\" width=\"1500\" height=\"859\" class=\"size-full wp-image-3051\" srcset=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/1TK3628_ed_c.jpg 1500w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/1TK3628_ed_c-420x241.jpg 420w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/1TK3628_ed_c-744x426.jpg 744w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/1TK3628_ed_c-768x440.jpg 768w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/1TK3628_ed_c-1200x687.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3051\" class=\"wp-caption-text\">PietSmiet spricht \u00fcber seine Visionen eines digitalen Deutschlands 2025. \/ Foto: Tobias Koch<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nun berichten verschiedene Medien \u00fcber die von den Medienanstalten angedrohte Einstellung des Streamingkanals von PietSmiet. Begr\u00fcndet wird dies seitens der Kommission f\u00fcr Zulassung und Aufsicht (ZAK) damit, es handele sich bei PietSmiet TV um ein \u201eRundfunkangebot ohne Zulassung\u201c. Der Kommission gehe es mit der Beanstandung darum, \u201edem Anbieter den Versto\u00df gegen die Zulassungspflicht vor Augen zu f\u00fchren und ihn zu bewegen, bis sp\u00e4testens Ende April einen Zulassungsantrag\u201c zu stellen.<\/p>\n<p>Deutsche Regulierungswut im digitalen Zeitalter. Anstatt Innovation zu nutzen, um mit einer ausgewogenen Deregulierung neue Angebote zu erm\u00f6glichen, verharrt man im alten Denken. Damit ich richtig verstanden werde: Es geht nicht um Wildwest oder die immer wieder bef\u00fcrchteten \u201erechtsfreien R\u00e4ume\u201c. Es geht um klare und verst\u00e4ndliche sowie niedrigschwellige Regeln, die das bewahren, was das Netz ausmacht: Jeder kann es nutzen. Jeder kann nicht nur empfangen, sondern auch senden.<\/p>\n<p>Ich halte die von den Landesmedienanstalten gew\u00e4hlte Herangehensweise f\u00fcr v\u00f6llig verfehlt und nicht zeitgem\u00e4\u00df. Die von der ZAK vertretene Haltung wird den Entwicklungen unserer digitalen Gesellschaft in keiner Weise gerecht. In einer Zeit, in der etwa YouTuber aller L\u00e4nder \u00fcber eigene Internet-Kan\u00e4le ein grenz\u00fcbergreifendes Millionenpublikum erreichen, mutet das Beharren auf einer Zulassung seitens der deutschen Medienanstalten v\u00f6llig anachronistisch an.<\/p>\n<p>Dabei sollen die schier unbegrenzten M\u00f6glichkeiten des Internets nicht dazu f\u00fchren, dass bew\u00e4hrte Regelungen au\u00dfer Kraft gesetzt werden. Das Beharren auf einer kostenpflichtigen Zulassung f\u00fcr Streamingformate, die \u201emehr als 500 Nutzer gleichzeitig und live\u201c erreichen, geh\u00f6rt jedoch meiner Ansicht nach nicht dazu \u2013 insbesondere vor dem Hintergrund, dass wir uns damit im internationalen Vergleich selbst unn\u00f6tige Kn\u00fcppel zwischen die Beine werfen. <\/p>\n<p>Ich halte es f\u00fcr notwendig, die rechtlichen Rahmenbedingungen so anzupassen, dass sie den Anforderungen und Realit\u00e4ten unserer Zeit Rechnung tragen. Mit den Regulierungen der analogen Radio- und Fernsehepoche werden wir die Chancen und Herausforderungen des digitalen Zeitalters nicht nutzen bzw. stemmen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\"><p>Erinnert Ihr Euch an das Testbild zum Sendeschluss? Oder die freundlichen Programmsprecherinnen, die das Abendprogramm im Fernsehen vorstellten? Nein?! 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