{"id":1153,"date":"2012-07-31T15:29:16","date_gmt":"2012-07-31T14:29:16","guid":{"rendered":"http:\/\/petertauber.wordpress.com\/?p=1153"},"modified":"2018-06-12T13:49:34","modified_gmt":"2018-06-12T13:49:34","slug":"afghanistan-v-unsere-soldaten-haben-respekt-und-dankbarkeit-verdient","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=1153","title":{"rendered":"Afghanistan V: Unsere Soldaten haben Respekt und Dankbarkeit verdient"},"content":{"rendered":"<p>Wie sehr alle Ma\u00dfst\u00e4be, in denen wir sonst denken, in Afghanistan obsolet sind, zeigt die Geschichte eines afghanischen Polizisten, der in sein Heimatdorf zur\u00fcck musste, weil ein Familienmitglied gestorben war. Von Faizabad aus war der Mann f\u00fcnf Kilometer mit dem Auto unterwegs \u2013 die restliche Strecke musste er aufgrund der Stra\u00dfenverh\u00e4ltnisse mit einem Esel zur\u00fccklegen \u2013 und brauchte daf\u00fcr fast zehn Tage. Ohne Worte.\u00a0<a href=\"http:\/\/tauber.he-webpack.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_18871.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1156\" title=\"IMG_1887\" src=\"http:\/\/tauber.he-webpack.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_18871.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_18871.jpg 2592w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_18871-420x314.jpg 420w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_18871-744x556.jpg 744w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_18871-768x574.jpg 768w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_18871-1200x896.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Neben den offiziellen Terminen gab es oft genug die Gelegenheit, mit deutschen Soldaten ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Mir ist dabei ein Satz eines deutschen Kameraden in Erinnerung geblieben, der mir so in \u00e4hnlicher Form vielfach begegnet ist: \u201eWir als Soldaten freuen uns auch \u00fcber solche Besuche, die ein Zeichen von Interesse f\u00fcr das ist, was wir hier tun und f\u00fcr uns nat\u00fcrlich. Es ist f\u00fcr Soldaten enorm wichtig zu wissen, nicht in Vergessenheit geraten zu sein.\u201c Das Gef\u00fchl, dass der Einsatz in den deutschen Medien leider nicht die verdiente und notwendige Aufmerksamkeit erf\u00e4hrt und nur dar\u00fcber berichtet wird, wenn es beispielsweise Gefallene zu beklagen gibt, \u00e4u\u00dferten viele Soldatinnen und Soldaten. Und viele \u00e4rgern sich dar\u00fcber. Aus meiner Sicht zu recht. Denn in der Tat leisten sie viel und es w\u00fcrde uns gut tun, sich einmal vor Augen zu f\u00fchren, was es hei\u00dft, im Einsatz zu sein.<\/p>\n<p>Eine Begegnung fand ich besonders beeindruckend und daher m\u00f6chte ich sie hier noch berichten: In Faizabad r\u00fcckt die Bundeswehr demn\u00e4chst ab. Man sieht im Lager bereits, dass der R\u00fcckbau begonnen hat. Dort sind wir aber nicht alleine im Einsatz, sondern eine Kompanie der mongolischen Infanterie ist f\u00fcr den Schutz des Lagers zust\u00e4ndig. Mitten im Lager haben die mongolischen Kameraden eine Jurte aufgebaut, in der wir zur Begr\u00fc\u00dfung zu Gast sein durften. Dass mehrere mongolische Soldaten perfekt deutsch sprechen, macht den Austausch untereinander deutlich leichter. Die Sprachkenntnis resultiert u.a. aus der Offiziersausbildung, die diese M\u00e4nner in Deutschland absolviert hatten. Wie gut der Austausch zwischen Bundeswehr und mongolischer Armee l\u00e4uft ist ein sch\u00f6nes Zeichen f\u00fcr die Internationalit\u00e4t und die Waffenbr\u00fcderschaft im Einsatz. Zum Abschied bekamen wir noch das Einheitsabzeichen der Kompanie \u00fcberreicht \u2013 ein Stoffaufn\u00e4her, den als \u201eWappen\u201c das Ying und Yang-Zeichen ziert.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/tauber.he-webpack.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_1862.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1157\" title=\"IMG_1862\" src=\"http:\/\/tauber.he-webpack.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_1862.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_1862.jpg 2592w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_1862-420x314.jpg 420w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_1862-744x556.jpg 744w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_1862-768x574.jpg 768w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_1862-1200x896.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u00a0Der Donnerstag begann mit einem Rundgang durch das Lager in Kunduz. Trotz des geplanten Abzugs gibt es weitere Baut\u00e4tigkeiten. Teilweise sind diese Voraussetzung f\u00fcr den Abzug, teilweise zeichnet sich ab, das Kr\u00e4fte \u00fcber das Abzugsdatum hinaus vor Ort bleiben werden, um die Afghanen zu unterst\u00fctzen. Die Ordnung des Lagers war beeindruckend. Man kann sich kaum ein Bild von der daf\u00fcr notwendigen Logistik von der Wasseraufbereitung bis zur Bereitstellung der Verpflegung und Ausr\u00fcstung machen. \u00dcber 2.000 Soldaten sind im Lager, das damit deutlich kleiner ist als Camp Marmal in Masar-e Sharif. Hinzu kommen viele zivile afghanische Mitarbeiter sowie Polizisten, zivile Mitarbeiter von Logistik- und R\u00fcstungsunternehmen. Die Soldaten haben nahezu alle feste Unterk\u00fcnfte, die zugleich auch im Falle eines Angriffs als Schutzr\u00e4ume konzipiert sind. Auch das moderne Kantinengeb\u00e4ude hat zugleich Schutzraumfunktion. Die Idee, diesen gesamten Geb\u00e4udekomplex sp\u00e4ter einmal als Universit\u00e4t von Kunduz zu nutzen, wird sicher nicht morgen umgesetzt, aber es ist ein sch\u00f6nes Ziel, denn so w\u00fcrden die hohen Investitionen einen doppelten Zweck erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Schon morgens war die Hitze dr\u00fcckend. F\u00fcr die Besatzung der Fahrzeuge war es im Innern ihres fahrbaren Untersatzes sicherlich noch hei\u00dfer. Gegen Morgen war schon der Flugl\u00e4rm der mit dem Hubschrauber aus dem Einsatz zur\u00fcck kommenden Spezialkr\u00e4fte zu h\u00f6ren. Ich bin davon wach geworden und musste an die diversen Aufkl\u00e4rungsmittel denken, die diese Soldaten zu ihrem Ziel gef\u00fchrt hatten und die den Aufst\u00e4ndischen das Leben schwer machen. Wir hatten ja am Vortag eine entsprechende Einweisung bekommen, die ziemlich beeindruckend war. Noch eine Randnotiz: Die Soldaten in den Unterk\u00fcnften sind angehalten, beim Nutzen der Waschanlagen auf die Kameraden R\u00fccksicht zu nehmen, die im Schichtdienst arbeiten. Sprich sie sollen sich leise verhalten. Der Flugl\u00e4rm der Hubschrauber kann das nicht und aufgrund des hohen Flugaufkommens stellt sich die Frage, ob die Ermahnung wirklich Sinn macht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/tauber.he-webpack.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_0071.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1158\" title=\"IMG_0071\" src=\"http:\/\/tauber.he-webpack.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_0071.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_0071.jpg 2592w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_0071-420x315.jpg 420w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_0071-744x558.jpg 744w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_0071-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_0071-1200x900.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u00a0Zwei Hubschrauber standen bereit, um uns auf direktem Wege nach Termez zu bringen. Mit dabei auch die Feldj\u00e4ger, die f\u00fcr den Personenschutz zust\u00e4ndig waren und die uns seit Kabul begleitet hatten. Der Flug nach Termez \u00fcber die W\u00fcste war ein eindrucksvoller Abschluss. Ein letzter Blick auf die Bergd\u00f6rfer Afghanistans und dann flogen wir Richtung usbekische Grenze. Minutenlang war kein Zeichen von Zivilisation zu erkennen und der Pilot flog sehr tief, um uns durch die offene Heckklappe der CH-53 die W\u00fcste bestaunen zu lassen. Fast nicht vorstellbar, dass in dieser unwirtlichen Gegend unseres Planeten Menschen leben. Dann passierten wir erneut den Grenzfluss zwischen den beiden L\u00e4ndern und schon der Blick aus der Luft lie\u00df anhand der Bebauung erkennen, dass diese Grenze auch eine Armutsgrenze darstellt. In Termez folgte der Abschied von der Hubschrauberbesatzung und &#8222;unsern&#8220; Feldj\u00e4gern. Vor allem diese M\u00e4nner haben schweren Eindruck auf mich gemacht. Alle waren stets freundlich, hatten auch Zeit f\u00fcr ein pers\u00f6nliches Wort und haben dabei sehr h\u00f6flich aber deutlich ihre Meinung zum Ausdruck gebracht. Dass man sich in ihrer Gegenwart im wahrsten Sinne des Wortes gut aufgehoben f\u00fchlte ist wahrscheinlich das gr\u00f6\u00dfte Lob, das man ihnen als Personensch\u00fctzer machen kann. Auf dem Rollfeld stand schon die Maschine der Flugbereitschaft parat. Parole Heimat.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/tauber.he-webpack.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_5452_m.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1173\" title=\"IMG_5452_m\" src=\"http:\/\/tauber.he-webpack.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_5452_m.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_5452_m.jpg 3000w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_5452_m-420x280.jpg 420w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_5452_m-744x496.jpg 744w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_5452_m-768x512.jpg 768w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_5452_m-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u00a0In N\u00fcrnberg gelandet standen wir auf einmal unbegleitet auf dem Rollfeld neben dem Flieger. Kein Sprachmittler, keine Lagevortrag, nur die Gewissheit, dass N\u00fcrnberg schon in die zivile Verwaltung \u00fcbergegangen ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\"><p>Wie sehr alle Ma\u00dfst\u00e4be, in denen wir sonst denken, in Afghanistan obsolet sind, zeigt die Geschichte eines afghanischen Polizisten, der&hellip;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"link-more\">\n\t<a href=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=1153\" class=\"more-link\">\n\t\tWeiterlesen<span class=\"screen-reader-text\"> &ldquo;Afghanistan V: Unsere Soldaten haben Respekt und Dankbarkeit verdient&rdquo;<\/span>&hellip;\t<\/a>\n<\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1156,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"footnotes":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false},"version":2}},"categories":[6],"tags":[188,803,30,223,261,315,334,151],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_18871.jpg","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p35WCI-iB","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1153"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1153"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1153\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3315,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1153\/revisions\/3315"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1156"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1153"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1153"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.petertauber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1153"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}