Das Thema Fluglärm beschäftigt mich erwartungsgemäß auch nach der Eröffnung der neuen Landebahn am Frankfurter Flughafen weiter. Ich bleibe bei meiner grundsätzlichen Haltung, dass wir diesen Flughafen brauchen. Was wir nicht brauchen, ist eine Lärmbelastung der Bevölkerung, die vermeidbar ist. Genau darum geht es. Durch eine Anhebung der Flughöhe bzw. durch die Änderung des Anflugverfahrens – nicht der Anflugroute – könnte die Belastung für die Bevölkerung im Main-Kinzig-Kreis reduziert werden. Dafür setze ich mich ein, mache zahlreiche Termine, bin ständig im Gespräch – auch wenn einige „Experten“ vor Ort schon zu wissen glauben, dass dieses Bemühen erfolglos ist.
Letzte Woche hatte ich gemeinsam mit Landrat Erich Pipa, den Bürgermeistern Helga Uhl und Friedhelm Engel sowie Sascha Raabe im Bundesverkehrsministerium ein wichtiges Gespräch. Viel ist darüber geschrieben worden. In manchen Veröffentlichungen ging es um einen vermeintlichen Eklat, der keiner war. Nachdem Sascha Raabe schon vor dem Termin erklärt hatte, dass der Staatssekretär nicht der adäquate Gesprächspartner sei und ihn am Ende des Gesprächs in einem persönlichen Disput zu einer Aussage nötigen wollte, die dieser ohne fachliche Rücksprache nicht treffen wollte, kam es nicht zu dem von Raabe so heiß herbeigesehnten Fototermin. Ich bin nicht ins Verkehrsministerium gefahren, um Fotos zu machen. Ich wollte in Berlin vortragen, dass auch unsere Region – gut 40 Kilometer und mehr vom Flughafen entfernt – erheblich von Fluglärm betroffen ist. Das ist uns auch dank der klaren Worte von Landrat Erich Pipa und den beiden Bürgermeistern Helga Uhl und Friedhelm Engel gelungen, denke ich. Man hat uns in dem Gespräch zugesagt, dass in den nächsten Monaten eine Überprüfung des Anflugverfahrens erfolgt mit dem Ziel, die Flughöhe im Idealfall anzuheben. Wir werden diese Entwicklung genau beobachten müssen.
Ich habe immer gesagt, dass es nicht reicht, auf einen Trumpf zu setzen. Darum war das Gespräch in Berlin wichtig. Aber wir müssen auch andere Karten spielen. Die Studie des Main-Kinzig-Kreises ist eine davon. Aber auch der Einsatz in der Fluglärmkommission muss intensiviert werden. Anders als manche Politiker aus dem Main-Kinzig-Kreis setze ich auf die Einflussmöglichkeiten der Kommission, die durchaus schon etwas erreicht hat. Außerdem frage ich mich: wenn sowohl das Ministerium nicht geeignet ist und die Fluglärmkommission ein „zahnloser Tiger“ ist, mit wem sollen wir denn dann reden? Hat die SPD das Thema schon verloren gegeben und beschränkt sich jetzt auf parteipolitische Schuldzuweisungen in der heimischen Presse? Das wäre schade und der Sache nicht dienlich. Ich spare mir das und mache lieber weiter Gespräche, über die dann andere sich wahlweise lustig machen oder meckern. Beides ist kein Beitrag in der Sache.
In der vergangenen Woche hatte ich dann einen dritten wichtigen Termin: gemeinsam mit mehreren Kollegen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion war ich bei der Deutschen Flugsicherung in Langen, um mit den Fachleuten und Entscheidungsträgern zu diskutieren. Wir haben gemeinsam die Eindrücke aus den unterschiedlichen Teilen des Rhein-Main-Gebiets geschildert. Auch das müssen wir uns im Main-Kinzig-Kreis vor Augen führen: wir sind nicht die Einzigen, die betroffen sind. Auch darum ist es wichtig, Argumente gut abzuwägen und dafür zu sorgen, dass unsere Sorgen „ankommen“. Nochmal: mit Meckern und gegenseitigen Schuldzuweisungen vor Ort erreichen wir nichts. Und wir sollten nicht glauben, dass den Entscheidungsträgern verborgen bleibt, wie wir über sie reden und miteinander vor Ort umgehen. Ich bleibe bei meiner Linie: „Hart in der Sache, aber verbindlich im Ton.“ Meine Erfahrung sagt mir, dass Menschen, die man eben noch beschimpft hat, danach nur selten mit großer Freude Anregungen und Kritik aufgreifen. Wir sind darauf angewiesen, dass Entscheidungsträger ihre Meinung ändern, denn wir entscheiden vor Ort leider nicht. Das darf man nicht vergessen.
Auch nach diesen Gesprächen ist noch nicht absehbar, ob in der nächsten Zeit eine Veränderung der Situation erreicht werden kann. Eins ist aber gelungen: wir reden nicht mehr nur im Main-Kinzig-Kreis über das Thema, ohne dass es die Entscheidungsträger der DFS und andere mitbekommen. Wir haben endlich den notwendigen Fuß in der Tür, um die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger direkt los zu werden. Empörte Artikel in unseren regionalen Tageszeitungen helfen uns nicht weiter. Wir müssen endlich ins Gespräch kommen. Und nach meinen Gesprächen in dieser Woche kann zumindest niemand auf den übergeordneten Ebenen behaupten, er habe gar nicht gewusst, wie die Situation im Main-Kinzig-Kreis ist. Das ist aus meiner Sicht ein erster wichtiger Schritt.







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