{"id":1859,"date":"2013-10-11T14:08:19","date_gmt":"2013-10-11T14:08:19","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.petertauber.de\/?p=1859"},"modified":"2017-02-16T09:21:54","modified_gmt":"2017-02-16T09:21:54","slug":"der-wahlkampf-alles-andere-als-langweilig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=1859","title":{"rendered":"Der Wahlkampf &#8211; alles andere als langweilig."},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/2013-10-10-Langweilig.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/2013-10-10-Langweilig-1024x489.png\" alt=\"2013-10-10 Langweilig\" width=\"620\" height=\"296\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1861\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mit etwas Abstand und angesichts der aktuellen Sondierungsgespr\u00e4che ist es aus meiner Sicht Zeit, einmal auf den Wahlkampf zur\u00fcckzuschauen und sich ein paar Fragen zu stellen. Ich habe dabei acht Punkte aufgeschrieben, die mich vor und im Wahlkampf besch\u00e4ftigt haben und m\u00f6chte dazu meine Meinung sagen.<\/p>\n<p>01. Der Wahlkampf war nicht langweilig. Viele Journalisten haben gejammert, es sei der langweiligste Wahlkampf aller Zeiten gewesen. Das Gegenteil ist aus meiner Sicht der Fall und ich habe als Parteimitglied der CDU seit 1994 jeden Bundestagswahlkampf aktiv miterlebt. Die gro\u00dfen Themen Energiewende und Staatsschuldenkrise in Europa waren aber vielleicht \u2013 ohne den gesch\u00e4tzten Journalisten zu nahe treten zu wollen \u2013 zu kompliziert f\u00fcr eine Aufbereitung in den Medien. Darum hat man ja auch den Veggie-Day und den Stinkefinger von Steinbr\u00fcck (sicher nicht zum Nachteil der Union) dankbar aufgegriffen. Die Wahrheit ist: Das hatte mit dem Wahlkampf und den anstehenden Entscheidungen ja nur indirekt zu tun.<\/p>\n<p>02. SPD und Gr\u00fcne haben Themen gesetzt die \u201eniemand\u201c interessiert. Sie haben ein Bild von diesem Land gezeichnet, dass mit der Wirklichkeit einfach wenig zu tun hat. Damit will ich nicht sagen, dass wir nicht Handlungsbedarf in vielen Bereichen haben, aber so zu tun, als ob Arbeitnehmer in Deutschland per se geknechtet und ausgebeutet werden, ist genauso falsch wie zu glauben, dass eine Frauenquote in Aufsichtsr\u00e4ten der DAX-Konzerne die Herzen der Menschen ber\u00fchrt. Sie haben damit auf die Themen gesetzt, die zwar auch die Medien interessant fanden. Offensichtlich haben die W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler andere Themen wichtig gefunden.<\/p>\n<p>03. Das gilt auch f\u00fcr das aus meiner Sicht immer noch wichtige Thema \u201eWer speichert was in der digitalen Welt\u201c, dass durch die \u201eEnth\u00fcllungen\u201c von Edward Snowden eine breitere \u00d6ffentlichkeit erreicht hat. Es taugt zwar nicht als Wahlkampfthema und sollte aber auf der politischen Agenda bleiben. Davon bin ich \u00fcberzeugt. Aber es ist eben kein Thema, dass das Wahlvolk parteipolitisch mobilisiert hat. Darauf haben SPD und Gr\u00fcne gesetzt und manch ein Journalist wollte einen Stimmungsumschwung herbeischreiben. Funktioniert hat das nicht.<\/p>\n<p>04. Die gestiegene Wahlbeteiligung ist ebenfalls ein Beleg daf\u00fcr, dass die W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler den Wahlkampf nicht als langweilig empfunden haben, sondern wussten, dass es um wichtige Entscheidungen geht. Die Union hat in ihrem Wahlkampf sachlich f\u00fcr sich und die Kanzlerin geworben und es unterlassen, den politischen Gegner unter der G\u00fcrtellinie zu attackieren. Das kann man langweilig nennen, wurde aber belohnt. Dabei konnte die CDU insgesamt 1,25 Millionen Nichtw\u00e4hlerinnen und Nichtw\u00e4hler f\u00fcr sich gewinnen. <\/p>\n<p>04. Der Wahlkampf im Netz hat funktioniert und war ebenfalls nicht langweilig. Vor allem auf Twitter und Facebook aber auch auf Blogs gab es eine breite M\u00f6glichkeit zur Diskussion untereinander, aber auch mit Abgeordneten und Kandidaten. Die Wahrnehmung des TV-Duells w\u00e4re ohne soziale Netzwerke nur halb so spannend gewesen. Verk\u00fcrzungen, Augenzwinkern und ein bisschen Polemik geh\u00f6ren zum Wahlkampf im Netz unbedingt dazu. Ich habe mich dabei gefreut, dass der von mir kreierte Hashtag #muttimachts uns durch die hei\u00dfe Phase des Wahlkampfes begleitet hat.