{"id":19,"date":"2010-05-29T12:14:13","date_gmt":"2010-05-29T11:14:13","guid":{"rendered":"http:\/\/petertauber.wordpress.com\/?p=19"},"modified":"2017-02-16T09:29:23","modified_gmt":"2017-02-16T09:29:23","slug":"enquete-kommission-in-klausur-zur-geschaftsordnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=19","title":{"rendered":"Enquete-Kommission in Klausur: Zur Gesch\u00e4ftsordnung!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Auch wenn mit \u201cviel  Freude\u201d \u00fcber Gesch\u00e4ftsordnungsfragen  diskutiert wurde, am Ende des  Tages kann man mit dem Auftakt zufrieden  sein, schreibt Peter Tauber  f\u00fcr blogfraktion.de. F\u00fcr sich hat er drei Bereiche erkannt, in  denen er  sich unter den \u00dcberschriften \u201cSoziologie 2.0\u2033, \u201cDas weltweite  Dorf\u201d  und \u201cWer hat die Macht?\u201d engagieren will. Seine Bilanz der   Klausurtagung der Internet-Enquete:<\/strong><\/p>\n<p>Nach der Klausurtagung der Enquete-Kommission \u201cInternet und digitale   Gesellschaft\u201d am Montag, bleibe ich leicht verunsichert zur\u00fcck. Es  einer  unzureichenden Vorbereitung zuzuschreiben, wenn man schlicht und   einfach bilanziert, dass mehr als die H\u00e4lfte der Zeit \u00fcber Formalia und   Gesch\u00e4ftsordnungsfragen diskutiert wurde, springt zu kurz. Man folgte   dem Grundsatz: \u201cDer Antrag zur <strong>Gesch\u00e4ftsordnung<\/strong> spielt   in Versammlungen aller Art eine sehr wichtige Rolle. Er ist vorrangig  zu  allen Sachfragen zu behandeln\u201d, <a title=\"Wikipedia:  Gesch\u00e4ftsordnung\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gesch%C3%A4ftsordnung\" target=\"_blank\">wie es in einer h\u00e4ufig zitierten Enzyklop\u00e4die<\/a> hei\u00dft.<\/p>\n<p><strong>Aber der Reihe nach:<\/strong> Ich freue mich \u00a0trotzdem immer   noch dar\u00fcber, als ordentliches Mitglied in der Enquete-Kommission   \u201cInternet und Digitale Gesellschaft\u201d mitarbeiten zu k\u00f6nnen, denn ich   halte das Internet f\u00fcr den <strong>entscheidenden Faktor aller   gesellschaftspolitischen und \u00f6konomischen Fragen der Zukunft<\/strong>.   Ich habe mir vorgenommen, vor allem daf\u00fcr zu werben, in Deutschland   st\u00e4rker die <strong>Chancen<\/strong> des weltweiten Netzes in den Blick   zu nehmen \u2013 und zwar f\u00fcr alle Bereiche unserer Gesellschaft. Das   Internet wird uns neue Formen der <strong>Wissensvermittlung<\/strong> nicht nur an Universit\u00e4ten, sondern auch an Schulen erm\u00f6glichen. Es   bietet unglaubliche Perspektiven f\u00fcr unsere <strong>Wirtschaft<\/strong> und f\u00fcr neue moderne <strong>Arbeitspl\u00e4tze<\/strong>. Dar\u00fcber hinaus   r\u00fcckt durch das Internet nicht nur die Welt zusammen, der Spessart und   der Vogelsberg liegen auf einmal einen Steinwurf von den Metropolen der   Welt entfernt. Das bietet gerade auch vor dem Hintergrund des <strong>demografischen   Wandels<\/strong> f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum ungeahnte Chancen \u2013 eine gute  <strong>Breitbandversorgung<\/strong> vorausgesetzt. Das Internet wird  unser Leben weiter grundlegend  ver\u00e4ndern und wir m\u00fcssen lernen, damit  umzugehen. Und letztlich bietet  das Internet bisher noch nicht einmal  ansatzweise ausgelotete Chancen  f\u00fcr <strong>Demokratie 2.0<\/strong>,  denn ich habe selbst im  Bundestagswahlkampf erlebt, was f\u00fcr tolle  M\u00f6glichkeiten zum direkten  Meinungsaustausch mit den Menschen durch die  sozialen Netzwerke  entstehen.