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Mein persönlicher Rückblick aufs Jahr 2015

Mein persönlicher Jahresrückblick ist keine politische Analyse des Jahres 2015. Vielmehr will ich ein paar Dinge beschreiben, die mir in Erinnerung geblieben sind, die mir wichtig erscheinen oder über die ich mich gefreut habe.

Veröffentlichung mit Urhebernennung "Foto: Tobias Koch". Fotograf: Tobias Koch www.tobiaskoch.net  Kontaktadresse für Rückfragen: contact@tobiaskoch.net www.facebook.com/tokography

Dabei war es ein Jahr mit vielen Herausforderungen. Nicht alle sind bewältigt. Manche werden uns durchaus noch eine ganze Zeit beschäftigen. Vor allem die Zukunft Europas scheint offen. Das Friedenswerk und die politische Ordnung der letzten Jahrzehnte ist vielleicht nicht so stabil und selbstverständlich wie manche denken. Und aktuell ist sie herausgefordert durch die Staatsschuldenkrise und die große Zahl an Flüchtlingen, die nach Europa streben. Dazu ist schon viel gesagt und geschrieben worden. Die Antwort, die die CDU auf dem Parteitag in Karlsruhe mit ihrem Beschluss und der Rede von Angela Merkel gegeben haben, seien hier genannt. Und sicherlich war dieser Parteitag auch einer der wesentlichen Höhepunkte meines Jahres. Selten ist im Vorfeld so viel spekuliert worden, und selten war die Berichterstattung aufgrund der großen Geschlossenheit und der guten Ergebnisse nachher so positiv.

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Auch die weltweiten Terroranschläge haben uns alle beschäftigt. Mich nicht nur politisch, sondern auch persönlich. Man denkt viel darüber nach, warum Menschen glauben, anderen die Art und Weise wie sie zu leben haben, vorschreiben wollen. Und es ist doch immer wieder erstaunlich, welche Kraft in der Freiheit steckt, was Menschen bereit sind zu tun, um sie zu erlangen. Aber vielleicht muss man auch mehr darüber nachdenken, was zu tun ist, um sie zu erhalten. Dazu gehört auch die Frage, wie man es schafft, den Zusammenhalt einer Gesellschaft zu stärken. Das Thema hat die CDU in einer Zukunftskommission intensiv beschäftigt. Armin Laschet hat sie geleitet, und dabei gemeinsam mit mir dafür gestritten, dass die CDU sich für ein modernes Einwanderungsgesetz ausspricht, in dem bestehende Regelungen zusammengefasst werden und neue hinzukommen. Ich war im April selbst in Kanada, um mir anzuschauen, wie dort eine gesteuerte Einwanderung, die sich an den Bedürfnissen des Landes orientiert und bei der Integration groß geschrieben wird, funktioniert. Hier findet man meinen Reisebericht. Auf dem Parteitag in Karlsruhe haben wir nun dazu einen entsprechenden Beschluss gefasst, dem eine fast einjährige Debatte vorausging, die in zu Beginn des Jahres in einem Interview in der WELT angestoßen hatte. Dass die CDU Deutschland als Einwanderungsland beschreibt und daraus programmatisch die Konsequenzen zieht freut mich sehr.

Als Generalsekretär habe ich in diesem Jahr weit über 100 CDU-Kreisverbände und -Stadtverbände besucht. Hier gibt es eine Auswahl meiner Termine in 2015. Mir sind diese Gespräche an der Basis sehr wichtig. Und darum beschäftige ich mich seit Amtsantritt mit der Frage, wie sich die CDU verändern muss, damit sie bleibt was sie ist: die erfolgreiche Volkspartei der Mitte. Mit der Parteireform „Meine CDU 2017“ hat der Parteitag in Karlsruhe nun einen Beschluss verabschiedet, der uns helfen soll, dieses Ziel zu erreichen. Und daraus ergibt sich automatisch einer meiner Arbeitsschwerpunkte im kommenden Jahr. Denn das, was wir in Karlsruhe beschlossen haben, muss nun mit Leben gefüllt werden.

