Eine Äußerung aus dem Bundesfinanzministerium, zu finden im Referentenentwurf für das Jahressteuergesetz 2013, sorgt derzeit für Aufregung. Dort steht sinngemäß drin, dass auf Bundesfreiwillige der Steuerpflicht unterliegen. Was bedeutet das und was sage ich als Berichterstatter für die Jugendfreiwilligendienste und die Belange junger Menschen im Bundesfreiwilligendienst dazu?
Zunächst einmal ist festzustellen, dass rein theoretisch die Freiwilligen schon heute steuerpflichtig sind. Dies wurde aber nicht praktiziert (und das soll auch so bleiben). Weit über 90 Prozent der Freiwilligen wären aber von einer Durchsetzung der Steuerpflicht gar nicht betroffen. Das Taschengeld so niedrig ist, dass es unterhalb der steuerlichen Freigrenzen liegt. Dennoch bin nicht nur ich, sondern auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die Arbeitsgruppe mit dem Kollegen Dorothee Bär und Markus Grübel, der Auffassung, dass eine Steuerpflicht und schon die Debatte darüber das falsche Signal ist.
Die Bereitschaft vieler Menschen in unserem Land, sich freiwillig zu engagieren, ist ein hohes Gut, das wir pflegen und wertschätzen müssen. Deswegen ist es sehr ärgerlich, dass der Referentenentwurf nun ein Thema “aufmacht”, dass so sicherlich nicht umgesetzt wird.
Es bleibt dabei: die christlich-liberale Koalition hat die Mittel für das FSJ vervierfacht. Wir fördern weit mehr als 35.000 Stellen im FSJ und FÖJ. Wir haben mit dem Bundesfreiwilligendienst eine zweite Säule geschaffen, die entgegen aller Unkenrufe angenommen wurde. Auch hier haben wir 35.000 Freiwillige. Ein gewaltiges Potential für unser Land.
Die Pläne des Referentenentwurfs sind übrigens auch deswegen unsinnig, weil der Verwaltungsaufwand um ein vielfaches höher sein dürfte, als die erwarteten Steuereinnahmen. Aber das nur am Rande. Am Ende des Tages sollte in diesem Bereich alles so bleiben wie es ist. Nicht immer sind Veränderungen notwendig und segensreich. Die Einführung des Bundesfreiwilligendienstes war segensreich. Bei den Rahmenbedingungen müssen wir jetzt schauen, dass es passt.

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