<\/p>\n<p>Voll mit diesen und \u00e4hnlichen Gedanken bin ich zur <a title=\"bundestag.de: Klausurtagung der Enquete-Kommission am 17. Mai\" href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/internetenquete\/Klausurtagung\/\" target=\"_blank\">Klausurtagung der Enquete-Kommission<\/a> gefahren.   Aufgrund anderer Termine war ich beim geselligen Teil am Abend zuvor   nicht dabei, was mich ge\u00e4rgert hat, denn eine offene und gute Diskussion   wird leichter, wenn sich die Gespr\u00e4chsteilnehmer besser kennen. Darum   hatte ich mir vorgenommen, mich erstens ein bisschen zur\u00fcckzuhalten und   zweitens zuzuh\u00f6ren. Ich empfand es bis zum Beginn der Klausurtagung  als  gro\u00dfe Chance, dass nicht nur 17 Politiker, sondern auch 17 Experten  in  diesem Gremium mitarbeiten. Das war der vielbeschworene externe   Sachverstand, der \u2013 so meine Hoffnung \u2013 dazu f\u00fchren sollte, das   Diskussion nicht unn\u00f6tig in die L\u00e4nge, sondern viel eher konkret und   ergebnisorientiert gef\u00fchrt werden sollten.<\/p>\n<p>Alles fing hoffnungsvoll an: Die  nochmalige Vorstellungsrunde, in  der auch Erwartungshaltungen  vorgetragen wurde, war kurz und knapp. Man  bekam einen guten Eindruck  voneinander \u2013 und dann ging es auch schon  los.<\/p>\n<p>Manch eine Wortmeldung klang so, als ob die Freude an der Debatte von   Gesch\u00e4ftsordnungen im Vordergrund stand, so wie man das von   Gewerkschaftstagen oder auch der einen oder anderen Parteiveranstaltung   kennt. Dass in dasselbe Horn auch ein Experte aus der Netzgemeinde   stie\u00df, wirkte selbst auf diejenigen Abgeordnetenkollegen, die sich das   Internet als Lebenswelt erst nach und nach erschlie\u00dfen, leicht   befremdlich. Besonders \u00e4rgerlich waren Gesch\u00e4ftsordnungsdebatten, die   man schlicht weg nicht h\u00e4tte f\u00fchren m\u00fcssen, weil es nun mal eine   feststehende Gesch\u00e4ftsordnung gibt, an die wir uns in der   Enquete-Kommission auch halten m\u00fcssen. Es ist n\u00e4mlich ein wesentlicher   Bestandteil von Demokratie, dass man sich an Spielregeln h\u00e4lt, gerade   auch dann, wenn sie einem nicht immer gefallen.<\/p>\n<p>Wie ernst es die Enquete-Kommission mit der <strong>Beteiligung der   \u00d6ffentlichkeit als 18. Experten<\/strong> meint, wurde bei der Diskussion   des Online-Konzeptes deutlich. Beispielhaft sei hier das geplante Blog   erw\u00e4hnt, in dem jeder ohne vorherige Anmeldung seine Meinung  platzieren  kann. Das ist <em>eine<\/em> Grundlage, die deutlich Luft  nach oben  bietet.<\/p>\n<p>Weitere Beteiligungselemente, wie zum Beispiel die M\u00f6glichkeit Fragen   f\u00fcr die \u00f6ffentlichen Anh\u00f6rung einzureichen, wurden von  Sachverst\u00e4ndigen  jedoch zerredet und werden f\u00fcr die <a title=\"Terminhinweis: Anh\u00f6rung am  5. Juli 2010\" href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/internetenquete\/termine\/2010_3Sitzung.jsp\" target=\"_blank\">Anh\u00f6rung am 5. Juli<\/a> wohl nicht zur Verf\u00fcgung   stehen. Schon verwunderlich, dass netzaffine Sachverst\u00e4ndige den \u201c18.   Sachverst\u00e4ndigen\u201d mit diesem Verhalten aussperren. Der Kollege von Notz   hat auch <a title=\"Konstantin von Notz auf gruen-digital.de\" href=\"http:\/\/gruen-digital.de\/2010\/05\/bericht-von-der-klausurtagung-enquete-am-montag-den-17-mai-2010\/\" target=\"_blank\">schon darauf hingewiesen<\/a> \u2013 wenn auch etwas   freundlicher formuliert.