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Heimat, Landwirtschaft und High-Tech – die Internationale Grüne Woche in Berlin

Die Grüne Woche in Berlin ist auch in Zeiten der Digitalisierung „the Place to be“ wenn es um Landwirtschaft, Ökologie, Ernährung und die Zukunft der ländlichen Räume geht. Nachdem mein letzter Besuch schon drei Jahre zurücklag, hatte ich nun ein paar Stunden Zeit, um mit vielen mit interessanten Menschen ins Gespräch zu kommen und die eine oder andere Leckerei aus heimischer Produktion zu genießen.

Den Auftakt machte ein Gespräch mit den Vorsitzenden der deutschen Landjugend, Vertretern der Katholischen Landjugendbewegung und der Evangelischen Jugend. Alle eint das Ziel, unsere ländlichen Räume zu stärken. Die Jugendverbände leisten hier tolle Arbeit, um dörfliches Leben zu erhalten oder sogar zu reaktivieren. Da geht es natürlich um Infrastruktur wie den Landarzt, ein Gasthaus oder das Gemeindeleben in der Kirche. Es geht aber auch darum, die Kommunikation im Dorf wiederzubeleben. Wenn man sich früher noch alltäglich auf der Straße begegnete und einen kurzen Plausch hielt, grüßt sich die Landjugend heute manchmal nur noch durch die doppelverglaste Scheibe der hochmodernen Landmaschine. Das Ziel ist klar: Gemeinschaft auf dem Land muss wieder oder sogar neu belebt werden.

Peter Tauber besucht am 23.01.17 in Berlin die Grüne Woche. / Fotograf: Tobias Koch (www.tobiaskoch.net)

Danach ging es weiter auf den Erlebnisbauernhof des Deutscher Bauernverbandes, des Landjugendbundes und des Landfrauenverbandes. Hier gab es viele tolle Projekt und Ideen zu entdecken. Das Thema Digitalisierung findet in nahezu jedem Bereich statt. Sei es bei den Landfrauen, die wesentliche Teile ihrer oft ehrenamtlichen Arbeit online realisieren oder bei der großen Landmaschine, die mittels modernster Digitaltechnik nicht nur die landwirtschaftliche Fläche optimal nutzt und Daten über die Beschaffenheit des Bodens sammelt sondern auch die Qualität des Getreides registriert, um aus diesen und vielen anderen Daten Rückschlüsse für optimierte Anbauzeiträume und Düngezyklen zu ermitteln. Es ist wirklich beeindruckend, was da unter dem Stichwort „Smart Farming“ auf unseren Feldern nicht mehr nur Zukunftsmusik ist, sondern bereits umgesetzt wird.

Peter Tauber besucht am 23.01.17 in Berlin die Grüne Woche. / Fotograf: Tobias Koch (www.tobiaskoch.net)

Beim Tierschutzbund habe ich erfahren, dass Tierwohl und moderne Landwirtschaft keinesfalls Widersprüche sind. Hier muss man genau hinschauen, denn es gibt selbstverständlich schwarze Schafe. Aber die Vorstellung, dass kleine Betriebe immer toll sind und große Fleischproduzenten per se das Tierwohl gefährden, ist schlicht falsch. Hier ist ein guter Ausgleich zwischen den Interessen der Tierschützer und den Landwirten nicht nur möglich sondern wird in vielen Betrieben schon erfolgreich praktiziert. Auch die Initiative „Tierwohl“ von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt hat dieses Ziel

Toll ist, was man aus Holz alles machen kann. Unser Wald ist eine der größten Quellen nachwachsender Rohstoffe, die wir in Deutschland haben und den es im Sinne des Naturschutzes aber auch im Sinne der Forstwirtschaft zu erhalten gilt. Da ist Nachhaltigkeit kein Modewort, sondern wird seit 150 Jahren praktiziert. Neben den üblichen Anwendungsbereichen von Holz finde ich vor allem interessant, das zum Beispiel Dämmstoffe für die Wärme- und Schallisolierung aus Holzprodukten hergestellt werden, die ich spontan als Restprodukte der Holzverarbeitung verstanden hätte. Hier gibt es viele nachhaltige Lösungen, die wie ich finde zurecht gefördert werden und dadurch auch für normale Hausbauer interessant sind.

Peter Tauber besucht am 23.01.17 in Berlin die Grüne Woche. / Fotograf: Tobias Koch (www.tobiaskoch.net)

Buchstäblich nachhaltig beeindruckt hat mich die Halle für Bio-Produkte und den daran angeschlossenen Handel. Wer in Berlin wohnt, kennt einige Supermarktketten, die sich vollständig dem Thema „Bio“ verschrieben haben. Aber auch bei uns auf dem Land wie zum Beispiel in meiner hessischen Heimat sind Bio-Produkte immer beliebter. Es ist gut, dass über Bio-Produkte ein stärkeres Bewusstsein über den Wert der Nahrungsmittel transportiert wird und auch der regionale Bezug ist ein immer wichtiger werdender Aspekt.

Peter Tauber besucht am 23.01.17 in Berlin die Grüne Woche. / Fotograf: Tobias Koch (www.tobiaskoch.net)

Abschluss meines Rundgangs über die Grüne Woche war der Besuch in der Schleswig-Holstein-Halle und zu guter Letzt ein gutes Essen bei den Freunden aus Hessen. Bei Grie Soß und hessischer Worscht konnte ich die Gespräche und Eindrücke noch einmal rekapitulieren und komme zu einem positiven Schluss: Was in unserer Landwirtschaft und den daran angegliederten Wirtschaftsbereichen geleistet wird, ist Weltklasse. Beim Thema „Smart Farming“ sind wir auf einem guten Weg und können auch international auf den vorderen Plätzen mitspielen. Genauso wichtig ist aber, dass der ländliche Raum in Deutschland als Heimat für viele Millionen Menschen noch lange nicht abgeschrieben ist. Ganz im Gegenteil. Mehr als zuvor bin ich mir nach zahlreichen Gesprächen sicher, dass es bei uns in Deutschland eine neue „Landlust“ geben kann, wenn wir die Digitalisierung – vor allem beim Netzausbau – weiter vorantreiben und Probleme wie zum Beispiel den Facharzt- oder Lehrermangel in ländlichen Gebieten mit gezielten Förderinstrumenten begegnen.

Peter Tauber besucht am 23.01.17 in Berlin die Grüne Woche. / Fotograf: Tobias Koch (www.tobiaskoch.net)Fotos: Tobias Koch (www.tobiaskoch.net)