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Im Juni hat die CDU außerdem ihren 70. Geburtstag gefeiert. Für mich waren vor allem die Begegnungen mit unseren Gründungsmitgliedern etwas ganz besonderes. Bis heute gefällt mit der Film, den wir mit Mitgliedern aus allen Generationen gemacht haben, besonders gut. Mich berühren diese Beispiele und vor allem dieser Ausblick auf morgen am Ende des Films. Wir haben wirklich tolle Mitglieder! Dazu gepasst hat auch der Tag der offenen Tür im Berliner Konrad-Adenauer-Haus, zu dem wir erstmals eingeladen hatten. https://www.cdu.de/artikel/tag-der-offenen-tuer-im-konrad-adenauer-haus

Peter Tauber und Kurt Biedenkopf am 17.06.15 in Berlin im Konrad-Adenauer-Haus. / Fotograf: Tobias Koch (www.tobiaskoch.net)

Ebenfalls zum ersten Mal hat die CDU auf meine Initiative hin zu einem offenen Mitgliederkongress eingeladen. Über 1.500 Mitglieder sind dieser Einladung gefolgt. Das Thema Digitalisierung wird uns auch in den nächsten Jahren intensiv fordern, auch wenn manch andere aktuelle Herausforderung den Blick dafür verstellt. Wollen wir aber eine offene Gesellschaft und die starke Volkswirtschaft im Herzen Europas bleiben, dann müssen wir uns um alle damit zusammenhängenden Fragen von Big Data bis hin zum autonomen Fahren kümmern.

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Den Sommer habe ich für eine Woche im Praktikum genutzt. Eine Woche lang habe ich jeden Tag in einem anderen Beruf hospitiert und mitgearbeitet: Ich war in einem landwirtschaftlichen Betrieb, im Stahlwerk, bei der Bundespolizei, bei Playmobil und bei einem Bäcker im Einsatz. Bilder und einen Bericht findet Ihr hier. Außerdem habe ich zwei Tage im Rahmen der Aktion „Helfende Hände“ der Bundeswehr in einer Flüchtlingsunterkunft geholfen. Meine Erfahrungen kann man ebenfalls hier, hier und hier nachlesen.

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Ab und an muss man als Generalsekretär auch mal den Holzhammer rausholen. Nicht immer lohnt es sich, auf jede Attacke des politischen Gegners hart zu antworten, aber bei Ralf Stegner ist das manchmal nötig. Bei seiner Kritik an der soliden Haushaltspolitik von Wolfgang Schäuble, auf die wir als CDU zu recht stolz sein können, war dann die rote Linie überschritten und ich habe ihn in einer Pressekonferenz als „Rote Null“ bezeichnet. Das hat die Presse dankbar aufgegriffen.

Neben mehreren Auftritten in Talkshows habe ich viele Interviews gegeben. Ich kann nicht verhehlen, dass auch der „Gastauftritt“ in der heute show für mich etwas Besonderes war. Wer sich das noch einmal anschauen will, der findet das Interview mit Oliver Welke hier.

Besuch einer Klasse der Haupt- und Realschule Birstein bei Peter Tauber am 29.06.15 im Reichstag in Berlin. / Fotograf: Tobias Koch (www.tobiaskoch.net)

Durch meine Arbeit als Abgeordneter und Generalsekretär habe ich viel erlebt und viele Menschen getroffen. Manches berührt einen auch fernab der offiziellen Politik – positiv wie negativ. Es ist nicht immer leicht, dass „wegzustecken“. Auch dieses Jahr bin ich viel gelaufen. Mein Sport hilft mir bei meinem Beruf. Ich kann abschalten, nachdenken und bleibe fit und gesund. Dabei lerne ich viele Menschen kennen. Immer wieder hatte ich dieses Jahr Begegnungen, die mich bis heute beschäftigen und nicht loslassen. Wie zum Beispiel das Gespräch mit Mike Kleiß oder auch der Halbmarathon in Halle, den ich in persönlicher Bestzeit gelaufen bin, um meinen Freund Rainer Haseloff, den Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, zu unterstützen, damit er seine erfolgreiche Arbeit als Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt fortsetzen kann. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich einen Marathon erfolgreich absolviert und war nach Weiltal im April gleich auch noch im Herbst in Frankfurt am Main am Start. Das Interesse an meinem Laufen war in der Tat groß. Gut gefallen hat mir das Interview mit Achim Achilles für Spiegel Online, das man hier findet. Jan Böhmermann hat mein Laufen zu einem Lied inspiriert, und mir gefällt es. Welcher Politiker kann schon von sich behaupten, ein Lied von Böhmermann „geschenkt“ bekommen zu haben?

