{"id":2691,"date":"2016-02-17T11:46:03","date_gmt":"2016-02-17T11:46:03","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.petertauber.de\/?p=2691"},"modified":"2017-02-16T09:21:38","modified_gmt":"2017-02-16T09:21:38","slug":"immer-ruederer-ton-im-internet-sollen-facebook-co-poebeleien-und-hasskommentare-herausfiltern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=2691","title":{"rendered":"Immer r\u00fcderer Ton im Internet: Sollen Facebook &#038; Co. P\u00f6beleien und  Hasskommentare herausfiltern?"},"content":{"rendered":"<p>Der Ton wird rauer: Was wir in den vergangenen Monaten, gerade im Zuge der Fl\u00fcchtlingsdebatte, in den sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter an menschenverachtender, rassistischer Hetze erleben, sprengt alles bisher Dagewesene. Unter dem Deckm\u00e4ntelchen der Meinungsfreiheit werden \u2013 oft anonym, in zunehmendem Ma\u00dfe aber auch ganz frank und frei unter Verwendung des eigenen Namens \u2013 fremdenfeindliche Parolen und Aufrufe zur Gewalt ins Netz gestellt. Diesen Menschen m\u00fcssen wir die Stirn bieten und ihnen klar und deutlich sagen, was sie sind: Hetzer, Rassisten, Nazis und eben keine Demokraten.  Wenn es sein muss auch mit deutlichen Worten \u2013 denn eine andere Sprache verstehen sie offenbar nicht. <\/p>\n<p>Von der Idee, gewaltverherrlichende oder extremistische Inhalte m\u00f6glichst bereits vor Ver\u00f6ffentlichung aus dem Internet herauszufiltern, halte ich wenig. Aus meiner Sicht l\u00f6st dieser Ansatz das Grundproblem nicht. Die Menschen denken ja leider trotzdem diesen Mist und verlieren sich in ihren selbsterdachten Verschw\u00f6rungstheorien. Wir bek\u00e4mpfen damit also nur ein Symptom, nicht aber die Ursache des Problems. Strafrechtlich relevante Aussagen m\u00fcssen dabei konsequent zur Anzeige gebracht werden: <strong>Wer den Holocaust leugnet oder Volksverhetzung betreibt, der sollte kein \u201egef\u00e4llt mir\u201c auf Facebook bekommen, sondern Post vom Staatsanwalt.<\/strong><\/p>\n<p>Jeder Demokrat sollte daher die Diskussion annehmen \u2013 zumindest mit denjenigen, die erkennbar noch an einer inhaltlichen Auseinandersetzung interessiert sind. Diese Leute sollen wissen, dass es uns gibt und dass nicht automatisch derjenige die Mehrheit hinter sich hat oder gar im Recht ist, der am lautesten schreit.<\/p>\n<p>Zugegeben: Es ist nicht immer leicht, gerade in bewegten Zeiten wie diesen, in denen unser Land mit der L\u00f6sung der gr\u00f6\u00dften Herausforderung seit der deutschen Wiedervereinigung besch\u00e4ftigt ist, die Contenance zu behalten. Manchmal platzt einem schlicht die Hutschnur, da nehme ich mich selbst nicht aus. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/P0B0825_s.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/P0B0825_s-1024x667.jpg\" alt=\"_P0B0825_s\" width=\"620\" height=\"404\" class=\"aligncenter size-large wp-image-2692\" \/><\/a><\/p>\n<p>So habe ich vor kurzem einen Twitter-User mit dem viel sagenden Namen \u201eUSRAELSklave\u201c als \u201eDrecksnazi\u201c tituliert. Dieser hatte zuvor meine Kondolenzbekundung f\u00fcr die Opfer des Zugungl\u00fccks von Bad Aibling zum Anlass genommen, der Bundesregierung zu unterstellen, dass sie die deutschen Opfer des Terroranschlags von Istanbul nicht in gleichem Ma\u00dfe gew\u00fcrdigt habe. Erstens ist diese Unterstellung sachlich falsch, zweitens hat mir ein kurzer Blick auf das Twitter-Profil des P\u00f6blers gezeigt, welch Geistes Kind er ist. Sein Profilbild zeigt den Schriftzug \u201eRefugees NOT welcome&#8220; (dt. \u201eFl\u00fcchtlinge NICHT willkommen&#8220;), als Wohnort gibt er \u201eDeutsches Reich 1871-1918&#8243; an, sein Nutzername ist ein Wortspiel aus USA, Israel und Sklave. In seinen Tweets hetzt er gegen Israel, Medien (u.a. bezeichnet er die BILD-Zeitung als \u201eZionistenblatt\u201c) und \u201ePolitikverbrecher&#8220; (SPD-Chef Sigmar Gabriel ist f\u00fcr ihn \u201eDie gr\u00f6\u00dfte Niete in unserer Firma BRD\u201c und \u201eEin St\u00fcck Schei\u00dfe\u201c), dazu nutzt er immer wieder Nazi-Jargon (\u201eGekaufte Judenkanzler\u201c). Ganz ehrlich: Ich bin es leid, solchen Menschen das Feld zu \u00fcberlassen und sei es auch \u201enur\u201c im virtuellen Raum. Solche verbalen Entgleisungen d\u00fcrfen wir als Demokraten nicht unwidersprochen lassen. Und auch wenn das Wort \u201eDrecksnazi\u201c sonst nicht zu meinem t\u00e4glichen Vokabular z\u00e4hlt und ich sonst nicht permanent mit solchen harten Worten um mich werfe, ab und an muss es mal raus.<\/p>\n<p>Ein guter Freund von mir zitiert in solchen F\u00e4llen \u00fcbrigens immer den so genannten Entenvergleich. Dieser besagt: \u201eWenn es aussieht wie eine Ente, l\u00e4uft wie eine Ente, quakt wie eine Ente, dann ist es auch eine Ente.\u201c In diesem Sinne bleibe ich bei meiner Meinung. Man muss einen Nazi dann auch einen Nazi nennen.<\/p>\n<p>Es liegt an jedem einzelnem von uns, dem Hass im Netz etwas entgegenzusetzen. Das ist nicht immer angenehm und erfordert, dass man auch selbst bereit ist, sich in den Sturm zu stellen. Doch schon Platon hat gesagt: \u201eWenn die Guten nicht k\u00e4mpfen, werden die Schlechten siegen.\u201c Diesem Grundsatz sollten wir uns alle gemeinsam verpflichtet f\u00fchlen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\"><p>Der Ton wird rauer: Was wir in den vergangenen Monaten, gerade im Zuge der Fl\u00fcchtlingsdebatte, in den sozialen Netzwerken wie&hellip;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"link-more\">\n\t<a href=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=2691\" class=\"more-link\">\n\t\tWeiterlesen<span class=\"screen-reader-text\"> &ldquo;Immer r\u00fcderer Ton im Internet: Sollen Facebook &#038; Co. 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