Merkwürdige Suchbegriffe und mein Blog

Ehrlich gesagt gehört das Bloggen zu den Dingen, die ich besonders gerne tue. Dort hat man den Raum, einige Gedanken fernab der Tagespolitik und auch anders als in einer Pressemitteilung darzustellen. Außerdem entstehen oft gute Diskussionen und ich freue mich über die Resonanz.

Besonders gefällt mir aber auch die Statistik. Man sieht, wie viele Leser welchen Text gefunden haben. Und man merkt, ob ein Text „zeitlos“ ist. Meine Meinung zu Che Guevara beispielsweise findet fast täglich Leser, was wohl daran liegt, dass der vermeintliche „Held“ oft als Suchbegriff in den Suchmaschinen nachgefragt wird. Ähnliches gilt für meine kurze Abhandlung über die Fußballspiele während des Weihnachtsfriedens 1914 entlang der Westfront. geschenk_2012

Mein liebstes Werkzeug ist aber die Übersicht, die mir zeigt, mittels welcher Suchbegriffe Nutzer auf meinem Blog gelandet sind. Da tauchen herrliche Fragen und Suchbegriffe auf und jetzt wollte ich einfach mal die besten zusammenstellen.

Die Antworten auf die gestellten Fragen liefert mein Blog meistens leider nicht, darum reiche ich Sie hier natürlich gerne nach!

Ein Nutzer fragte „Wer ist gescheiter als ein Oberstudienrat?“ und landete auf meinem Blog. Die Antwort auf diese rhetorische Frage kann nur ein kurzes „Niemand“ sein. Zumindest würden die so antworten, die der Überzeugung anhängen, Lehrer hätten vormittags recht und nachmittags frei. Angesichts der Kenntnisse mancher Pädagogen über die Internetnutzung ihrer Schülerinnen und Schüler könnte man diese Frage aber auch so beantworten: „Mit Blick auf soziale Netzwerke und das Netz in der Regel die Schülerinnen und Schüler des Oberstudienrates.“ Eine Tatsache, die man dringend ändern muss, wie ich finde. (Alle Lehrer, die das lesen, sind natürlich nicht gemeint. Aber schauen Sie sich  auch einmal in Ihrem Kollegium um! Wenn Sie dann noch widersprechen können, dann unterrichten sie  an einer Insel der Glückseligen.)

Allerdings scheinen doch mehr Internetkritiker in diesem Netz unterwegs zu sein, als gemeinhin gedacht. So klagte jemand, die „heranwachsende Generation versteht nicht den Mehrwert von gedrucktem Papier mit den Nachrichten von gestern“ und wurde von einer Suchmaschine mit dieser Frage auf meinen Blog weitergeleitet. Oder war das etwa ein ironischer Kommentar?

Mich interessiert außerdem, wer eigentlich „Lena Reinhard“ ist. Und warum landet man auf meinem Blog, wenn man sie googelt? Das habe ich auch noch nicht rausgefunden.

Besonders gefallen mir natürlich die Suchanfragen mit historischem Kontext. Aber „Menschenrechte im Mittelalter“ ist eine vergebliche Suche, wenn man ideengeschichtlich die Folgen der Aufklärung ausblendet. Und warum man mit der Frage bei mir landet, bleibt ebenfalls ein Mysterium.

Ich teile ja mit Ansgar Heveling die Leidenschaft für Cordanzüge. Daher scheint es mir durchaus konsequent, wenn man mit der Suche „Weltcordtag“ den Weg zu mir findet. Gebloggt habe ich allerdings darüber noch nicht.

Grundsätzlich war ich übrigens der Auffassung, dass mein Blog den Anforderungen des Jugendschutzes genüge tut. Allerdings landete jemand doch glatt mit seiner Suche nach „nackte Gewalt Film Porno“ auf meinen Blog. Erklären kann ich mir auch das nicht.

„Wie stehen die Chancen, dass ein Schwarzer in der Verwaltung eingestellt wird?“ wollte ein Nutzer wissen und landete beim schwarzen Peter. Ich würde sagen: wenn der Landrat oder Bürgermeister ein Sozi ist, dann sind die Chancen ziemlich gering, zumindest wenn es um das Parteibuch geht.

Offensichtlich muss auch die Bundeswehr die Information der in den Auslandseinsatz verlegten Truppenteile verbessern. Nachdem ich ja die Gelegenheit zu einem Truppenbesuch am Hindukusch hatte und darüber in der Tat gebloggt hatte, führte die Frage „Bekommt man auf dem Flug nach Mazar Scharif Essen?“ direkt zu mir. Vielleicht war das aber auch eine besorgte Mutter, die wissen wollte, ob ihr Sohnemann bei der Bundeswehr gut verpflegt wird. Wir wissen ja: Ohne Mampf, kein Kampf!

Aktuell hoffte jemand auf meinem Blog eine Liste „bisher von Steinbrück beleidigte(r) Völker“ zu finden. Das ist eine gute Idee. Die Liste wird ja fast täglich länger. Vielleicht nehme ich mir das als Blogthema demnächst mal vor. Fündig wird man da bis jetzt aber eigentlich nicht.

Mein Lieblingssuchbegriff ist aber „Friseurbesuch“. Ich muss mal mit den Programmierern der Software reden. Es scheint ein Bug zu sein. Ich hatte zwar noch Haare, als der Sozialismus in der Zone noch real existierte, aber den Besuch beim Friseur habe ich spätestens 1995 nach dem Wehrdienst eingestellt. Warum jemand mit dieser Suche auf meinem Blog landet, ist und bleibt ein Rätsel.

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