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Die Sache mit dem Fähnchen

Die Deutschlandfahne vor dem Hambacher Schloss. / Foto: Tobias Koch

Manches Ammenmärchen ist nicht tot zu kriegen. Etwa das mit dem Fähnchen am Bundestagswahlabend 2013. Seit Jahren ist das Video mit dem Moment, in dem Angela Merkel dem damaligen Generalsekretär Hermann Gröhe ein Deutschlandfähnchen abnimmt, ein Renner in rechtsextremen Kreisen, bei AfD und PEGIDA. Die immer wieder dazu erzählte Geschichte klingt denkbar einfach: Angela Merkel und die CDU mögen die Deutschlandfahne und Deutschland nicht. Punkt.

Genau das Gegenteil ist der Fall. Schwarz-Rot-Gold – unsere deutschen Farben – und die Nationalhymne sind fester Bestandteil bei Veranstaltungen der CDU. Bei allen Parteitagen wird zum Schluss die Nationalhymne gesungen. Die Farben Schwarz, Rot und Gold sind für uns Christdemokraten keine beliebigen Farben. Sie zieren, gemeinsam mit der Europaflagge, unser Partei-Logo. Damit zeigen wir, was das Selbstverständnis unserer Mitglieder ist: Wir engagieren uns politisch, weil wir unser Land lieben und Deutschland dienen wollen. In der großen Volkspartei der Mitte für Republik und Freiheit. Auch in der Werbelinie für die diesjährige Bundestagswahl wird Schwarz-Rot-Gold deshalb ein zentraler Bestandteil sein.

Unser Bekenntnis zu Fahne und Nationalhymne wird in einem Grundsatz deutlich, der uns Christdemokraten leitet: „Erst das Land, dann die Partei.“ Dieses zugleich patriotische wie konservative Credo ist ein wesentlicher Grundsatz für die CDU. Deutschland gehört uns nicht, wir dienen unserem Land. Das gilt und galt auch in Momenten großer Erfolge, wie eben an jenem Wahlabend im September 2013. Nichts anderes wollte Angela Merkel wohl damals zum Ausdruck bringen, als sie das Fähnchen von Hermann Gröhe zurück ins Publikum gab: Wir machen uns den Staat nicht zur Beute, wir dienen ihm.