<\/p>\n<p>05. Facebook war eine tolle Erg\u00e4nzung zu den Hausbesuchen. Ich habe meine Bilanz, meine Ziele und meine Person nicht nur auf einer Internetseite, sondern auch auf Facebook vorgestellt. In den letzten Monaten vor der Wahl konnte ich auf meiner Fanseite fast 1.000 zus\u00e4tzliche Likes schwerpunktm\u00e4\u00dfig aus dem Wahlkreis generieren. Ich bin der Meinung, dass sich diese Diskussionen gelohnt haben. Vielfach wurde ich bei Veranstaltungen und im Stra\u00dfenwahlkampf auf meine Aktivit\u00e4ten im Netz angesprochen. Und bei Hausbesuchen bekam ich immer mal zu h\u00f6ren: \u201eIch kenne Sie schon von Facebook.\u201c<\/p>\n<p>06. Die CDU sollte sich nicht nur um die \u00e4ltere Generation bem\u00fchen. Es ist eine alte Weisheit vieler Strategen in den Kommandozentralen, dass die \u00e4ltere Generation nicht nur zahlreicher ist, sondern tendenziell eher CDU w\u00e4hlt als andere Bev\u00f6lkerungsgruppen. Ich glaube, dass wir dennoch st\u00e4rker um junge W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler werben sollten. Die CDU hat erstmals die so genannte Juniorwahl bundesweit mit 26,2 Prozent gewonnen. Ich selbst habe durch den intensiven Kontakt zu den Schulen im Wahlkreis und durch Facebook versucht, viele Jung- und Erstw\u00e4hler zu erreichen. Bei der Juniorwahl U18 konnte ich so in meinem Wahlkreis mit 49,9 Prozent der Stimmen das beste Erststimmenergebnis in Hessen erzielen und lag dabei bei den Jugendlichen sogar \u00fcber meinem realen Erststimmenergebnis von 48,8 Prozent. Das Werben um Vertrauen bei jungen Menschen lohnt sich also auch f\u00fcr die CDU.<\/p>\n<p>07. Ich pers\u00f6nlich w\u00fcrde eine schwarz-gr\u00fcne Zusammenarbeit spannend finden. Gleichwohl glaube ich auch, dass die Schnittmengen mit den Sozialdemokraten \u00e4hnlich gro\u00df sind. Egal, wer am Ende Koalitionspartner der Union wird \u2013 von beiden Seiten wird ein erhebliches Ma\u00df an Kompromissbereitschaft verlangt werden. Und die Parteien werden ihren jeweiligen Anh\u00e4ngern genau erkl\u00e4ren m\u00fcssen, warum diese Kompromisse notwendig waren bzw. sind. Ehrlich gesagt ist die Idee einer schwarz-gr\u00fcnen Koalition nicht ohne Eigennutz. In einer gro\u00dfen Koalition wird der Einfluss einzelner Abgeordneter deutlich geringer sein, als bei knappen Mehrheiten im Parlament. Aber am Ende sollte entscheidend sein, mit welcher Partei die Union 2013 die gr\u00f6\u00dferen Schnittmengen bilden kann.<\/p>\n<p>08. Angel Merkel hat im Wahlkampf den f\u00fcr mich auch in der aktuellen Situation entscheidenden Satz gepr\u00e4gt: \u201eErst das Land, dann die Partei.\u201c Daran sollten jetzt auch Gr\u00fcne und Sozialdemokraten denken. Sie haben eine staatspolitische Verantwortung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\"><p>Mit etwas Abstand und angesichts der aktuellen Sondierungsgespr\u00e4che ist es aus meiner Sicht Zeit, einmal auf den Wahlkampf zur\u00fcckzuschauen und&hellip;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"link-more\">\n\t<a href=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=1859\" class=\"more-link\">\n\t\tWeiterlesen<span class=\"screen-reader-text\"> &ldquo;Der Wahlkampf &#8211; alles andere als langweilig.&rdquo;<\/span>&hellip;\t<\/a>\n<\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1861,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"footnotes":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false},"version":2}},"categories":[785,1,6],"tags":[],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/2013-10-10-Langweilig.png","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p35WCI-tZ","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1859"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1859"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1859\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2964,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1859\/revisions\/2964"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1861"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1859"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1859"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1859"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}