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Und das Laufen hilft übrigens auch gegen die sogenannten „Trolle“, die einem vor allem im Netz zu zahlreich begegnen. Viel Spaß hatte ich daher auch bei Hyperbole TV und dem Format „Disslike“, wo ich mal die Trolle kommentieren durfte. Zum Abschluss meines persönlichen Jahresrückblicks für Euch also noch was zum Schmunzeln. Es war ein tolles Jahr. Ich freue mich auf das was kommt und sage Danke für viele gute Momente, für viel Unterstützung und viele tolle Begegnungen mit wunderbaren Menschen.

 

 

Die Fotos stammen bis auf die Bilder zur Woche im Praktikum und das Bild vom Lauf in Halle (Saale) von Tobias Koch. Veröffentlichung nur mit Urhebernennung „Foto: Tobias Koch“. www.tobiaskoch.net
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Mein Jahresrückblick 2012

Ich schaue auf ein ereignisreiches Jahr als Abgeordneter im Bundestag zurück. In vielen Sitzungswochen haben wir auch in diesem Jahr viele schwierige und sehr umstrittene Entscheidungen treffen müssen. Es ist absehbar, dass sich das im kommenden Jahr unabhängig vom aufziehenden Wahlkampf nicht ändern wird. Die Ereignisse in der Welt und in unserem Land nehmen keine Rücksicht auf Wahltermine. Ich werde daher auch 2013 versuchen, das zu tun, was ich in den letzten Jahren praktiziert habe: möglichst oft bei uns vor Ort präsent zu sein, zuzuhören, mich um die Themen zu kümmern, die die Menschen interessieren und zugleich meine eigene Meinung in Berlin zu vertreten.

Viele Menschen sind in Sorge aufgrund der Entwicklung in Europa. Doch gerade in Deutschland geht es erfreulicherweise vielen Menschen gut. Wenn wir darüber reden, dass die Arbeitslosigkeit ihren niedrigsten Stand seit der deutschen Einheit erreicht hat und wir zugleich die höchste Zahl an sozialversicherungspflichtigen Jobs haben, dann stehen hinter diesen Zahlen immer Menschen. Es geht um mehr, als nur wirtschaftliche Eckdaten, um mehr als die erfreulichen Überschüsse der Sozialkassen. Es geht darum, dass Menschen wissen, dass sie gebraucht werden. Und das gilt auch für die, die in Rente sind. Es ist kein Geheimnis, dass die gesetzliche Rentenversicherung auch mit der Rente mit 67 vor Herausforderungen steht. Wir müssen sicherstellen, dass Altersarmut in der Zukunft kein Massenphänomen wird. Dass die Renten in den letzten drei Jahren um insgesamt 5,7 Prozent gestiegen sind, ist ein Beitrag gegen Altersarmut.

Für mich war das Jahr geprägt durch viele schwierige politische Entscheidungen. Wir haben die umstrittene Praxisgebühr abgeschafft und so nicht nur die Bürgerinnen und Bürger entlastet, sondern Bürokratie abgebaut. Wir haben mit dem Betreuungsgeld und zusätzlichen 580 Millionen Euro für mehr Betreuungsplätze erneut einen Beitrag für mehr Familienfreundlichkeit geleistet, wir haben die Kommunen um Milliardenbeträge entlastet, nachdem noch Rot-Grün immer mehr Leistungen auf die Kommunen abgewälzt hatte. Und eine besondere Herausforderung waren (und werden auch in Zukunft sein) die Maßnahmen zur Eurorettung. Ich glaube, es wird nicht die eine kluge Entscheidung zur Lösung der Krise geben. Wir werden immer wieder schauen müssen, welche Maßnahmen geboten sind. Aus meiner Sicht ist Deutschland mit dieser Politik, bei der es am Ende gelungen ist, die zentrale deutsche Forderungen wie die Einführung einer europaweiten Schuldenbremse durchzusetzen, gut gefahren. Das liegt an Angela Merkel. Es gibt wohl derzeit in Deutschland niemand, der unsere Interessen in Europa so gut vertreten kann wie sie.

