Mein Besuch in der ewigen Stadt Teil I

Anreise und Altstadtbesuch

Nachdem ich vor Jahren schon einmal in der ewigen Stadt war und dabei auch den Vatikan besuchen konnte, hatte ich nun in der Karwoche gemeinsam mit anderen Abgeordneten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Kardinal-Höffner-Kreises wieder die Reise dorthin angetreten. In den Tagen vor dem Osterfest in Rom zu sein, ist sicherlich für jeden Christ etwas ganz Besonderes. Ganz besonders habe ich mich dabei auch auf die Begegnung mit dem Heiligen Vater, Papst Benedikt XVI., gefreut. Dies mag den einen oder anderen verwundern, bin ich doch bekennender und überzeugter Protestant. Darum möchte ich vor der Schilderung der Reise und den vielen Eindrücken einige Bemerkungen voranstellen: Für mich ist die Freude auf eine Begegnung mit Benedikt XVI. deshalb kein Widerspruch, weil ich auch als Protestant (oder als reformierter Katholik, wie es Gottfried Locher, der Präsident des Evangelischen Kirchenbundes in der Schweiz formuliert hat) hohen Respekt vor dem Oberhaupt der katholischen Kirche habe ohne dass ich eben alle Lehrmeinungen der katholischen Kirche annehme. Im Zweifel verbindet mich mit den katholischen Brüdern und Schwestern aber mehr als mit Menschen, die nicht an Jesus Christus glauben. Außerdem halte ich den Menschen Joseph für einen wirklich klugen Kopf auf den Stuhle Petri. Ich habe seine Jesus-Biographie und auch andere Schriften von ihm gelesen. Selten hat jemand in dieser Klarheit, Klugheit und zugleich Warmherzigkeit die Botschaft verkündet, an die eben auch ich als Christ glaube.

Außerdem gilt für mich ein Satz, den der Vorgänger Benedikts XVI., Papst Johannes Paul II., einmal gegenüber deutschen Jugendlichen geäußert hat: „Die Kirche ist immer auch eine Gemeinschaft von schwachen und fehlerhaften Menschen. Und ich möchte hinzufügen: Das ist zugleich unser aller Glück. Denn in einer Kirche von nur Vollkommenen hätten wir wohl selber keinen Platz mehr. Gott selbst will eine menschliche Kirche. Deshalb kann es auch Kritik an der Kirche geben, aber sie muss fair sein und getragen von großer Liebe zur Kirche. Gott hat sein Heilswerk, seine Pläne und Anliegen in die Hand von Menschen gelegt. Dies ist gewiss ein großes Wagnis (…). Er will uns Menschen als seine Mitarbeiter in der Welt und in der Kirche mit all unseren Mängeln und Unzulänglichkeiten, aber auch mit all unserem guten Willen und unseren Fähigkeiten.“ Diesem Bild des Christentums kann ich mich vorbehaltlos anschließen.

Mit all diesen Gedanken im Kopf fuhr ich mit dem Zug nach Frankfurt zum Flughafen und stieg ins Flugzeug. Dort traf ich schon meinen Freund und Kollegen Prof. Dr. Heinz Riesenhuber. Die Anreise am ersten Tag endete mit einem gemeinsamen Rundgang durch die Gassen der Altstadt und einem Abendessen. Schon am Flughafen trafen sich die ersten Kolleginnen und Kollegen. Dabei merkte ich wieder einmal wie groß die CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist. Manche Kollegen begrüßten mich mit Vornamen, andere stellten sich mir erstmals förmlich vor. Wir waren uns bisher – wenn überhaupt – nur sporadisch im Berliner Politikbetrieb begegnet. Das Schöne war Offenheit und Freundlichkeit untereinander. Und endlich war einmal, so empfand es nicht nur ich, Zeit und Raum für ruhige Gespräche, die wir dann bei diversen Nudelgerichten und einem hervorragenden Tiramisu bis spät in die Nacht fortsetzten. Auch daran krankt ja der bisweilen hektische Politikbetrieb in Berlin: Es ist zu wenig Zeit, für ruhige Gespräche und für das wirkliche Kennenlernen. Das haben wir dann bei einem wunderbaren Abendessen intensiv nachgeholt.

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