{"id":2757,"date":"2016-07-04T14:16:26","date_gmt":"2016-07-04T14:16:26","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.petertauber.de\/?p=2757"},"modified":"2017-02-16T09:21:34","modified_gmt":"2017-02-16T09:21:34","slug":"europa-ist-eine-herzensangelegenheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=2757","title":{"rendered":"Europa ist eine Herzensangelegenheit"},"content":{"rendered":"<p>Steht Europa wirklich vor dem Ende, wie es manche unken oder beschw\u00f6ren \u2013 mit wohligem Schauer in der Stimme und das eigentlich Unsagbare nur raunend? So wie vielen Briten, denen jetzt erst d\u00e4mmert, was der Brexit f\u00fcr ihr Land wirklich bedeutet, haben all diese Kassandrarufe nicht bedacht, was die Konsequenzen eines auseinanderfallenden Europas w\u00e4ren. Keine Frage: Europa befindet sich \u2013 wieder einmal \u2013 in einer Krise. Dabei bietet die Entscheidung der Briten, die vielleicht nur auf den ersten Blick eine endg\u00fcltige ist, bei genauerem Hinsehen sogar mehrere Chancen.<\/p>\n<p>Helmut Kohl hat einmal gesagt: \u201eEuropa bleibt eine Frage von Krieg und Frieden mit allem, was dazugeh\u00f6rt: neben dem Frieden auch die Freiheit, der Wohlstand und die Demokratie.\u201c Drunter ist es nicht zu machen. Und weil viele das sp\u00fcren, sind sie von kleinlichen Debatten um Gurkenkr\u00fcmmung und Duschk\u00f6pfe auch so genervt. Man hat das Gef\u00fchl, Europa k\u00fcmmert sich nicht um die wichtigen Dinge, wie zum Beispiel den Schutz seiner Au\u00dfengrenzen, sondern verliert sich zu oft im Kleinklein.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst muss man sich aber noch einmal vor Augen f\u00fchren, dass dies nicht die erste und auch nicht die schwerste Krise des vereinten Europas ist. Die dieser Tage vielfach beschworenen R\u00f6mischen Vertr\u00e4ge, deren Unterzeichnung vor 60 Jahren wir 2017 feiern werden, waren eine Reaktion auf die erste Krise der europ\u00e4ischen Einigung: auf das Scheitern der Europ\u00e4ischen Verteidigungsgemeinschaft. Die zweite gro\u00dfe Krise Europas wurde ausgel\u00f6st durch die Politik des leeren Stuhls: Charles de Gaulle \u00fcberlie\u00df Europa sich selbst und l\u00e4hmte es damit. Die Antwort war die Erweiterung Europas um die jungen Demokratien im S\u00fcden. Der viel beschriebenen Eurosklerose folgte Helmut Kohls bedingungslose Politik f\u00fcr ein vereintes Europa. Die Staaten Osteuropas kamen hinzu, die gemeinsame W\u00e4hrung wurde eingef\u00fchrt. Nachdem die Idee einer europ\u00e4ischen Verfassung gescheitert war, folgte der Vertrag von Lissabon. Und in der Staatsschuldenkrise zerbrach die europ\u00e4ische W\u00e4hrung nicht etwa, sondern durch Reformen und neue Regeln blieb sie nach dem Dollar bis heute die zweitwichtigste Reservew\u00e4hrung der Welt.<\/p>\n<p>Europa hat auf Krisen also immer wieder reagiert und eine klare Antwort gegeben: Mal f\u00fchrte das zu einer Erweiterung Europas, mal zu einer Vertiefung. Wenn jetzt allerdings manche erneut nach Erweiterung oder Vertiefung rufen, dann kann das aus meiner Sicht nicht die richtige Antwort sein.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/reichstag_flaggen_746.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2758\" src=\"http:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/reichstag_flaggen_746.jpg\" alt=\"reichstag_flaggen_746\" width=\"1000\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/reichstag_flaggen_746.jpg 1000w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/reichstag_flaggen_746-420x168.jpg 420w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/reichstag_flaggen_746-744x298.jpg 744w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/reichstag_flaggen_746-768x307.