Meine parlamentarische Arbeit umfasste neben den großen bekannten Themen wie Bundesfreiwilligendienst, Verbesserung der 400-Euro-Jobs, Betreuungsgeld und Aslybewerberleistungsrecht auch viele „kleine“ Themen, die keinen großen Niederschlag in den Medien fanden: Kinderschutzgesetz, Kinder- und Jugendhilfe oder Intersexualität, die für die Betroffenen aber enorm wichtig sind.

Persönlich beeindruckt haben mich nicht nur viele persönliche Begegnungen mit Menschen bei uns, die Außerordentliches leisten. Ich hatte die Gelegenheit Helmut Kohl persönlich zu treffen. Der von längerer Krankheit gezeichnete Altkanzler ist nach wie vor eine beeindruckende Person und spannender Gesprächspartner. Sein dem Gespräch vorausgehender Besuch in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat Gänsehaut verursacht. Beeindruckt war ich auch von den vielen Begegnungen mit deutschen Soldaten – darunter auch Soldaten aus dem Main-Kinzig-Kreis – bei meinem Truppenbesuch in Afghanistan. Ich bin zwar kein Mitglied im Verteidigungsausschuss, aber nachdem mit meiner Stimme immer wieder Soldaten in gefährliche Einsätze geschickt wurden, wollte ich mir selbst ein Bild von der Situation vor Ort machen. Mir hat gut gefallen, dass die Soldaten sehr offen gesprochen haben. Sie leisten viel und ärgern sich vor allem über eins: darüber, dass wir uns vielleicht nicht genug für ihren Dienst interessieren und leider viele Medien nicht einmal zur besten Sendezeit sachlich über die Herausforderungen der Einsätze berichten. Da kann ich ihnen nur zustimmen.

Vor Ort durfte ich erst neulich eine Polizeistreife eine komplette Nachtschicht begleiten. Ich kann nur sagen, dass ich großen Respekt vor dem täglichen Dienst unserer Polizistinnen und Polizisten habe. Wie ruhig, besonnen und zugleich mitfühlend aber energisch die Beamten, die ich später auch in Berlin durch den Reichstag führen durfte, selbst schwierige Situationen gemeistert haben, macht mir ein gutes Gefühl, wenn ich an unsere Polizei denke.

Meine erneute Nominierung als Kandidat im neuen Wahlkreis 175 Anfang November hat mich sehr gefreut. Ich kann sagen, dass mir die Arbeit in Berlin große Freude macht, so wie ich mich immer freue, wieder zu Hause im Wahlkreis zu sein und viele Menschen zu treffen. Und es wäre mir eine große Ehre, wenn ich unsere Heimat auch künftig in Berlin vertreten darf.

Menschen, die mich dieses Jahr beeindruckt haben.

Das schöne an meiner Arbeit als Bundestagsabgeordneter ist, dass ich immer wieder Menschen treffe, die mich tief beeindrucken und die aus meiner Sicht echte Vorbilder sind. Schon letztes Jahr habe ich an dieser Stelle von ihnen berichtet. Auch in den letzten Monaten sind sie mir wieder begegnet und mit ihrem Tun sind sie für mich eine stetige Motivation.

Einer dieser Menschen ist auf jeden Fall Martin Stolle. Der junge Mann, der an Leukämie erkrankt ist, hat eine Welle der Solidarität ausgelöst. Allen, die ihn unterstützen, die für ihn eine Typisierungsaktion organisiert haben, die überregionale Aufmerksamkeit und 5.000 Menschen erreichte, muss man ein großes Dankeschön sagen. Martin Stolle selbst ist eine beeindruckende Persönlichkeit, weil er wahrscheinlich auch aufgrund seiner Art diese Solidarisierungswelle ausgelöst hat, sondern weil er es sich zum Ziel gemacht hat, anderen Mut zu machen, in dem er ganz offen über seine Krankheit spricht und auf Facebook andere teilhaben lässt. Dass für ihn ein passender Knochenmarkspender gefunden wurde, ist ein Glücksfall. Die positive Lebenseinstellung des jungen Mannes auch.