<\/p>\n<p>Dass die Sitzungen \u00f6ffentlich per <strong>Live-Stream <\/strong>\u00fcbertragen   werden, ist eine gute Sache. Die Projektgruppen hingegen sollen   zun\u00e4chst hinter verschlossenen T\u00fcren tagen. Inwieweit es dabei bleibt,   werden wir sehen. Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir   am Ende in der Sache quer \u00fcber den Tisch streiten und sich vielleicht   \u00fcberraschende Koalitionen ergeben.<\/p>\n<p><strong>Dennoch: Am Ende des Tages kann man mit dem Auftakt zufrieden   sein.<\/strong> Mit den <strong>Projektgruppen<\/strong>, die nach und   nach alle Themen abarbeiten sollen, ist nun eine Arbeitsform gefunden   worden, die jedem die M\u00f6glichkeit gibt, sich einzubringen. Spannend wird   lediglich sein, welches Durchhalteverm\u00f6gen alle Mitglieder der   Enquete-Kommission aufbringen, wenn die Arbeit l\u00e4uft und wir uns durch   den Berg von Themen durchk\u00e4mpfen. Das bleibt abzuwarten. Starten werden   wir mit den Themen <strong>Netzneutralit\u00e4t, Datenschutz und  Urheberrecht<\/strong>.  F\u00fcr mich habe ich dar\u00fcber hinaus drei Themen  notiert, die mich  besonders interessieren:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Soziologie 2.0 \u2013 <\/strong>Wie ver\u00e4ndert das Internet das   Denken, den Menschen und gesellschaftliche Strukturen?<\/li>\n<li><strong>Das weltweite Dorf \u2013 <\/strong>Die Folgen des Internets  f\u00fcr  das Leben im l\u00e4ndlichen Raum<\/li>\n<li><strong>Wer hat die Macht? \u2013 <\/strong>Neue Formen der  politischen  Partizipation durch das Web 2.0<\/li>\n<\/ol>\n<p>In den jeweiligen Projektgruppen werde ich mich intensiver diesen und   allen damit zusammenh\u00e4ngenden Fragen widmen. Meine Begeisterung f\u00fcr  das  Thema werde ich mir bewahren und da bin ich dann hoffentlich nicht  der  einzige.<\/p>\n<p>In E-Mails, Gespr\u00e4chen und Blogs registriere ich, dass es weit \u00fcber   die selbsternannte Netzavantgarde von Piraten und professionellen   Bloggern hinaus ein sehr gro\u00dfes Interesse und Begeisterung f\u00fcr das Thema   gibt. Dieses Interesse gilt es wachzuhalten. Auch das ist eine Aufgabe   der Enquete-Kommission und jeder Experte, jedes Mitglied muss sich   fragen, was er pers\u00f6nlich dazu beitr\u00e4gt. Darum hoffe ich, dass sich   stundenlange Debatten \u00fcber Formalit\u00e4ten und Gesch\u00e4ftsordnungen nicht   wiederholen. Vor allem nicht, wenn die Enquete-Kommission \u00f6ffentlich   tagt. Das w\u00e4re be\u00e4ngstigend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\"><p>Auch wenn mit \u201cviel Freude\u201d \u00fcber Gesch\u00e4ftsordnungsfragen diskutiert wurde, am Ende des Tages kann man mit dem Auftakt zufrieden sein,&hellip;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"link-more\">\n\t<a href=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=19\" class=\"more-link\">\n\t\tWeiterlesen<span class=\"screen-reader-text\"> &ldquo;Enquete-Kommission in Klausur: Zur Gesch\u00e4ftsordnung!&rdquo;<\/span>&hellip;\t<\/a>\n<\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"footnotes":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false},"version":2}},"categories":[785,4],"tags":[775,102],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p35WCI-j","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2999,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19\/revisions\/2999"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}