SCHWARZER PETER
Die „Digitale Fachkommission Pflege“ tagte erstmals mit Jens Spahn im Konrad-Adenauer-Haus. Interessierte Mitglieder konnten sich online zuschalten. (Foto: Pfeffermann)

Neue Beteiligungsformen für Mitglieder

Die „Digitale Fachkommission Pflege“ tagte erstmals mit Jens Spahn im Konrad-Adenauer-Haus. Interessierte Mitglieder konnten sich online zuschalten. (Foto: Göpel)
Die „Digitale Fachkommission Pflege“ tagte erstmals mit Jens Spahn im Konrad-Adenauer-Haus. Interessierte Mitglieder konnten sich online zuschalten. (Foto: Göpel)

„Dich können wir bei uns brauchen“: Vor zehn oder zwanzig Jahren war es noch üblich, dass man in seiner Nachbarschaft, im Verein oder im beruflichen Umfeld von einem CDU-Aktiven so angesprochen wurde. Dann ist man vor Ort in die CDU eingetreten und hat Politik gemacht. Das hat sich in den letzten Jahren aber stark geändert.

Heute finden immer mehr über das Internet zu uns. Die kennen im Zweifelsfall gar keinen CDUler aus ihrem direkten Umfeld. Und sie wollen sich auch nicht unbedingt mit kommunalpolitischen Themen wie der Hundesteuerverordnung befassen, die wollen gleich in bundespolitische Debatten einsteigen. Mit Fragen beispielsweise der Gesundheits- oder Bildungspolitik – weil sie eine Klinik leiten, in der Krankenpflege arbeiten, Lehrer sind, oder sich im Schulbeirat engagieren. Solche Leute sind in ihren Themen Experten des Alltags. Dieser praktische Sachverstand ist ein Schatz, den wir heben und noch viel stärker berücksichtigen müssen. Dafür müssen wir Formate finden. Die SPD lässt ihre Mitglieder mit „Ja“ oder „Nein“ über den Koalitionsvertrag abstimmen. Mir reicht das nicht. Ich will, dass unsere Mitglieder permanent inhaltlich mitmachen können. Das ist für mich als Generalsekretär ein ganz zentrales Anliegen. Und das ist auch der Wunsch von vielen Mitgliedern, wie ich aus vielen Gesprächen weiß.

Aber: Die meisten Mitglieder haben gar nicht die Zeit, ständig zu Sitzungen nach Berlin zu fahren. Und die Bundesfachausschüsse sind in ihrer Teilnehmerzahl auch begrenzt. Da ist das Internet eine große Hilfe. Denn dann können die Mitglieder auch bequem von zu Hause, oder aus dem Büro in der Mittagspause, an Fachdiskussionen mitmachen.

Am Dienstag haben wir dazu ein Pilotprojekt gestartet: Jens Spahn, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat bei einer „Digitalen Fachkommission“ fast eineinhalb Stunden über das Thema Pflege diskutiert. Mitgewirkt haben bei dieser interaktiven Videokonferenz der Berliner Senator für Gesundheit und Soziales, Mario Czaja, und der Präsident des Deutschen Pflegerates, Andreas Westerfellhaus. Knapp 120 Mitglieder haben teilgenommen und ihre Ideen, Anregungen und Wünsche eingebracht. Der Anklang hat uns im Konrad-Adenauer-Haus überwältigt. Das Thema treibt ganz offensichtlich viele Menschen um, weil es eben jeden früher oder später betreffen kann.

Wir haben übrigens bewusst nur CDU-Mitglieder dazu eingeladen. Denn ich finde: Parteimitgliedschaft muss einen Mehrwert haben. Und es ist eben attraktiv, wenn man direkt mit einem Politiker, der etwas zu entscheiden hat, über solche Fragen sprechen kann. Jens Spahn hat viele wichtige Anregungen mitgenommen, die er in die weiteren Diskussionen bei der Pflegereform einbringen kann. Es gab natürlich noch keine konkreten Beschlüsse. Es ging erst einmal darum, dieses neue Format zu erproben und erste inhaltliche Schwerpunkte in der Pflege-Politik anzudiskutieren – beispielsweise die Stärkung des Altenpflegeberufes, die Gewinnung von Fachkräften, die Besserstellung von Demenzkranken oder die Unterstützung von Mehrgenerationenhäusern.

Mein Fazit: Die „Digitale Fachkommission Pflege“ war in dieser Form ein weiterer guter Aufschlag, unsere Mitglieder bei der inhaltlichen Arbeit stärker und dauerhaft einzubinden. Wir werden das Format nun sorgfältig auswerten: Was lief gut? Was kann besser gemacht werden? Wie kann man dieses Engagement verstetigen? Es wird sicher weitere Sitzungen dieser Fachkommission geben, bei denen noch intensiver über die ausgemachten Schwerpunkte diskutiert werden kann. Und ich persönlich werde mich in einer solchen Fachkommission zum Thema „Digitale Wirtschaft“ einbringen. Wer dazu was zu sagen hat und mitdiskutieren möchte, der muss einfach „Ja“ zur CDU sagen: http://www.cdu.de/mitglied-werden/

3 Kommentare zu “Neue Beteiligungsformen für Mitglieder

  1. Das war gestern ein sehr gelungener Einstieg in eine digitale Diskussion! Gute und fundierte Beiträge mit einem sehr guten Moderator. Beim nächsten Mal bin ich wieder dabei! LG aus Neuss Dagmar Betz

  2. Ist ’ne gute Idee, aber für mich persönlich das falsche Fachgebiet. Mich hätte etwas aus dem Themenbereich „Digitales“ interessiert. Der Standort Deutschland im Bezug auf die Videospielindustrie oder der Umgang mit Youtube.

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