{"id":2520,"date":"2016-01-23T18:59:36","date_gmt":"2016-01-23T18:59:36","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.petertauber.de\/?p=2520"},"modified":"2016-01-26T10:21:19","modified_gmt":"2016-01-26T10:21:19","slug":"lutz-hundelshausen-ein-christdemokrat-der-ersten-stunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=2520","title":{"rendered":"Lutz Hundelshausen \u2013 ein Christdemokrat der ersten Stunde"},"content":{"rendered":"<p>Es war eine besondere Verabredung f\u00fcr mich. Ich wollte mich mit einem CDU-Mitglied der ersten Stunde treffen. Er ist seit 1946 Mitglied der Partei und wohnt in meiner Heimatstadt Gelnhausen.<br \/>\n1926 ist Lutz Hundelshausen in Oberschlesien geboren worden. Mitten in der Zeit der Weimarer Republik und nicht in den schlechtesten Jahren der ersten deutschen Demokratie. Das Schicksal von Flucht und Vertreibung bleibt ihm und seiner Familie erspart \u2013 wer wei\u00df, ob er es \u00fcberlebt h\u00e4tte \u2013, denn bereits vor dem Krieg findet der Vater eine Stelle in Gelnhausen, und die Familie zieht von Oberschlesien in das beschauliche hessische St\u00e4dtchen um. Auch hier geben in den drei\u00dfiger Jahren die Nazis den Ton an. Der Vater schafft f\u00fcr die Familie mit Flei\u00df ein Eigenheim. Der junge Lutz Hundelshausen muss bei Kriegsende noch als Luftwaffenhelfer in Kassel dienen, ger\u00e4t im Harz in Kriegsgefangenschaft, aber darf schon im Sommer 1945 zur\u00fcck nach Gelnhausen. Im benachbarten B\u00fcdingen macht er Abitur. Er wird Lehrer, u.a. f\u00fcr katholische Religion an der Gelnh\u00e4user Kreisrealschule. Noch heute lebt er in der Barbarossastadt, nimmt Anteil am Zeitgeschehen, der Entwicklung seiner Kinder und Enkel und pflegt seine Ehefrau.<br \/>\nEr ist trotz dieses f\u00fcr seine Generation nahezu typischen Lebenslaufs ein besonderer Mensch. Ein Demokrat der ersten Stunde. Einer der ersten Christdemokraten \u2013 und das bereits drei Jahre bevor die Bundesrepublik \u00fcberhaupt gegr\u00fcndet wird. Denn an vielen Orten in den vier Besatzungszonen gr\u00fcnden sich schon kurz nach Kriegsende Parteien, die sich dem C verpflichtet f\u00fchlen. Viele w\u00e4hlen als Namen bereits die Abk\u00fcrzung CDU. Einer von diesen tritt Lutz Hundelshausen schon 1946 bei. Christlichen Werten f\u00fchlen sie sich verpflichtet, Demokraten sind sie, und in einer Union wollen sie Grenzen von Klassen, Schichten und Konfessionen \u00fcberwinden. Alle vereinen Protestanten und Katholiken. Das ist die Lehre aus dem Nationalsozialismus: Man will das Gemeinsame betonen und nicht auf das Trennende schauen. Erst 1950 wird aus all diesen Gr\u00fcndungen in Goslar eine gemeinsame bundesweit agierende CDU. In der \u00f6stlichen Besatzungszone ist unter der Knute der Kommunisten die CDU dort l\u00e4ngst unterwandert, viele Christdemokraten aus der SBZ geflohen, inhaftiert oder sogar ermordet.<br \/>\nLutz Hundelshausen ist gerade 20 Jahre alt. Er ist nicht v\u00f6llig desillusioniert von der Politik &#8211; wie die meisten seiner Generation. Vielleicht hat ihm dabei auch sein christlicher Glaube geholfen. Er ist schnell dabei, als ihn die \u00e4lteren M\u00e4nner in Gelnhausen \u2013 auch in der Kirchengemeinde \u2013 fragen, ob er mithelfen will, eine neue Partei mit aufzubauen, die auf christlichen Werten gr\u00fcndet. Er engagiert sich ebenfalls in der Jungen Union. Er sagt ja. Er ist voller Tatendrang und vor allem voller Zuversicht.