{"id":1125,"date":"2012-07-02T12:15:11","date_gmt":"2012-07-02T11:15:11","guid":{"rendered":"http:\/\/petertauber.wordpress.com\/?p=1125"},"modified":"2018-06-12T15:13:07","modified_gmt":"2018-06-12T15:13:07","slug":"afghanistan-ii-5-000-kilometer-bis-zum-hindukusch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.petertauber.de\/?p=1125","title":{"rendered":"Afghanistan II: 5.000 Kilometer bis zum Hindukusch"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/tauber.he-webpack.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/cimg00811.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1128\" title=\"CIMG0081\" src=\"http:\/\/tauber.he-webpack.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/cimg00811.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/cimg00811.jpg 2304w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/cimg00811-420x315.jpg 420w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/cimg00811-744x558.jpg 744w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/cimg00811-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/cimg00811-1200x900.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Das Lager der Bundeswehr in Termez gab einen ersten Vorgeschmack auf das, was uns erwartete. Bis dorthin waren wir am Sonntag geflogen, um unsere Reise dann am Montag Richtung Kabul fortzusetzen. Rund 100 deutsche Soldaten tun hier auf dem Lufttransportst\u00fctzpunkt Dienst. Sie gew\u00e4hrleisten, dass die Versorgung mit Nachschub gesichert ist und nehmen Besuchergruppen wie uns in Empfang. Wir haben einen ausf\u00fchrlichen Lagevortrag erhalten und vor dem Schlafengehen noch mit den Soldaten in der Betreuungseinrichtung etwas getrunken und gesprochen. Das kontinentales Klima, die Hitze um diese Jahreszeit, bl\u00fchende Kakteen, laut zirpende Grillen sowie eine stets surrende Klimaanlage in jedem Raum machten uns deutlich, das wir Europa weit hinter uns gelassen hatten.<\/p>\n<p>In Afghanistan leben 14 ethnische Gruppen, das Land hat sechs Nachbarl\u00e4nder \u2013 darunter Iran, Pakistan und China (was aus meiner Sicht schon die geostrategische wichtige Lage deutlich macht). Es ist doppelt so gro\u00df wie Deutschland, und das afghanische Volk hat 28 Millionen K\u00f6pfe. \u00dcbrigens hat das Land trotz seiner Armut die h\u00f6chste Geburtenrate in Asien. 70 Prozent der Menschen und immer noch 90 Prozent der Frauen sind Analphabeten. Schon das allein macht deutlich, dass es nichts in Afghanistan gibt, was wir an unseren Wertma\u00dfst\u00e4ben messen k\u00f6nnen oder sollten.<\/p>\n<p>Entgegen der vor uns liegenden Tage war das Programm am Sonntag nicht so vollgepackt. So hatten wir nach der offiziellen Begr\u00fc\u00dfung durch den Standortkommandeur noch Gelegenheit f\u00fcr ein &#8222;Dienstabschlu\u00dfbier&#8220; mit den Kameraden vor Ort.\u00a0<a href=\"http:\/\/tauber.he-webpack.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_0103.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1130\" title=\"IMG_0103\" src=\"http:\/\/tauber.he-webpack.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_0103.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_0103.jpg 2592w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_0103-420x315.jpg 420w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_0103-744x558.jpg 744w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_0103-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_0103-1200x900.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Klare Regeln gab es auch am n\u00e4chsten Morgen in der Kantine. M\u00fclltrennung war angesagt. Die deutschen Soldaten und auch wir haben sauber unseren M\u00fcll bzw. Abfall getrennt. Ob allerdings die Usbeken verstehen, was wir da tun, da habe ich meine leisen Zweifel! Die Frage, welcher Verwertungskette der M\u00fcll zugef\u00fchrt wird, konnte mir niemand beantworten. Aber vielleicht steht im Vordergrund auch das Beibehalten liebgewonnener und vertrauter Gewohnheiten \u2013 ein Gedanke, der auf dem zweiten Blick glaube ich gar nicht so unvern\u00fcnftig ist. Die Soldaten sollen angesichts einer fremden und bisweilen feindlichen Umwelt im Einsatz durchaus vertraute Dinge erfahren. Vielleicht geh\u00f6rt das ad\u00e4quate Trennen des M\u00fclls dazu?<\/p>\n<p><strong>Ankunft in Kabul<\/strong><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Mit der Transall ging es direkt nach dem Fr\u00fchst\u00fcck \u00fcber den Hindukusch nach Kabul. Es ist ein Erlebnis, mit der Transall zu fliegen. Den Hinweis, nicht so weit vorne zu sitzen, weil es sonst unertr\u00e4glich warm wird, aber auch nicht zu weit hinten, weil dort die Heizung nicht mehr funktioniere, konnte ich zumindest auf diesem ersten Flug ignorieren, denn ich hatte das Gl\u00fcck und durfte mich auf einen freien Platz im Cockpit setzen. So bekam man einen beeindruckenden Blick f\u00fcr die Landschaft und konnte den Piloten im wahrsten Sinne des Wortes \u00fcber die Schulter schauen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/tauber.he-webpack.