Neulich habe ich Hanna Boeckler, geboren am 2. Juni 1929, kennengelernt. Sie ist die älteste Bundesfreiwillige und leistet ihren Dienst in einer kirchlichen Einrichtung ab. Die rüstige Dame hat mir sehr engagiert von ihrer täglichen Arbeit berichtet. Sie ist eine echte Brücke zwischen den Generationen. Das zeigt, dass es gut war, nach dem Ende des Zivildienstes die Freiwilligendienste deutlich auszubauen. Es ist schön, dass es so viele Menschen gibt, die bereit sind, ein Jahr freiwillig einen Dienst für unser Land zu leisten. Die junge Freiwillige Sami Barenz, die in Meerholz ihren Dienst tut, hat ihre Motivation in einem Satz zusammengefasst. Auch sie hat mich mit ihrer offenen Art berührt. Sie hat gesagt: „Ich wollte gerne Gutes tun.“ Schöner kann man es nicht sagen.

Überrascht hat nicht nur mich die Nachricht, dass sich der Gründauer Bürgermeister Heiko Merz dafür entschieden hat, nicht wieder für das Amt zu kandidieren. Das ist ein ungewöhnlicher Schritt – gerade weil Merz vor Ort auch nicht mit einem Thema konfrontiert war, dass die Menschen so aufgebracht hat, das er im Amt zerrieben worden wäre. Das Gegenteil ist der Fall. Er ist allseits beliebt und auch ich schätze ihn menschlich sehr. Wir hatten immer ein gutes und kollegiales Miteinander über die Grenzen der Parteien hinweg. Darum will ich mich nicht an den Spekulationen für die Gründe beteiligen. Ich stelle nur fest, dass es in der Politik ruhig mehr Charaktere wie ihn geben sollte.

Intensiven Kontakt hatte ich dieses Jahr zum THW. Die Kameraden in Bad Orb haben mit ihrer Ortsgruppe ein großes Jubiläum gefeiert. Ich freue mich, dass ich in Berlin dafür sorgen konnte, dass wir die Mittel für das THW, das im Gegensatz zu den Feuerwehren vom Bund finanziert wird, erhöht haben. Generell sollten wir uns vornehmen, allen Freiwilligen bei den Feuerwehren, dem DRK und dem THW für ihren Einsatz zu danken. Das kann man gar nicht oft genug tun. Darum sei es hier noch einmal gesagt: „Danke liebe Männer und Frauen! Ihr Einsatz ist im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert.“

Für das kommende Jahr freue ich mich wieder auf viele Begegnungen vor Ort. Der wahre Reichtum dieses Landes sind die Menschen, die anpacken, die etwas erreichen, die Verantwortung für andere übernehmen und nicht nur meckern und jammern. Das gilt für die verantwortlich handelnden Unternehmer genauso wie für die engagierten Mitglieder der vielen kirchlichen und sozialen Initiativen. Es gilt für die Jugendlichen, die sich gesellschaftlich und politisch engagieren, sowie auch die Senioren, die den „Ruhestand“ nutzen, um weiter ehrenamtlich Verantwortung zu übernehmen. Sie alle braucht unser Land. Und sie sind für mich täglich ein neuer Ansporn für meine Arbeit. Und da ich viele solcher Menschen kenne, schaue ich optimistisch in die Zukunft.

Der etwa andere Jahresrückblick 2010

Sparpaket, Griechenland-Krise, Euro-Stabilisierung, Neuregelung der Hartz-IV-Sätze, Energiekonzept, Abschaffung der Wehrpflicht, Rücktritt des Bundespräsidenten, die Wahl eines Nachfolgers, und, und, und… Was Dr. Peter Tauber in seinem ersten Jahr als Bundestagsabgeordneter erlebt hat, könnte mühelos eine ganze Legislaturperiode füllen. Die Zeit „zwischen den Jahren“ bietet auch für den 36-jährigen Christdemokraten die Möglichkeit, sein Jahr 2010 Revue passieren zu lassen, inne zu halten und Kraft zu schöpfen für die Herausforderungen 2011.

Es waren arbeitsreiche zwölf Monate für den Unionspolitiker aus Gelnhausen. Rund 600 Termine hat er absolviert, hat den Wahlkreis bereist und den Kontakt zu den Bürgern gesucht. Ansprechbar und greifbar sein, vor Ort präsent und nicht irgendwo „weit weg in Berlin“ – daran will er auch künftig festhalten. Ein absoluter Höhepunkt im Veranstaltungskalender war für ihn nach eigenem Bekunden das historische Stadtfest in Gelnhausen Ende Mai – die Zeitreise zurück ins Jahr 1180 ließ dem promovierten Geschichtswissenschaftler das Herz aufgehen.

