{"id":179,"date":"2010-09-13T08:26:17","date_gmt":"2010-09-13T07:26:17","guid":{"rendered":"http:\/\/petertauber.wordpress.com\/?p=179"},"modified":"2017-02-16T09:29:20","modified_gmt":"2017-02-16T09:29:20","slug":"schafft-sich-deutschland-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=179","title":{"rendered":"Schafft sich Deutschland ab?"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDeutschland schafft sich ab.\u201c Das Buch des Sozialdemokraten Thilo Sarrazin hat eingeschlagen wie eine Bombe. Ganz Deutschland diskutiert nun vor seiner Abschaffung dar\u00fcber. Fataler Weise haben nur die Wenigsten, die sich an dieser Debatte beteiligen, \u00fcberhaupt gelesen, was Sarrazin schreibt. Und entsprechend gro\u00df ist die Emp\u00f6rung \u00fcber einzelne Formulierungen oder Thesen. Gerade die politische Linke war sofort entr\u00fcstet. Klar: je gr\u00f6\u00dfer die Entr\u00fcstung, desto weniger muss man in der Sache dar\u00fcber sprechen, dass viele Dinge, die uns \u00fcber Jahrzehnte als \u201eMulti-Kulti\u201c verkauft wurden, schlichtweg gescheitert sind. Auch dar\u00fcber schreibt das Vorstandsmitglied der Bundesbank. \u00c4rgerlich am Buch von Thilo Sarrazin sind aber aus meiner Sicht vor allem zwei Dinge: Erstens ist es negativ. Er beschreibt Fehlentwicklungen ohne wirkliche L\u00f6sungswege aufzuzeigen. Der rei\u00dferische und zugleich pessimistische Titel mag zwar f\u00fcr die Verkaufszahlen gut sein, aber eine Perspektive f\u00fcr unsere Nation bietet er gleichwohl nicht. Au\u00dferdem muss sich Sarrazin ja die Frage gefallen lassen, warum er die Dinge, die er nun so wortreich beklagt, in seiner aktiven Zeit als Politiker nicht ge\u00e4ndert hat! Was hat der Politiker Thilo Sarrazin denn dazu beigetragen, dass Migranten Deutschland als neue Heimat annehmen und sich zu ihr bekennen? Was hat Thilo Sarrazin als Politiker dazu beigetragen, dass die Menschen mehr Verantwortung f\u00fcr sich selbst und f\u00fcreinander \u00fcbernehmen anstatt nach dem Staat und der F\u00fcrsorge zu rufen, sich anstrengen und Bildung f\u00fcr sich individuell als Chance erkennen? Au\u00dfer markiger Spr\u00fcche kam auch damals nicht allzu viel von ihm.<\/p>\n<p>Deutschland steht vor einem Berg von Problemen. Aber wenn wir nicht daran glauben, diese gemeinsam zu bew\u00e4ltigen, dann werden wir es nicht schaffen. Entscheidend ist das Wort \u201egemeinsam\u201c. Und entscheidend ist, dass die Starken die Schwachen mitnehmen, aber auch, dass man den Starken die M\u00f6glichkeiten gibt, ihre St\u00e4rken \u00fcberhaupt zu entfalten. Was ist uns denn gemeinsam? Nun vor allem unsere Sprache. Darum haben inzwischen alle eingesehen, dass ohne die gemeinsame Sprache Deutsch ein Zusammenleben in unserem Land nicht organisiert werden kann. Hinzu kommen aber auch unsere Kultur und unsere Geschichte. Darum ist es wichtig, dass wir Deutschen wissen wo wir herkommen, aber auch, dass wir denjenigen, die Deutsche werden, erkl\u00e4ren, warum unser Land so ist wie es ist.<\/p>\n<p>Noch wichtiger ist aber die Frage: Wo wollen wir hin? Haben wir das Bewusstsein, dass wir auch als Nation aufgerufen sind, unseren Platz in Europa zu suchen und zu behaupten? Uns zu fragen, welchen Beitrag leisten wir als Deutsche f\u00fcr eine friedliche Welt? Welche ureigensten Interesse haben wir und wie k\u00f6nnen wir diese auch durchsetzen? Uns sollte klar werden, dass wir als Deutsche \u2013 egal ob die Gro\u00dfeltern aus dem tiefsten Vogelsberg oder Anatolien kommen \u2013 mehr sind als nur die Summe von Einzelinteressen. Andere Nationen feiern ihren Nationalfeiertag, um diese Zusammengeh\u00f6rigkeit zu artikulieren.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re ein gutes Zeichen, wenn wir im 20. Jahr der Deutschen Einheit unseren Nationalfeiertag fr\u00f6hlich und zuversichtlich begehen. Nur die Ansprache des Bundespr\u00e4sidenten ist deswegen ein bisschen wenig. Jeder kann an seinem Platz einen Beitrag dazu leisten, dass wir uns bewusst werden, dass wir zusammenhalten m\u00fcssen, wenn wir Probleme im Gro\u00dfen wie im Kleinen l\u00f6sen wollen. Dieses Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl findet Ausdruck in den drei wunderbaren Farben schwarz-rot-gold. Seit jeher stehen diese Farben f\u00fcr Einigkeit und Recht und Freiheit. Vielleicht holt der eine oder andere die Fahne, die seit der WM wieder im Schrank liegt, am 3. Oktober heraus. Vielleicht organisieren St\u00e4dte und Gemeinden, Parteien oder Vereine Veranstaltungen, so wie es der Main-Kinzig-Kreis tut. Vielleicht erinnern die Geistlichen im Gottesdienst daran, welches Geschenk unserem Volk da vor 20 Jahren zu Teil wurde. Also: Freuen wir uns am 3. Oktober, dass wir als Deutsche wieder vereint in einem freien Europa ohne Grenzen leben. Dass wir dank unseres Flei\u00dfes und unserer Arbeit zu den wohlhabendsten Nationen der Welt geh\u00f6ren und inzwischen andere L\u00e4nder mit uns Jubeln wenn jemand f\u00fcr Deutschland singt oder ein Tor schie\u00dft. Genau davon haben wahrscheinlich die M\u00fctter und V\u00e4ter des Grundgesetzes getr\u00e4umt. Wir d\u00fcrfen diesen Traum trotz aller Probleme leben und darum gibt es keinen Grund, dass sich Deutschland abschafft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\"><p>\u201eDeutschland schafft sich ab.\u201c Das Buch des Sozialdemokraten Thilo Sarrazin hat eingeschlagen wie eine Bombe. 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