<br \/>\nSo begleitet er den ersten Landrat im Landkreis Gelnhausen nach dem Krieg, Heinrich Kre\u00df, und beteiligt sich an den ersten Wahlk\u00e4mpfen, die noch ohne Social Media, moderne Werbemittel und die neumodischen Plakate aus Plastik auskommen. <a href=\"http:\/\/www.kas.de\/wf\/de\/71.11818\/\">Mit einem Bus geht es \u00fcbers Land. \u00dcberall werden die Plakate aufgeh\u00e4ngt.<\/a><br \/>\nEr erlebt, dass es durchaus gef\u00e4hrlich werden konnte, Plakate der CDU in den roten Arbeiterd\u00f6rfern der Gegend aufzuh\u00e4ngen und und dabei auf Mitglieder der SPD oder der KPD zu treffen. \u201eMan musste schnell genug weglaufen k\u00f6nnen\u201c, beschreibt er das damals Erlebte heute.<br \/>\nAls 1946 auf Schloss Vollrads die Junge Union in Hessen gegr\u00fcndet wird, ist er dabei. Er erinnert sich an die Erbensuppe und die Unterbringung in Privatwohnungen von \u201eCDU-Leuten\u201c.<br \/>\nBis heute verfolgt er das politische Geschehen engagiert, liest die Tageszeitungen und informiert sich. Sorgen bereitet ihm der Glaubensr\u00fcckgang in der Gesellschaft und die damit einhergehenden Folgen &#8211; materialistische Denkweise, fehlende Bereitschaft, sich ehrenamtlich in der Gesellschaft einzubringen. Er ist nicht nur katholisch, sondern auch Mitglied der Malteser und beim DRK. Die Werte, f\u00fcr die seine Kirche, die Vereine, in denen er Mitglied ist, und die CDU stehen, sind ihm wichtig. Er fasst seine Sicht kurz in einem Satz zusammen: \u201eWer nichts glaubt, glaubt alles.\u201c<br \/>\nAngela Merkel als Bundeskanzlerin unterst\u00fctzt er. Das ist \u201eschon meine Frau\u201c an der Spitze des Landes, beschreibt er seinen Blick auf die Arbeit Merkels. Die Aussage des schleswig-holsteinischen Ministerpr\u00e4sidenten Albig, gegen Merkel solle die SPD auf einen eigenen Kanzlerkandidaten verzichten, kommentiert er kurz und knapp: \u201eAlbig sieht das Wesentliche.\u201c So spricht ein \u00fcberzeugter Christdemokrat. Und aus seinem Mund klingt der Satz nicht frech, sondern n\u00fcchtern, erfahren.<br \/>\nLutz Hundelshausen hat die Geschichte unserer Republik bewusst erlebt. Und inzwischen \u2013 nicht nur durch die Deutsche Einheit \u2013 hat sich unser Land immer wieder ver\u00e4ndert. Auch die CDU als Volkspartei hat diese Ver\u00e4nderungen nicht nur gestaltet, sondern selbst nachvollzogen. Das ist sicher auch ein Grund f\u00fcr ihren Erfolg. Nicht selbstverst\u00e4ndlich ist es aber, dass Menschen wie Lutz Hundelshausen diese Ver\u00e4nderungen \u201emitgehen\u201c, dass sie ihrer Partei dabei trotz allen Wandels treu bleiben.<br \/>\nAls ich mich von ihm verabschiede, kann ich nicht anders, als mich beeindruckt zu zeigen. Was f\u00fcr ein Leben, was f\u00fcr ein Christdemokrat. Auf M\u00e4nner wie ihn sind wir als CDU stolz. Sie sind Motivation und Verpflichtung zugleich.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Lutz-Hundelshausen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-2521\" src=\"http:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Lutz-Hundelshausen-1024x662.jpg\" alt=\"Lutz Hundelshausen\" width=\"620\" height=\"401\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\"><p>Es war eine besondere Verabredung f\u00fcr mich. Ich wollte mich mit einem CDU-Mitglied der ersten Stunde treffen. 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