Gastbeitrag: Öko ist nicht gleich Öko

Vor zwanzig Jahren war „öko“ noch ein Synonym für Birkenstock und Vollkornmüsli. Und Leinengewänder. Und bunte Strickmützen. Und…
Und wir schreiben das Jahr 2010: Veränderung ist heute eine der wenigen gebliebenen Konstanten. So auch in der Modewelt – oder eben der „Ökowelt“.

Doch auch öko ist nicht gleich öko: Fast jeder sieht bei dem Wort unwillkürlich Menschen mit langen Haaren, Sandalen und bunten Kleidern in einem Gemüsebeet knien.
Wer denkt dabei schon an junge Menschen mit Aktentasche unterm Arm und Handy am Ohr auf dem Weg zur nächsten Sitzung? Eben.
In der Welt der gebügelten Hemden und Krawatten war lange Zeit kaum Platz für ökologische Stoffe, faire Löhne oder heimische Produktion/Standorte.
Und hier greift die Veränderung: Hemdenhersteller „brainshirt“  ist hessisch und Geschäftsführer Matthias Hebeler (Twitter: brainshirt) wirbt mit Slogans wie „100% reines Gewissen“ oder „where ratio meets fashion“ – zu recht!
Produktion in Europa, CO2 neutrale Herstellung, biologisch angebaute Baumwolle aus den USA. Soweit so gut? Besser! Es sieht nicht nur gut aus, es fühlt sich auch in jeder Hinsicht gut an.
Das ist mitnichten immer so: Viele Umweltverbände bieten mittlerweile globalisierungskritische Stadtführungen an – Bekleidungsketten kommen hier selten ungeschoren davon: Kinderarbeit, giftige Pestizide, horrende CO2-Bilanzen, Niedriglöhne und menschenrechtswidrige Arbeitsbedingungen säumen allzu oft den Weg bis zur Ladentheke.
Man sollte meinen, dass die Entscheidung nicht schwer fiele – oder wieder einmal eine Frage des Preises? Nein. Eine Frage der Prioritäten.

Fairgehandelte Kleidung und biologisch zertifizierte Stoffe – „bio“ ist längst über die Nahrungsmittel hinausgewachsen und mit „brainshirt“ oder „memo“ wird es nun auch für ganz neue Berufsgruppen interessant.
Eben -oder grade- auch für Menschen wie Peter Tauber.
„Eben“ weil Hanfhosen und Leinenhemden für’s Büro nicht taugen.
„Grade“ weil es Berufe gibt, die eine Vorbildfunktion mit sich bringen.
Die Welt zu einem besseren Ort zu machen, ist wohl das Ziel der meisten besonnenen Politiker – wo aber anfangen, wenn nicht bei sich selbst, beim eigenen Hemd?

Der Hessische Rundfunk, die taz und sogar der glocalist haben dem jungen Unternehmen aus Fulda ihr Lob ausgesprochen. Referenzen die sich sehen lassen können. Ebenso wie die hauseigene Homepage, deren authentische Geschichten vielen Umweltschützern bekannt vorkommen und mindestens ein Schmunzeln entlocken dürften.

memo: www.memo.de

brainshirt: www.brainshirt.eu

Über den Autor:
Aljoscha Bukowski ist ehemaliger Bundessprecher des Freiwilligen Ökologischen Jahres 2009/2010, aktuell Vorstand des FÖJ-Aktiv e.V. und war leitender Redakteur der FÖJ-Zeitung „Pusteblume„. Im Rahmen eines Interviews mit Herrn Tauber (Seite 13) waren auch ökologisch ausgerichtete Unternehmen Thema ein gemeinsames Gesprächs.

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2 Kommentare.

  1. Lieber Aljoscha, lieber Peter,

    herzlichen Dank für Euren positiven Blog über brainshirt. Ja es stimmt, wer anfängt diesen Weg zu gehen muss eine ganze Menge Hürden überwinden – um so positiver ist es – wenn es dann positives Feedback zurück gibt. Diese Woche hat einer unserer Kunden geschrieben: Ich habe meine Traummarke für Hemden gefunden. Dafür haben wir gearbeitet. Und daran arbeiten wir weiter. Der Anfang ist gemacht – jetzt geht es in die nächste Runde.

    Nochmals herzlichen Dank und viele Grüße in die Metropole

    Matthias

  2. Gastbeitrag: Öko ist nicht gleich Öko « SCHWARZER PETER - pingback on 17. Dezember 2010 um 08:49

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