Pilgerreise Tag 4: von Barenthin nach Bad Wilsnack

Man spürt beim Aufstehen Muskeln, von denen man gar nicht wusste, dass es sie gibt. Aber der strahlend blaue Himmel entschädigt dafür. Das Wetter ist so schön wie am ersten Tag. Hoffentlich bleibt es so. Wir sind froh, wenn wir in Wilsnack sind. Und nächstes Mal nehmen wir uns zwei Tage mehr Zeit und laufen kleinere Tagesetappen. So viel steht fest.
Das Dorf Görike wird von der Kirche überragt. Sie prägt die Mitte des Ortes und stammt aus dem Mittelalter. Das Ende des Sozialismus wird versinnbildlicht durch viele leer stehende Gebäude einer LPG, die einen Kontrast zu den alten Bauernhäusern bilden. Dass wir hier keiner Menschenseele auf der Straße begegnen, wundert kaum.
Nächster Ort ist Klein-Leppin. Gleich zu Beginn kommen wir an einer wohl aus DDR-Zeiten stammenden Ferienanlage vorbei. Gegenüber steht eine ehemalige große und verfallene Mühle. Auch die dazugehörige 1920 erbaute Villa steht leer. Überall begegnen uns Zeichen der wechselvollen deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts, umso mehr wirken die alten Kirchen als Orte der Beständigkeit, der Orientierung in einer sich stetig verändernden Welt. Trotzdem hat man immer wieder das Gefühl, dass die Zeit stehen geblieben ist.  Als wir das Dorf Richtung Groß-Leppin verlassen, kräht mehrmals ein Hahn.
Groß-Leppin ist keines der klassischen Straßendörfer. Vielmehr steht die im 14. Jahrhundert erbaute Kirche in der Mitte und kann von der Straße nicht direkt erreicht werden. Wie in allen anderen Dörfern auch steht ein kleines Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr in der Nähe des Gotteshauses. Ein modernes Löschfahrzeug passt hier kaum hinein.
So kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier das Beten um Regen oder die Hilfe von außerhalb im Falle eines Brandes dringend geboten sind.
Bei einem Halt an der Plattenburg, die einst der Familie von Saldern gehörte, sammeln wir die letzten Kräfte. Die Burg gehört zu den größten Wasserburgen im norddeutschen Raum. Nun liegt nichts mehr zwischen uns und unserem Ziel.
Bad Wilsnack ist ein Kurort. Das wird uns schon am Ortsschild deutlich gemacht. Wir kommen an einer modernen Klinik vorbei. Aber niemand eilt herbei, um uns zu pflegen. Also weiter! Dass wir am Ziel sind, wird uns hier noch nicht recht bewusst, denn anders als in den Dörfern und Städtchen auf unserm Weg ist die Wunderblutkirche eben nicht schon am Ortseingang zu sehen. Noch haben wir das Ziel, das uns über die letzten Meter hilft, nicht vor Augen.
Aber dann: Die Wunderblutkirche in Bad Wilsnack. Man steht davor und fühlt sich ganz klein. Und dies nicht aufgrund der beeindruckenden Größe des Bauwerks. Max und ich betreten nacheinander die Kirche.
Jeder für sich schickt seine Gedanken auf die Reise, bestaunt das Bauwerk. Wir lesen die Erläuterungen zu Geschichte der Kirche und des Pilgerwesens. Ich kaufe mir ein Pilgerabzeichen, das die drei stilisierten Hostien zeigt, die uns jetzt die ganze Zeit begleitet haben. Nun ist Zeit für die Ruhe, für ein Gebet. Wahrscheinlich sind wir ein bisschen überwältigt von dem Moment. Wir singen nicht, wie wir uns das ja eigentlich vorgenommen haben, und jeder verbringt die nächste halbe Stunde für sich allein. Wie zufällig treffen wir uns wieder am Ausgang der Kirche, ein stummes Nicken und wir gehen hinaus.
Die Kirche wirkt nun noch wuchtiger, noch größer. Man steht davor und fühlt sich ganz klein. Aber auch geborgen und nicht alleine. Das ist gut.