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Junge Briten, aber auch junge Menschen in ganz Europa haben die Antwort dieser Tage bereits gegeben. Ich finde es beeindruckend und sch\u00f6n, dass die Generation, die Krieg und Not am eigenen Leib nie erfahren musste, doch ein gutes Gesp\u00fcr daf\u00fcr zu haben scheint, dass es dieses Europa ist, was ihnen ein Versprechen gibt: Sie k\u00f6nnen lernen was sie wollen, arbeiten wo sie wollen, leben wie sie wollen und lieben wen sie wollen. Europa ist damit f\u00fcr sie l\u00e4ngst mehr als ein Wirtschaftsraum. Es ist eine Herzensangelegenheit. Muss das nicht die Antwort auf die aktuelle Krise sein? Eine R\u00fcckbesinnung auf das Gute und Sch\u00f6ne in Europa?<\/p>\n<p>Auffallend ist, dass die Brexit-Bef\u00fcrworter, die mit unglaublicher Hetze und L\u00fcgen f\u00fcr ein Ausscheiden Gro\u00dfbritanniens aus der Europ\u00e4ischen Union geworben haben, merkw\u00fcrdig still sind. Au\u00dfer den Freudentr\u00e4nen von Beatrix von Storch sind keine Bilder des Jubels in Erinnerung geblieben. Damit wird deutlich: Die Gegner Europas, Rechtspopulisten und Nationalisten, haben keine Antwort, wie sie sich die Zukunft ohne Europa vorstellen. Sie riskieren in Wahrheit Freiheit, Demokratie und Wohlstand ihrer Nationen. Das d\u00e4mmert jetzt manchen. Und allen anderen muss man es jetzt klar sagen. F\u00fcr uns in Deutschland hei\u00dft das: Die AfD ist antieurop\u00e4isch und riskiert damit die Zukunft der Jugend unseres Volkes.<\/p>\n<p>Nun sind Europ\u00e4ische Kommission, das Europ\u00e4ische Parlament aber vor allem auch die Staats- und Regierungschefs in Europa gefordert: Sind sie die Stimme der Jugend Europas? Sie m\u00fcssen es werden, und auch den jungen Menschen, die an Europa zweifeln, Mut machen, an die eigene Zukunft zu glauben. Damit bekommt Europa eine neue emotionale und geistige Grundlage. Es wird von einer Idee, die Krieg und Not in Europa beenden half, zu einer Idee f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n<p>Die CDU ist die deutsche Europapartei. Sie wird sich dieser Aufgabe besonders annehmen m\u00fcssen. Denn am Ende gilt, was Konrad Adenauer sagte: \u201eDie Einheit Europas war ein Traum von wenigen. Sie wurde eine Hoffnung f\u00fcr viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit f\u00fcr uns alle.\u201c<\/p>\n<p><em>Der Text ist erschienen als Gastbeitrag in der <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.de\/peter-tauber\/europa-herzensangelegenheit-jugendliche_b_10752882.html\">Huffington Post<\/a>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\"><p>Steht Europa wirklich vor dem Ende, wie es manche unken oder beschw\u00f6ren \u2013 mit wohligem Schauer in der Stimme und&hellip;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"link-more\">\n\t<a href=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=2757\" class=\"more-link\">\n\t\tWeiterlesen<span class=\"screen-reader-text\"> &ldquo;Europa ist eine Herzensangelegenheit&rdquo;<\/span>&hellip;\t<\/a>\n<\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2758,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"footnotes":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false},"version":2}},"categories":[785,6],"tags":[749,258,96],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/reichstag_flaggen_746.jpg","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p35WCI-It","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2757"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2757"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2757\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2759,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2757\/revisions\/2759"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2758"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2757"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2757"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2757"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}