Aber auch in der Bundeshauptstadt kam es immer wieder zu beeindruckenden Begegnungen: Besonders berührt hat ihn die Rede des israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres im deutschen Bundestag anlässlich des Holocaust-Gedenktages. Apropos Rede: Fünf Mal hat Tauber im vergangenen Jahr selbst im Plenum des hohen Hauses sprechen dürfen – für einen Bundestagsneuling keine Selbstverständlichkeit und jedes Mal etwas Besonderes. Klar, dass für den streitbaren CDU-Mann dabei das Rededuell zur Zeitarbeit mit den politischen Schwergewichten Andrea Nahles (SPD) und Gregor Gysi (Linke) eine besondere Herausforderung war.

Als Ehre hat er es empfunden, dass er seit einigen Wochen – neben seiner Arbeit im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie in der Enquetekommission Internet und digitale Gesellschaft – auch dem Ausschuss für Arbeit und Soziales angehört. Ein spannendes, neues Themenfeld, das dem Abgeordneten jedoch auch aufgrund seiner Herkunft aus dem Main-Kinzig-Kreis – Stichwort Langzeitarbeitslosigkeit und Optionsmodell – bereits sehr vertraut ist.

Die Arbeit wird auch im nächsten Jahr nicht weniger werden – im Gegenteil. Leistbar sei das nur mit der Unterstützung seines Teams um Max Schad und Melanie Hutter sowie Konstantin Kurt , weiß Tauber. „Man braucht Menschen, die mitdenken und anpacken. Ohne meine tollen Mitarbeiter wäre das alles gar nicht zu schaffen.“

Ein wichtiger Bestandteil seiner täglichen Arbeit ist für ihn das Internet geworden. Der CDU’ler bloggt und twittert, ist bei Facebook und anderen sozialen Netzwerken aktiv. „Dabei habe ich viele interessante Menschen kennengelernt. Und gerade das Bloggen bietet die Möglichkeit, spannende Themen auch überregional und unabhängig von der Tagespolitik darzustellen“, erklärt er seine Offenheit für die Nutzung neuer Medien. Dabei darf es durchaus auch mal „menscheln“. Seiner Begeisterung über den Pokalsieg „seiner“ Offenbacher Kickers über Borussia Dortmund machte der bekennende Fußballfan gleich in mehreren Twitter-Beiträgen Luft – weil Politik eben nicht alles ist im Leben.

Und irgendwie beruhigend, wenn man weiß, dass auch im professionellen Politbetrieb nicht immer alles nach Plan läuft: Der Rücktritt von Bundes-präsident Horst Köhler hat nicht nur den heimischen Abgeordneten überrascht und auch, dass die Wahl von Köhlers Nachfolger Christian Wulff erst im dritten Anlauf klappte, war so nicht einkalkuliert. Dass Peter Tauber zu allem Überfluss auch noch den Wahlmännern der Union in einer Fraktionssitzung zwischen den Urnengängen sprichwörtlich „das Licht ausknipste“, weil er sich etwas zu schwungvoll gegen den Schalter gelehnt hatte – Schwamm drüber.

Nun also der Jahreswechsel; die Möglichkeit abzuschalten, aber auch, Arbeitsabläufe kritisch zu hinterfragen. Was kann optimiert werden? Was sollten wir ganz anders machen? Das sind Fragen, denen sich Peter Tauber in den kommenden Tagen widmen wird.

Und was ist mit dem persönlichen Freiraum? Um seine neue zweite Heimat Berlin zu erkunden und besser kennenzulernen, dafür hat die Zeit noch immer nicht ausgereicht. „Hier und da mal ein halber Tag, um ein Museum zu besuchen“, das wünscht sich der Historiker für das kommende Jahr. Nicht nehmen lassen hat er es sich allerdings, im Luisenjahr 2010 die Ausstellungen anlässlich des 200. Todestages der einstigen preußischen Königin zu besuchen. Da erscheint es nur folgerichtig, dass auch sein Lieblingszitat aus dem Munde von „Miss Preußen“ stammt: „Wenn jedermann nach seinem Gang handeln wollte, jeder seinen Neigungen folgen; was würde da aus uns allen werden?“ Ein Grundsatz, an dem Peter Tauber auch im Jahr 2011 sein Handeln ausrichten will.