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_1791.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1131\" title=\"IMG_1791\" src=\"http:\/\/tauber.he-webpack.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_1791.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_1791.jpg 2592w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_1791-420x314.jpg 420w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_1791-744x556.jpg 744w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_1791-768x574.jpg 768w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_1791-1200x896.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Der Hindukusch. Man merkt deutlich, dass die Briten bei der Grenzziehung in Kolonialzeiten wohl etwas falsch gemacht haben, denn der Norden Afghanistans ist durch diese nat\u00fcrliche Grenze vom Rest des Landes erkennbar getrennt. Angesichts der Infrastruktur und der Mobilit\u00e4t der afghanischen Bev\u00f6lkerung ist es kein Wunder, dass es hier wohl gro\u00dfe Unterschiede zwischen dem Norden und den anderen Regionen gibt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Besatzung der Transall ist dieser Flug sicherlich &#8222;Routine&#8220; und eine Herausforderung zugleich. F\u00fcr mich war das auf jeden Fall ein Erlebnis, und auch die Professionalit\u00e4t unserer Soldaten hat mich ziemlich beeindruckt. Die jungen M\u00e4nner, die dort Dienst tun, strahlen eine Ruhe und Gelassenheit aus, die man sofort sp\u00fcrt.<\/p>\n<p>Fast zehn Termine standen am ersten Tag in Kabul auf dem Programm. Wir kamen mit dem stellvertretenden Kommandeur der ISAF-Truppen zusammen, konnten mit deutschen Gener\u00e4len und deutschen Soldaten sprechen und Mittagessen, haben den afghanischen Au\u00dfenminister zu seinen Erwartungen an die internationale Gemeinschaft befragt und haben sowohl den nationalen Sicherheitsberater als auch den Transitionsbeauftragten sowie f\u00fchrende afghanische Milit\u00e4rs getroffen. Der Abend endete mit einem Empfang in der deutschen Botschaft in Kabul, die sich in der so genannten \u201egreen zone\u201c befindet.<\/p>\n<p>Von afghanischer Seite war die Botschaft im Vorfeld des NATO-Gipfels in Chicago klar: Die internationale Gemeinschaft und die NATO sollen auch \u00fcber 2014 hinaus den Aufbau Afghanistans unterst\u00fctzen. Dabei habt die afghanische Regierung offensichtlich ziemlich klare Vorstellungen, denn an jeder Stelle waren die Botschaften identisch: Verst\u00e4rkung der zivilen Aufbauhilfe und Bereitstellung von milit\u00e4rischen F\u00e4higkeiten, \u00fcber die die afghanischen Sicherheitskr\u00e4fte selbst nicht verf\u00fcgen. In der Tat waren wir in einer entscheidenden Woche vor Ort. In derselben Woche flog der afghanische Pr\u00e4sident nach Deutschland, um mit Bundeskanzlerin Merkel ein Abkommen zu unterzeichnen und der besagte NATO-Gipfel in den USA stand im Kalender. Unsere Gespr\u00e4che in Kabul spiegelten daher ganz klar die afghanische Erwartungshaltung und Hoffnung an diese beiden Termine wieder.\u00a0<a href=\"http:\/\/tauber.he-webpack.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_1887.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1132 alignright\" title=\"IMG_1887\" src=\"http:\/\/tauber.he-webpack.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_1887.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_1887.jpg 2592w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_1887-420x314.jpg 420w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_1887-744x556.jpg 744w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_1887-768x574.jpg 768w, https:\/\/blog.petertauber.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/img_1887-1200x896.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Direkt nach unserer Ankunft erfolgte das erste Briefing oder wie man wohl besser sagen sollte, der erste Lagevortrag. Die h\u00e4ufige Verwendung englischer W\u00f6rter ist eindeutig der Internationalit\u00e4t des Einsatzes geschuldet. \u00dcbrigens war gerade das f\u00fcr mich sehr faszinierend. Das Gemeinsame schien gut zu funktionieren und es gab kaum Klagen diesbez\u00fcglich. Am Flughafen nahmen uns nicht nur die Feldj\u00e4ger in Empfang und packten uns in die bereitliegenden Schutzwesten, sondern auch der deutsche Botschafter begr\u00fc\u00dfte uns.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\"><p>Das Lager der Bundeswehr in Termez gab einen ersten Vorgeschmack auf das, was uns erwartete. 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