{"id":207,"date":"2010-09-30T14:20:08","date_gmt":"2010-09-30T13:20:08","guid":{"rendered":"http:\/\/petertauber.wordpress.com\/?p=207"},"modified":"2010-09-30T14:20:08","modified_gmt":"2010-09-30T13:20:08","slug":"20-jahre-deutsche-einheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=207","title":{"rendered":"20 Jahre Deutsche Einheit"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-208\" title=\"Fahne2\" src=\"http:\/\/tauber.he-webpack.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/fahne21.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"231\" height=\"160\" \/>Bei meiner Terminplanung habe ich vor einigen Wochen \u00fcberlegt. Was mache ich denn am 3. Oktober? Soll ich mir diesen Tag freihalten, um an den offiziellen Feierlichkeiten teilzunehmen oder wie in den vergangenen Jahren auch bei Festen und Veranstaltungen im Main-Kinzig-Kreis unterwegs zu sein? Immerhin ist dieses Jahr der 20. Jahrestag unseres &#8222;neuen&#8220; Nationalfeiertags. Und nachdem die Bundesrepublik ihren Gr\u00fcndungstag nie so recht gefeiert hat (obwohl das vom Wetter her besser passt) und der 17. Juni, der Tag des Arbeiteraufstands in der DDR, ja nun wahrlich kein fr\u00f6hlicher Anlass war, haben wir also unter mehrfachen Gesichtspunkten allen Grund, uns als Deutsche zu freuen und eben auch mal zu feiern.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr uns heute selbstverst\u00e4ndlich scheint, war nicht nur 1945 nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, sondern auch noch im Fr\u00fchjahr 1989 eine unglaubliche Utopie. Der Politiker, der sich zum Jahreswechsel f\u00fcr ein Europa ohne Grenzen ausgesprochen h\u00e4tte, w\u00e4re wahrscheinlich verlacht worden. Nun hatten die Menschen in der DDR im Herbst 1989 endg\u00fcltig genug von einem Staat, der ihnen die Freiheit zu reisen und vor allem die Freiheit laut zu denken verwehrte. Neben der bedr\u00fcckenden Angst vor einem allgegenw\u00e4rtigen Geheimdienst, der eine Aus\u00fcbung des Grundrechts auf freie Meinungs\u00e4u\u00dferung unm\u00f6glich machte, mussten die Menschen aber auch erleben, dass ihr Flei\u00df und ihre Arbeit nicht entsprechend belohnt wurden.\u00a0 Die materielle Not und der Mangel an G\u00fctern des t\u00e4glichen Bedarfs, sowie eine vor dem Kollaps stehende Wirtschaftsordnung taten ihr \u00dcbriges. Die Menschen warfen mit dem Ruf &#8222;Wir sind das Volk&#8220; das Joch der Diktatur ab. Der Unrechtsstaat DDR war Geschichte. Dass sich Helmut Kohl mit viel Werben um Verst\u00e4ndnis im richtigen Moment bei Freunden und Verb\u00fcndeten im Westen, aber auch in der auseinanderbrechenden Sowjetunion f\u00fcr die Deutsche Einheit einsetzte, bleibt ein Gl\u00fccksfall in der Geschichte unseres Volkes.\u00a0 W\u00e4hrend in Rum\u00e4nien eine blutige Revolution das Regime hinwegfegte, \u00fcberraschten die Deutschen die Welt mit einer friedlichen Revolution und einer klugen und besonnenen Politik.<\/p>\n<p>Ohne die Deutsche Einheit w\u00e4re auch die europ\u00e4ische Einigung nicht m\u00f6glich gewesen. Das d\u00fcrfen wir nicht vergessen. Unser Land ist trotz aller Probleme weder in alte Gro\u00dfmannssucht zur\u00fcckgefallen, noch an den materiellen Kosten der Einheit zerbrochen. Wir haben vielleicht nur einen Fehler gemacht und nicht auf Willy Brandt geh\u00f6rt, der mit Blick auf die Wiedervereinigung den klugen Satz gesagt hat: &#8222;Zu viele fragen nach den Kosten, aber zu wenige nach dem Wert.&#8220; Die Deutsche Einheit ist ein Geschenk. Sie war Grundvoraussetzung und Beitrag f\u00fcr eine Welt, in der unser Land alle Chancen hat, wenn es sich anstrengt. Deutschland ist nach wie vor eine wichtige Industrienation. Wir sind umzingelt von Freunden und ein geachteter Partner in allen Teilen der Welt. Die V\u00e4ter und M\u00fctter des Grundgesetzes h\u00e4tten wahrscheinlich Tr\u00e4nen in den Augen, so unvorstellbar war das, was f\u00fcr uns heute selbstverst\u00e4ndlich ist, im Jahr 1945 nach einem schrecklichen Krieg f\u00fcr die meisten Deutschen. Ich wei\u00df, dass Feiern nicht jedermanns Sache ist. Dazu meckern die Deutschen &#8211; ich inklusive &#8211; viel zu gern. Aber vielleicht w\u00fcrde es uns gut zu Gesicht stehen, sich am 3. Oktober einfach mal zu freuen. Dass kann jeder auf seine Weise tun. Der eine ein bisschen lauter mit dem Singen der Nationalhymne, der andere ein bisschen leiser, indem er vielleicht eine Kerze anz\u00fcndet. Nur freuen sollten wir uns als Deutsche. Gemeckert werden darf dann wieder aus vollster \u00dcberzeugung am 4. Oktober!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\"><p>Bei meiner Terminplanung habe ich vor einigen Wochen \u00fcberlegt. Was mache ich denn am 3. Oktober? 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