SCHWARZER PETER

Ich habe Helmut Kohl getroffen.

Für mich war das heute wirklich ein besonderer Moment. Ich habe im Anschluss an die Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Helmut Kohl getroffen und ihm die Hand gegeben. Wegen ihm bin ich in die CDU eingetreten. Das ist über 20 Jahre her.

Helmut Kohl ist 82 Jahre alt. Er hat lange Jahre Verantwortung für unser Vaterland getragen und an einem freien und friedlichen Europa mitgebaut. Das war anstrengend und die Geschichte unserer Nation inklusive Einheit und Ende der europäischen Teilung keineswegs vorbestimmt. Man sieht ihm an, dass er im Amt des Bundeskanzlers alles gegeben hat. Seine Gesundheit ist angeschlagen. Er sitzt im Rollstuhl und wenn er redet, dann versteht man ihn manchmal schlecht. Manchmal blitzt aber die Kraft seiner Stimme auf. Und dann, wenn er sich vom Manuskript seiner Rede löst, dann hört man den „alten“ Helmut Kohl, das Schlachtross aus der Pfalz, den Kanzler der Einheit.

„Ich bin zu Hause“, so grüßte er sichtlich bewegt die Fraktion. Wir hatten ihn mit großem Applaus in unserer Mitte begrüßt. Die Journalisten nahmen uns zunächst die Sicht, so groß war der Medienandrang. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion sei seine Heimat, so Kohl und er wähle das Wort Heimat ganz bewusst. Seine Rede war kurz und sie hat ihn sichtlich angestrengt.Aber gerade darum gilt mit Blick auf den Inhalt seiner Rede, was Otto von Bismarck einmal formuliert hat: „Je einfacher und schmuckloser man seine Gedanken vorträgt, desto stärker wirken sie.“

Europa sei ein Werk des Friedens. Es sei mühsam aufgebaut und erkämpft worden. Gerade wir Deutschen würden gut daran tun, uns zu erinnern, wie Europa vor 1945 aussah. Und wir sollten uns nicht irre machen lassen, von dem ständigen Gerede, was angeblich alles nicht gehen würde. Helmut Kohl wörtlich: „Wir wissen besser als andere was geht.“ Die Union solle mit Mut statt mit Pessimismus die notwendigen Zukunftsentscheidungen für Europa und Deutschland treffen. Und vielleicht tun wir in der Tat gut daran, bei der Debatte um die Staatsschuldenkrise in Europa nicht allein von Rettungspaket zu Rettungspaket zu denken, sondern uns an die grundsätzlichen Linien der Europapolitik zu erinnern.

Wie man es wendet. Es war ein historischer Tag und eine historische Stunde für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Und ich bin froh und stolz, dass ich dabei sein durfte. Und ich bin froh und stolz, dieser Fraktion angehören zu dürfen.

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