Man spürt beim Aufstehen Muskeln, von denen man gar nicht wusste, dass es sie gibt. Aber der strahlend blaue Himmel entschädigt dafür. Das Wetter ist so schön wie am ersten Tag. Hoffentlich bleibt es so. Wir sind froh, wenn wir in Wilsnack sind. Und nächstes Mal nehmen wir uns zwei Tage mehr Zeit und laufen kleinere Tagesetappen. So viel steht fest.
Das Dorf Görike wird von der Kirche überragt. Sie prägt die Mitte des Ortes und stammt aus dem Mittelalter. Das Ende des Sozialismus wird versinnbildlicht durch viele leer stehende Gebäude einer LPG, die einen Kontrast zu den alten Bauernhäusern bilden. Dass wir hier keiner Menschenseele auf der Straße begegnen, wundert kaum.
Nächster Ort ist Klein-Leppin. Gleich zu Beginn kommen wir an einer wohl aus DDR-Zeiten stammenden Ferienanlage vorbei. Gegenüber steht eine ehemalige große und verfallene Mühle. Auch die dazugehörige 1920 erbaute Villa steht leer. Überall begegnen uns Zeichen der wechselvollen deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts, umso mehr wirken die alten Kirchen als Orte der Beständigkeit, der Orientierung in einer sich stetig verändernden Welt. Trotzdem hat man immer wieder das Gefühl, dass die Zeit stehen geblieben ist.  Als wir das Dorf Richtung Groß-Leppin verlassen, kräht mehrmals ein Hahn.
Groß-Leppin ist keines der klassischen Straßendörfer. Vielmehr steht die im 14. Jahrhundert erbaute Kirche in der Mitte und kann von der Straße nicht direkt erreicht werden. Wie in allen anderen Dörfern auch steht ein kleines Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr in der Nähe des Gotteshauses. Ein modernes Löschfahrzeug passt hier kaum hinein.  So kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier das Beten um Regen oder die Hilfe von außerhalb im Falle eines Brandes dringend geboten sind.
Bei einem Halt an der Plattenburg, die einst der Familie von Saldern gehörte, sammeln wir die letzten Kräfte. Die Burg gehört zu den größten Wasserburgen im norddeutschen Raum. Nun liegt nichts mehr zwischen uns und unserem Ziel.
Bad Wilsnack ist ein Kurort. Das wird uns schon am Ortsschild deutlich gemacht. Wir kommen an einer modernen Klinik vorbei. Aber niemand eilt herbei, um uns zu pflegen. Also weiter! Dass wir am Ziel sind, wird uns hier noch nicht recht bewusst, denn anders als in den Dörfern und Städtchen auf unserm Weg ist die Wunderblutkirche eben nicht schon am Ortseingang zu sehen. Noch haben wir das Ziel, das uns über die letzten Meter hilft, nicht vor Augen.
Aber dann: Die Wunderblutkirche in Bad Wilsnack. Man steht davor und fühlt sich ganz klein. Und dies nicht aufgrund der beeindruckenden Größe des Bauwerks. Max und ich betreten nacheinander die Kirche.  Jeder für sich schickt seine Gedanken auf die Reise, bestaunt das Bauwerk. Wir lesen die Erläuterungen zu Geschichte der Kirche und des Pilgerwesens. Ich kaufe mir ein Pilgerabzeichen, das die drei stilisierten Hostien zeigt, die uns jetzt die ganze Zeit begleitet haben. Nun ist Zeit für die Ruhe, für ein Gebet. Wahrscheinlich sind wir ein bisschen überwältigt von dem Moment. Wir singen nicht, wie wir uns das ja eigentlich vorgenommen haben, und jeder verbringt die nächste halbe Stunde für sich allein. Wie zufällig treffen wir uns wieder am Ausgang der Kirche, ein stummes Nicken und wir gehen hinaus.  Die Kirche wirkt nun noch wuchtiger, noch größer. Man steht davor und fühlt sich ganz klein. Aber auch geborgen und nicht alleine. Das ist gut.

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